Brückenstaus

An den Brücken im Kreis Kleve ist mit Stau zu rechnen

Ob über die Rheinbrücke in Rees (im Bild) oder in Emmerich – derzeit muss vor allem zu Stoßzeiten mit Stau gerechnet werden.

Ob über die Rheinbrücke in Rees (im Bild) oder in Emmerich – derzeit muss vor allem zu Stoßzeiten mit Stau gerechnet werden.

Foto: Hans Blossey

Kleve/Rees/Emmerich/Kalkar.   Sanierung der B 67 in Rees hat begonnen. 16.000 Fahrzeuge am Tag müssen durch das Nadelöhr. Das hat Staus zur Folge. Alternative gibt es nicht.

Nerven stark wie die Schrägseile der Brücke Kalkar-Rees sind jetzt gefragt. Der Stau hat begonnen. Seit dieser Woche bis 17. November wird die Bundesstraße 67 saniert. Die Baustelle startete an der Rheinbrücke bis in den Kreuzungsbereich Grüttweg und an der Kreuzung mit Halderner Straße und Schwarzer Weg. Die Straßen NRW-Regionalniederlassung Niederrhein lässt dazu die Fahrbahn einseitig sperren.

„Wir hatten mit Feuerwehr, Polizei, Bus- und Schulbusunternehmen, Stadt Kalkar, Stadt Rees, Bezirksregierung wegen der Autobahn und Kreisverwaltung zig Varianten durchgesprochen: Vollsperrung mit Umleitung über Emmerich und Wesel oder Einbahn-Regelung zu bestimmten Uhrzeiten“, beschreibt Projektleiter Dietmar Giesen von Straßen NRW.

Es werden 4,2 Millionen Euro investiert

Man einigte sich auf Kleinst-Baustellen, die nach und nach weiter rücken. „Prinzipiell war allen klar, dass es bei 16.000 Fahrzeugen pro Tag am Nadelöhr Brücke zu erheblichen Problemen kommen wird.“

Zum Start sorgten die Autofahrer selbst für Probleme: Einige fuhren in den gesperrten Kreisverkehr ein, andere zu früh in die Spur, so dass die Lichtschranke sie nicht erfasste. Das wurde nun eingeengt.

„Früher haben wir den Verkehr intelligent geführt“, beschreibt Giesen. Doch die meisten Autofahrer benutzen heute ihr Navigationsgerät, auch wenn andere Umleitungen sinnvoller wären. Giesen erinnert: „Wir verbauen hier 4,2 Millionen Euro für die Menschen vor ihrer Haustür.“

Wer zum Airport Weeze fährt, sollte mehr Zeit einplanen

An der Baustellenampel vor der 982,5 Meter langen Rheinbrücke staut sich vor allem zu Hauptverkehrszeiten der Verkehr. Fahrer „mit dem Ziel Flughafen Weeze sollten mehr Zeit einplanen!“ warnt Straßen NRW. Rettungsfahrzeuge übrigens bekommen per Schaltung freie Bahn, antwortet Giesen auf NRZ-Nachfrage.

Bruno Ketteler, Kalkars Wirtschaftsförderer, muss jeden Morgen von seinem Wohnort Rees über die Brücke zur Arbeit. „Ich bin um kurz vor sieben los gefahren, das war noch vor der Rush Hour. Aber es war da schon anspruchsvoll“, beschreibt er den Stau und die nötige Geduld. „Uns stehen noch grausame Wochen bevor.“ Er weiß aber auch: „Es gibt keine Lösung.“

Wer den Weg über die Emmericher Rheinbrücke als Ausweich suche, stehe mitunter im Folge-Stau und der Vorteil Zeit werde durch den Nachteil Entfernung wett gemacht. „Da haben wir die Wahl zwischen Pest und Cholera“, sagt er gelassen. Und rechnet damit, dass sich die Lage entspanne, wenn der Abschnitt Abfahrt bis Grüttweg fertig ist.

„Die Probleme sind nur vorübergehend“

Der Abschnitt vom Kreisverkehr bis zur Groiner Allee sei „mehr als sanierungsbedürftig, wohl einer der schlechtesten Bundesstraßenabschnitte in NRW. Bei Regen gab es Aquaplaning“. Er soll etwa ab 24. September abgeschlossen sein, so Straßen NRW. Bruno Ketteler: „Die Probleme durch die Sperrung sind nur vorübergehend. Da muss man mal durch. Wir wollen ja alle vernünftige Straßen haben. Das wird Jahrzehnte halten.“

Die Arbeiten im ersten Bauabschnitt machen in den Herbstferien eine Vollsperrung des Grüttweges in Richtung Rees City erforderlich mit Einbahnregelung zwischen der Kreuzung B67/Groiner Allee und Kreisverkehr L7/Emmericher Straße. Die Fahrtrichtung Kalkar bleibt frei. Die Umleitung umgekehrt in Richtung der A3 und Isselburg erfolgt über Bienen/Millingen über die Anholter Straße, alternativ über die Groiner Allee.

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