Schon seit längerer Zeit waren die Mitarbeiter der Kommunalbetriebe Emmerich immer wieder in der Stadt unterwegs, um die Krähen zu vertreiben – sogar noch in Zeiten der Coronakrise. Allerdings scheinen die Aktionen gegen die Vögel weniger erfolgreich zu sein, als erhofft.
„Der Einsatz der Kommunalbetriebe der Stadt Emmerich ist zwar lobenswert, aber leider nicht von Erfolg gekrönt“, schreibt NRZ-Leser Wolfgang Mermann. „Das kann auch nicht sein, da das Entfernen der Wohnungen (Nester) nicht erfolgreich sein kann, da die erforderlichen Grundstücke (Astgabeln in den den Baumkronen) nicht mit entfernt wurden. So sind spätestens nach drei Tagen alle Nester wieder da.“
Positive Beispiele in der Stadt
Zur Zeit gäbe es, so Mermann, etwa 180 Nester, in den eifrig dem Brutgeschäft nachgekommen wird. „Da Krähen drei bis fünf Eier legen, erwartet uns eine starke Ausweitung der ohnehin schon nicht kleinen Population in diesem Jahr“, schreibt er.
Für ihn gibt es in Emmerich zwei gute Beispiele, wie das professionell angegangen werden kann: Am Martini-Kindergarten wurden vor einigen Jahren die Krähennester mit den Astgabeln entfernt. Auf dem Bundesbahngelände wurden gleich die Bäume entfernt. „An beiden Standorten finden sich keine Krähen mehr ein“, schreibt Wolfgang Mermann.
Ärger über Zustände im Rheinpark
Besonders ärgert er sich über die Zustände im Emmericher Rheinpark. Dieser solle doch eigentlich der Erholung der Bürger und vor allem als Spielplatz für Kinder dienen. „Das ist leider so nicht mehr möglich. Alles ist voller Kot und ständig singen die Krähen. Mit unseren Enkelkindern dort zu entspannen ist sicher nicht möglich, weil die Bänke nicht genutzt werden können und die Kinder Angst vor dem Krähengeschrei haben“, schreibt Mermann.
Zudem sorgt er sich wegen möglicher Krankheitserreger im Vogelkot. Zumindest der direkte Bereich um die Galerie und die Spielgeräte und Ruhebänke, findet Wolfgang Mermann, müsse sauber bleiben. „Das Entfernen des einen oder anderen Baumes oder eine vernünftige Beschneidung der Kronen halte ich für dringend erforderlich“, schreibt er.
Frage nach Schutz
Das jetzt auch noch Freiluftfitnessgeräte zur Entspannung der Bürger gerade an dieser Stelle aufgestellt werden sollen, erschließt sich ihm in der momentanen Situation nicht. „Insgesamt stellt sich hier das die Kernfrage, ob der sicherlich zu hinterfragende Schutz der Krähen (nach der europäischen Singvogelschutzverordnung) höher zu bewerten als der Schutz unserer Kinder?“, schreibt Wolfgang Mermann.


