In Ergänzung zum vorgestellten Haushaltsentwurf schlagen die Grünen in Rees zusätzliche Maßnahmen vor, um den Klimaschutz in der Stadt weiter voran zu bringen, heißt es in einer Stellungnahme der Partei. Gleichzeitig wollen sie Stadt und Ortsteile durch gezielte Investitionen noch attraktiver machen. „Wir wollen ein zukunftsfähiges und lebenswertes Rees mit hoher Aufenthaltsqualität – für Einwohner und Besucher gleichermaßen“, so die Grünen.
Trotz angespannter Haushaltslage darf es keinen Stillstand geben
Es sei ihnen bewusst, dass infolge der Corona-Situation keine großen finanziellen Sprünge verantwortet werden können. Aber es sei auch klar, dass es trotz der angespannten Haushaltssituation keinen Stillstand in Rees geben dürfe, meinen die Grünen. Deshalb hätten sie Forderungen im überschaubaren Umfang aufgestellt, damit die Stadt auch in schwierigen Zeiten finanziell weiter handlungsfähig bleibt.
„Wir Grünen haben schon in unserem Wahlprogramm das Leitbild einer ‘klimaschützenden Stadt’ aufgeführt. Daher freuen wir uns, dass einige unserer in den Beratungen zum Haushalt 2020 noch abgelehnten Vorschläge nun Berücksichtigung finden“, betonen sie. So seien im aktuellen Haushalt 65.000 Euro für ein Fahrradmobilitätskonzept mit digitaler Bürgerbeteiligung vorgesehen. Rees könne so Vorreiter beim Thema Klimaschutz in der Region werden.
Es gibt keine Flächen für Ausgleichspflanzungen mehr
Die Grünen machen sich für die Ausweisung eines Bürgerwaldes stark. In den letzten Wochen wurden, heißt es, im Stadtgebiet wieder viele Bäume gefällt. Nachpflanzungen fänden aber immer seltener statt, da hier fast keine Flächen für Ausgleichspflanzungen mehr zur Verfügung stünden. Neben Ausgleichspflanzungen könnten dann auch Bürger bei Hochzeiten, Geburten und anderen Anlässen einen oder mehrere Bäume im Bürgerwald pflanzen (lassen). Denkbar wäre auch, dass Firmen- oder Vereinsjubiläen zum Anlass genommen werden, eine entsprechende Anzahl von Bäumen für den Bürgerwald zu finanzieren.
Vier Hektar großes städtisches Gelände am Grüttweg angedacht
Die Stadt sei Eigentümerin des ca. vier Hektar großen Areals zwischen B67, Grüttweg und zukünftigem Krematorium. Diese Fläche, die sich um die Sportanlage an der Ebentalstraße bis zum Kreisverkehr zieht, würde sich aus unserer Sicht sehr gut für einen Bürgerwald eignen. Aber auch andere (und weitere zusätzliche) Stellen im Stadtgebiet sind vorstellbar und wünschenswert. Im Übrigen freuen wir uns, dass die SPD diese Idee nicht nur von uns aufgegriffen hat, sondern auch vorbehaltlos unterstützt. Für die Planung und den Einstieg in die Realisierung dieses Projektes wollen die Grünen zusätzlich 10.000 Euro in das Produkt „Landschaftspflege“ einstellen.
Baum- und Gießpatenschaften gefordert
Die langen Sommer-Perioden mit ungewöhnlich hohen Temperaturen hätten auch den Stadtbäumen in Rees in den vergangenen Jahren stark zugesetzt. Eine Möglichkeit den unter dem Trockenstress leidenden Bäumen zu helfen, ist diese regelmäßig zu bewässern. „Wir wollen deshalb ein Programm zu Gieß- und Baumpatenschaften für innerstädtische Bäume auf den Weg bringen. Denkbar wäre, dass interessierte Bürger einzelne Bäume in ihrer Straße zum regelmäßigen Gießen „abonnieren“ können“, schreiben die Grünen.
Ein weiterer Baustein dieses Programms wäre die gezielte Unterstützung und Beratung bei der Bewässerung durch den Bauhof. Dies könnte durch das Bereitstellen von Gießsäcken, die zeitweise Ausleihe von Standrohren oder das Aufstellen von Wassertanks sein. Die Art der Unterstützung ist dabei immer auf die individuelle Baum- und Anwohnersituation vor Ort abzustimmen. Dafür sollen jährlich 8.000 Euro bereitgestellt werden.
Erstellung eines Klimaschutzkonzepts für Rees
Durch die geplante Erstellung eines Klimaschutzkonzepts und die Einstellung eines Klimaschutzmanagers werde Rees noch grüner machen. Das befürworte man. Wünschenswert wäre z.B. die Einrichtung einer kommunalen Umwelt- und Energieberatung, möglicherweise unter Einbindung der Stadtwerke Rees als kompetenter Anlaufstelle.
Attraktiver Themenspielplatz für Kinder
Zudem würden in der Innenstadt attraktive Spielmöglichkeiten für Kinder fehlen. Daher wird vorgeschlagen, einen großen Themenspielplatz zu errichten, auf dem Kinder nach Herzenslust klettern, hangeln, wippen und schaukeln können. Der Spielplatz könnte für Rees typische Themen aufgreifen. Ein Spielschiff, das die Geschichte der Rheinfischerei nacherleben lässt oder eine hölzerne Tor-Burg, auf der man Interessantes zur Reeser Stadtbefestigung erfahren kann, wären zwei mögliche Ideen. Für die Vorplanung und den Einstieg in die Realisierung dieses Projektes sollen 30.000 Euro zur Verfügung gestellt werden.
„Street-Workout-Anlage“ und Outdoor Fitnessgeräte
Für Jugendliche und Erwachsene sollen zudem in der Innenstadt, etwa in der Nähe des Schulzentrums, Outdoor-Fitnessgeräte aufgestellt werden. Hier denke man an eine „Street-Workout-Anlage“. Die Anlage könnte auch im Rahmen des Sportunterrichts und/oder in Freistunden genutzt werden und eventuell zusätzlich in den Ortsteilen ebenso gebaut werden. 70.000 Euro sollen dafür im Etat vorgesehen werden.
Unterstützung der Frauenberatung Impuls
Im vergangenen Jahr hörte man vermehrt von schweren Konflikten in Familien. Auch das war eine Folge der Corona-Pandemie. Die Frauenberatung im Kreis war in erheblich stärkerer Weise gefordert. Das zeigt sich auch an erhöhten Hilfeanforderungen bei der Polizei. Einnahmen für Präventionsleistungen, Gruppenbetreuung und Fortbildung entfielen. Gleichzeitig konnte die Beschaffung von Mitteln bei Spenden, Kollekten und Messen so gut wie nicht stattfinden.
Deshalb soll die Frauenberatung Impuls im Kreis Kleve in dieser Situation gestärkt werden. Der bisherige Ansatz soll vorerst einmalig auf 6000 Euro erhöht werden. Das entspräche etwa einer Verdopplung. „Im Übrigen würden wir es begrüßen, wenn unser Bürgermeister sich auf Kreisebene mit den Kollegen für ein zweites Frauenhaus im Süden einsetzen verwenden würde“, betonen die Grünen.


