Die Ortsgruppe Emmerich des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) informiert in einem Tätigkeitsbericht über ihre Tätigkeiten in den vergangen drei Jahren. Dabei wird klar: Die Umweltschützer sind engagiert bei der Sache.
Neben der kontinuierlichen Begleitung der Planung der Betuwe-Linie, steht bei den Naturschützern natürlich vor allem die Pflege der Naturschutzgebiete auf dem Programm.
Tätigkeit in den Naturschutzgebieten
Im Naturschutzgebiet (NSG) Hetter wurde das LIFE-Projekt Hetter abgeschlossen. Die Ortsgruppe unterstützt die weitere Betreuung des Gebietes durch die Nabu Naturschutzstation Niederrhein und das Naturschutzzentrum (NZ) im Kreis Kleve. Vor allem durch Beteiligung an Pflegearbeiten und durch Öffentlichkeitsarbeit, um so möglichst vielen Menschen die Schutzwürdigkeit des Gebietes nahezubringen.
Im NSG Emmericher Ward hat ein weiteres Life-Projekt „Wiederherstellung des Feuchtgebietscharakters der Emmericher Ward“ begonnen. Die Betreuung des Gebietes durch die Nabu-Naturschutzstation wird von der Ortsgruppe unterstützt. Sie hat sich wiederholt an Pflegearbeiten beteiligt, zuletzt am 29. Februar 2020 zusammen mit der Jagdgesellschaft Hüthum.
Grenzübergreifendes Pflanzprojekt
Auf dem von der Stadt Emmerich gepachteten und teilweise mit Obstbäumen bepflanzten Gelände auf dem Eltenberg am Barfußweg gab es mehrmals Pflegearbeiten (Zaunreparatur, Rückschnitt von Brombeeren, Ausstechen des Jakobsgreiskrautes).
Mit Hilfe der niederländischen Naturschutzorganisation Natuurmonumenten wurden in eine kleine Fläche Calluna-Pflanzen aus der benachbarten Heidefläche im Bergher Bos transplantiert. Tatsächlich blühte dann zum ersten Mal seit Jahrzehnten auf der Obstwiese wieder die Calluna. Jetzt soll die abgeplaggte Fläche erweitert werden.
Kampf gegen die Windräder
Mit ihrer Klage gegen den Flächennutzungsplan der Gemeente Oude Ijsselstreek, der die Errichtung von 10 Windenergieanlagen (WEA) ermöglicht hätte, hatte die Nabu-Naturschutzstation vor dem höchsten niederländischen Verwaltungsgericht, Raad van State, aus Gründen des Vogelschutzes Erfolg. Die Wind-Energie-Anlagen wären bis zu 260 Meter an das NSG Hetter herangekommen.
Dank einer Spendensammlung der Ortsgruppe Emmerich konnte der NABU Kreisverband mit weiterer Unterstützung des Landesverbandes und der Nordrheinwestfälischen Gesellschaft für Ornithologie, NWO, die trotz des Erfolges hohen Kosten für den Prozess aufbringen.
Rückschlag nach dem Erfolg
Ein neuer Antrag, bei dem lediglich auf die letzte Anlage vor dem Naturschutzgebiet verzichtet wurde, hat dazu geführt, dass die NABU-Naturschutzstation erneut klagen musste. Auch hier sollte erreicht werden, dass ein Abstand von 1000 m zum NSG Hetter eingehalten wird.
Wegen des komplizierten niederländischen Verwaltungsrechts waren mehrere Klagen notwendig. Drei Klagen der Station wurden vom Raad van Staate abgewiesen, und zwar nach Auffassung des NABU unter Verstoß gegen das EU-Artenschutzrecht.
Als letzte kleine Chance blieb nur noch ein von der Station betriebenes Beschwerdeverfahren gegen eine Ausnahmegenehmigung nach dem „Fauna en Flora Wet“. Auch diese Beschwerde hatte leider keinen Erfolg. Allerdings steht noch eine Entscheidung über Auflagen bezüglich eventueller Abschaltzeiten zugunsten des Vogelschutzes aus.
Forderung nach einem Waldstreifen auf Kasernengelände
Nach dem Scheitern des Plans zur Errichtung eines großen Reitsportzentrums im Norden des Plangebietes auf dem Kasernengelände wird vom Nabu weiterhin gefordert, dort einen zusammenhängenden Waldstreifen angrenzend an den Borgheeser Wald einzuplanen.
Gerade wegen der Verluste an großen alten Bäumen im Innenstadtrandbereich, zum Beispiel zwischen Eltener und ‘s-Heerenbergerstraße, und im Gewerbegebiet sei dies von besonderer Bedeutung für das Stadtklima, so die Nabu Ortsgruppe.


