Adalbert Niemers, Sprecher der Nabu-Ortsgruppe Emmerich, hat eine Stellungnahme zum Bericht „Reicht langfristig eine zweispurige A3?“ verfasst:
„Nicht wegen zu kurzer Brücken über die A3 müssen wir uns Sorgen machen, sondern wegen der vielen ungenutzten Chancen für die Verkehrswende. Die Prognose von Straßen NRW, die von einer Steigerung des Schwerlastverkehrs von 50 Prozent bis 2050 ausgeht, zeigt, dass man dort eine Verkehrswende noch gar nicht einkalkuliert.
Klimaschutz ernst nehmen
Wenn wir die drei drängendsten Herausforderungen des Natur- und Umweltschutzes, nämlich Klimaschutz, Artenschutz und Reduzierung der Stickstoffemissionen ernst nehmen, dann brauchen wir auch eine Verkehrswende. Die kann aber nur gelingen, wenn wir nicht nur Verbrennungsmotoren durch Elektromotoren ersetzen, sondern den Pkw- und Lkw-Verkehr insgesamt reduzieren.
Das setzt aber voraus, dass man vermeidbare Transporte vermeidet und vorrangig in den Ausbau eines attraktiven Netzes von Bahn- und Busverbindungen und den Ausbau von Rad- und Fußwegen investiert und nicht in den Ausbau der Autobahnen.
Nötig wäre eine Stärkung regionaler Strukturen

Ohnehin wird für den Straßenverkehr schon viel Geld für die unvermeidlichen Erschließungen, notwendigen Reparaturen und die Beseitigung von Gefahrenpunkten benötigt. Geld im Überfluss haben wir nicht und nach der hoffentlich bald überwundenen Corona-Krise schon gar nicht.
Was wir dringend brauchen, sind die Stärkung regionaler Strukturen in Produktion, Handel, Verkehr und Wohnen und eine Verringerung des Autoverkehrs in das überlastete Ballungsgebiet Rhein/Ruhr hinein. Dazu gehören zum Beispiel auch ein ICE-Halt Kleve/Emmerich im Emmericher Bahnhof (mit Bahnhofshalle, Barrierefreiheit, Toilette und durchgehendem Fußgängertunnel) und bessere Anbindungen der Bahnhöfe Kleve und Emmerich an den Bus- und Schnellbusverkehr.
Eingriffe in die Natur verhindern
Dazu gehören auch eine bürgerfreundliche Planung der Betuwe-Linie in Elten (optimierte Gleisbettvariante) und eine gute Verknüpfung von Straße, Schiene und Wasserweg in Emmerich.
Mehr Autoverkehr und ein Ausbau der A3 würden bei uns Natur und Landschaft in der Knauheide, am Eltenberg und in der Hetter durch Versiegelung, Verinselung und zusätzliche Stickstoffemissionen schädigen und bestehende Wohngebiete sowie zahlreich Bauernhöfe in Emmerich, Montferland und Rees beeinträchtigen. Das gilt es zu verhindern.“
Die NRZ hatte berichtet, dass das Bundesverkehrministerium bis 2030 auf der A3 zwar ein höheres Verkehrsaufkommen erwartet, aber die aktuelle Dimensionierung noch ausreicht. Sollten doch mehr Verkehr kommen, so könnte der Ausbau der A3 Priorität bekommen.


