Er ist spät dran an diesem Morgen. Die Senioren sitzen schon. Im Halbkreis haben sie sich positioniert, blicken gespannt gen Kreuz und Kerze und warten. Sie warten auf ihren Kurt, der dort in der nächsten halben Stunde eine kleine, aber feine Wortgottesdienstfeier halten wird. Mit Lesung und Fürbitten, mit Gesang und Hostie. Eben mit allem, was für die Gäste der Tagespflege St. Vinzenz für ihre wöchentliche Dosis Kirche dazugehört.
Kurt Kaster, 70 Jahre alt aus Emmerich, macht das ehrenamtlich. Vor allem macht er es aber gern. „Ich bin ein sehr gläubiger Mensch und freue mich, wenn ich anderen Menschen, die nicht mehr aus eigener Kraft in die Kirche gehen können, das Wort Gottes näherbringen kann“, sagt er.
Ausbildung zum Leiter für Wortgottesdienstfeiern beim Katholischen Bildungswerk
Und das bereits seit einem Jahr. Damals hat er seine Ausbildung zum Leiter für Wortgottesdienstfeiern beim Katholischen Bildungswerk abgeschlossen. Seitdem feiert er in der Tagespflege St. Vinzenz Woche für Woche Wortgottesdienste. In den geraden Wochen am Montagmorgen und in den ungeraden am Donnerstagmorgen.
Pflegedienstleitung freut sich über Engagement des Emmerichers

„So haben die meisten Gäste Gelegenheit, daran teilzunehmen“, sagt auch Pflegedienstleisterin Jennifer van Holt. Sie ist über das freiwillige Engagement des Emmerichers froh und dankbar zugleich. „Kurt ist ein Gewinn – nicht nur für uns, sondern auch für unsere Gäste. Er bietet ihnen wöchentlich ein Angebot, das wir mit unserer Profession so nicht leisten können. Ein Angebot, das bei den Senioren äußerst gefragt ist. Fast alle nehmen daran teil.“
Der Weg zur Wohlfahrt war für den hochgewachsenen Mann, der verheiratet, Vater eines erwachsenen Sohnes und Großvater von fünf Enkelkindern ist, kein Zufall. „Im Gegenteil, ich habe mich bewusst für mein Ehrenamt bei der Caritas entschieden“, sagt Kurt Kaster. Der Dienst am Nächsten, nicht um unbedingt Geld zu verdienen, sei schon immer sein Ansporn gewesen. „Mir geht es um das Miteinander und um die Liebe für den anderen“, sagt er.
Zehn Jahre in der Kolpingfamilie Emmerich aktiv
Freiwillig engagiert im Dunstkreis der Kirche war Kurt Kaster eigentlich schon immer. Als Kind war er Messdiener, später wurde er Lektor. „Von 1990 bis 2000 war ich zudem zehn Jahre lang bei der Kolpingfamilie in Emmerich aktiv“, berichtet Kurt Kaster.
Aus Glaubens-, vor allem aber aus gesundheitlichen Gründen zog er sich dann zurück. Später, als es ihm wieder besser ging, fing er beim Mahlzeitendienst „Essen auf Rädern“ der Caritas an. Als dieser in private Hände abgegeben wurde, blieb er dem Wohlfahrtsverband treu und wechselte zur Tagespflege St. Vinzenz. „Dort bin ich seit der Eröffnung im Jahr 2020 für drei Stunden in der Woche als Hausmeister tätig. Ich kümmere mich dort um alles, was anfällt – von der Pflege der Blumen bis hin zu kleineren Reparaturen.“
Und natürlich um den Wortgottesdienst – seine Leidenschaft. An diesem Morgen begrüßt Kurt Kaster, gekleidet in einer weißen Albe, alle Gäste persönlich. Er verteilt das Gotteslob. „Wir singen heute Lied Nummer 786. Heiliger Geist, o Tröster mein.“
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Wer sich freiwillig engagieren möchte, kann das bei der Caritas Kleve gerne tun. So werden unter anderem helfende Hände im Beratungszentrum in Emmerich und Goch gesucht. Heike Lippe von den Seniorenreisen sucht immer mal wieder Reisebegleiter und auch in den Offenen Ganztagsschulen der Caritas in Kleve, Bedburg-Hau, Uedem und Rees gibt es genug zu tun.
Eine Übersicht über alle Angebote gibt es auf der Ehrenamtsbörse der Caritas Kleve. Ehrenamtskoordinatorin Alexandra Daubner vermittelt aber auch gerne in andere Einrichtungen und Dienste. Sie ist unter 02821/7209-160 oder gemeindecaritas@caritas-kleve.de zu erreichen.


