Am demografischen Wandel kommt auch der Niederrhein nicht vorbei. Mit ihm einher geht der vielzitierte Fachkräftemangel, der in Betrieben längst Realität ist. Seit Jahren werden in vielen Branchen Fachkräfte gesucht und Unternehmen können Stellen nicht oder nur schwer besetzen. Für die Unternehmen ist der Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter mehr denn je eine zentrale Herausforderung.

Fachkräfteinitiative Home Coming soll den Unternehmen in Emmerich helfen

Impressionen von der Auftaktveranstaltung in der Societät.
Impressionen von der Auftaktveranstaltung in der Societät.© wfg | MARKUS VAN OFFERN

Es ist also wichtig, Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen, um Fachkräfte nicht nur in der Region zu halten, sondern auch an den Niederrhein zu holen beziehungsweise zurückzuholen. Dabei will die Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing Gesellschaft Emmerich am Rhein (WFG) mit der Fachkräfteinitiative Home Coming den lokalen Unternehmen helfen.

Region Niederrhein hat of das Nachsehen gegenüber größeren Städten

Oft hat der Niederrhein zwar das Nachsehen gegenüber großen Städten, wenn es um die Rekrutierung neuer Mitarbeiter geht, doch sollte man die Heimatverbundenheit der Niederrheiner nicht unterschätzen – sie sogar nutzen! „Eines der wichtigsten Motive für potenzielle Fachkräfte zurück nach Emmerich zu kommen, sind ihre Familie und Freunde. Und: Emmerich hat so viel mehr zu bieten als nur seine Menschen: Einen spannenden und krisenfesten Wirtschaftsstandort, attraktive Arbeitgeber, eine gute Verkehrsanbindung und viel Raum zum Wohnen, Arbeiten und Leben“, erläutert Schirmherr Bürgermeister Peter Hinze.

In Emmerich gibt es Global Player und Hidden Champions

„Viele Menschen, die irgendwann Emmerich verlassen haben, haben ihre Heimat als Arbeitsregion gar nicht auf dem Schirm. Doch Emmerich am Rhein ist ein starker Wirtschaftsstandort. Neben Global Playern sind in Emmerich am Rhein auch viele Hidden Champions, kleine und mittelständische Unternehmen, die in Nischen-Marktsegmenten Europa- oder Weltmarktführer geworden sind, ansässig“, ergänzt WFG-Geschäftsführerin Sara Kreipe.

Mit unterschiedlichen Aktivitäten verfolgt die WFG das Ziel, Menschen, welche die Region für ein Studium, einen Job oder aus anderen Gründen verlassen haben, zurückzuholen. Dazu werden attraktive Berufsmöglichkeiten, Vorzüge der Heimatstadt und Selbstverwirklichungs-Optionen aufgezeigt. Dadurch soll ein Entscheidungsprozess zur Rückkehr in die Heimat aktiv begleitet und bestenfalls beschleunigt werden.

Plattform für Unternehmen aus Emmerich

Mit der Fachkräfteinitiative Home Coming, bietet die WFG den ansässigen Unternehmen eine Plattform, um

  • Fachkräfte zu gewinnen
  • sich vorzustellen und bekannter zu machen
  • Hintergründe transparent erklären zu können
  • der Öffentlichkeit die Verbundenheit mit Emmerich zu zeigen

So werden Wirtschaftskraft und Unternehmen in Emmerich sichtbar gemacht. Die Kampagne knüpft an einen weiteren Onboarding Service der WFG an. Diese unterstützt Arbeitgeber beim Employer Branding und Standortmarketing als auch Fachkräfte beim Ankommen, Wohlfühlen und Hierbleiben in der Hansestadt.

Neomedia Verlag ist als Kooperationspartner mit an Bord

Yannick Schäfer vom Neomedia Verlag mit Eline Derksen, Sara Kreipe und Peter Hinze.
Yannick Schäfer vom Neomedia Verlag mit Eline Derksen, Sara Kreipe und Peter Hinze.© WFG | MARKUS VAN OFFERN

Mit dem Neomedia Verlag, als Kooperationspartner wurde eine Landingpage, die sich als Schnittstelle zwischen Unternehmen und potenziellen Rückkehrern versteht, eigens für die Fachkräfteinitiative entwickelt. Auch ein lokales Netzwerk für Arbeitgeber aller Branchen wurde gegründet, in dem derzeit über 30 Arbeitgeber vereint sind. Im Netzwerk können die Mitglieder sich vielfältige Vorteile sichern; von Wahrnehmung und Sichtbarkeit bis hin zu exklusiven Veranstaltungen.

Bürgermeister Hinze wirbt für Netzwerk

„Je mehr Arbeitgeber Mitglied in diesem Netzwerk sind, desto stärker können wir auch als Wirtschaftsstandort strahlen“, erklärt Bürgermeister Peter Hinze, und Sara Kreipe ergänzt: „Dies gilt auch für den Erfolg der Fachkräfteinitiative. Sie funktioniert nur dann, wenn möglichst viele Arbeitgeber mit an Bord sind und sich in ihr wiederfinden können. Denn es ist das Gesamtpaket aus Top-Arbeitgebern verschiedenster Branchen und lebenswertem Standort, mit dem wir nicht nur die rückkehrenden Fachkräfte, sondern auch ihre Partnerinnen, Partner und Familien überzeugen können.“

Auftaktveranstaltung in der Societät

Den Startschuss der Initiative gab die Auftaktveranstaltung mit rund 60 Unternehmen in der Societät. Den Arbeitgebern und weiteren Interessierten gab Kooperationspartner Yannick Schäfer während des Events Einblicke, wie eine überregionale Fachkräftekampagne gelingen kann.

Arbeitgeber kamen selbst zu Wort

Schließlich kamen die Arbeitgeber auch selbst zu Wort: In einer Talkrunde berichteten Geschäftsführer Jordi Queralt von H. von Gimborn GmbH, Geschäftsführer Jens-Uwe Pietzsch von Hydronik GmbH und Geschäftsführer Wim Bekker von Bekker Transporte & Logistik GmbH Ideen, Visionen und Erfahrungen aus ihrem Alltag.

Gezielte Marketingmaßnahmen

Die Kampagne läuft bis Ende 2024 und nimmt überregional Standortinteressierte, Bewerber und besonders Rückkehrer mit abgeschlossener Ausbildung oder Studium zwischen circa 25 und 45 Jahren in den Blick. Rund um Ostern und Weihnachten oder zu Schützenfesten werden gezielte Marketingmaßnahmen eingesetzt. Kreipe: „Zu dieser Zeit sind vermutlich viele Menschen auf Heimatbesuch und fühlen sich im besten Fall direkt vor Ort von der Kampagnenbotschaft angesprochen.“

Alle Infos zur Initiative und gute Gründe für die Rückkehr nach Emmerich gibt es auf: www.homecoming-emmerich.de.