Bereits seit drei Jahren sammelt die Spendenaktion „Düsseldorf setzt ein Zeichen“ in der Vorweihnachtszeit für sozial benachteiligte Menschen. Gestern Mittag präsentierte die Initiative der Bürgerstiftung Düsseldorf ihre Botschafter für das Jahr 2017. Campino, Frontmann der „Toten Hosen“, Karnevalswagenbauer Jacques Tilly, der Intendant der Düsseldorfer Symphoniker Michael Becker sowie Wolfgang Sieffert, Dominikanerpater und Initiator der Düsseldorfer Armenküche unterstützen die Aktion mit individuellen Projekten.
Hilfe in allen Bereichen
Die Bürgerstiftung will einen wohltätigen Rundumschlag in der Landeshauptstadt leisten. Einrichtungen für Senioren, Familien und Kindern sollen genauso profitieren wie Obdachlose, Geflüchtete und andere bedürftige Menschen. „Armut ist auch in Düsseldorf ein großes Thema“, betonte gestern Initiatorin Sabine Tüllmann: „Sie grenzt Menschen aus, dabei sollte die Stadt für alle da sein. Ich träume davon, dass gerade im reichen Düsseldorf Armut kontinuierlich abnimmt.“
Eine Auktion gegen Armut
Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich die Botschafter ganz eigene Möglichkeiten überlegt. So wollen Campino und Jacques Tilly mit einer Auktion Geld für die Spendenkasse sammeln. Während der Künstler Tilly ein 3D-Modell eines Mottowagens aus dem vergangenen Jahr versteigert, bietet der Toten Hosen-Sänger drei mal zwei Tickets für die Konzerttage der Band am 29. und 30. Dezember.
Mit Inbegriffen ist dabei ein „Meet and Greet“ kurz vor dem Soundcheck der Punkband. „Vielleicht verliert man den Blick für das eigene Zuhause, wenn man sich national engagiert“, erklärte Campino, der für vergangene Hilfs-Aktionen auch Kritik einstecken musste: „Hier bekommen Leute Hilfe, ganz egal wo man herkommt. Ich hoffe, dass sich diese Aktion verfestigt und irgendwann zur Selbstverständlichkeit wird.“
Wo die Angebote von Tilly und Campino genau versteigert werden, ist noch nicht bekannt. Nach Informationen der Bürgerstiftung soll mit langem Vorlauf eine faire Auktion gewährleistet werden.
Symphonikern bieten vergünstigtes Konzert
Auf etwas andere Art und Weise werden die städtischen Symphoniker „Düsseldorf setzt ein Zeichen“ unterstützen. So können Bürger eine Generalprobe für acht statt den üblichen 18 Euro besuchen. Im Oberrang werden Plätze kostenlos an Schüler aus Seiteneinsteigerklassen abgegeben.
Intendant Michael Becker will so die gesellschaftliche Teilhabe für sozial Benachteiligte sicherstellen: „Wir verstehen Kultur als Grundnahrungsmittel. Wenn man sich für das ganz normale Leben finanziell schon endlos strecken muss, kann man letztendlich daran nicht teilnehmen.“ Der Reinerlös eines anschließenden Bürgerkonzerts fließt ebenfalls in die Initiative
Wer Ideen hat, soll anrufen
Nicht nur über große Projekte kann die Initiative unterstützt werden. Überall in Düsseldorf stehen Spendendosen in Geschäften und an öffentlichen Plätzen. „Jeder noch so kleine Betrag hilft“, versicherte Campino.
Das beschränke sich nicht allein auf Spenden: „Es geht grundsätzlich darum, das Thema ins Bewusstsein zu rufen. Wenn jemandem eine Aktion einfällt, reicht ein Anruf bei der Bürgerstiftung und man kann mitmachen.“ Das Spendensammeln endet am 20. Dezember. Dann soll entschieden werden, wofür und in welchem Umfang das Geld eingesetzt wird.





