Firmengeschichte

Ausstellung über Firma Oldenkott

Tina Oostendorp (li.) und Eila Braam haben die Ausstellung über die  Tabak- und Zigarrenfabrik Oldenkott konzipiert.

Tina Oostendorp (li.) und Eila Braam haben die Ausstellung über die Tabak- und Zigarrenfabrik Oldenkott konzipiert.

Foto: WAZ FotoPool

Rees.   Die Tabak- und Zigarrenfabrik Oldenkott war einst der größte Arbeitgeber in der Rheinstadt.

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Porschebesitzer Peter Alex Kersten frotzelte gern, wenn die Morgenstern-Hübners mit ihrem bescheidenen Vehikel vorfuhren. Der letzte Inhaber der Firma Oldenkott fuhr bekanntlich nicht nur privat einen Porsche, sondern nahm mit seinem Sportwagen auch regelmäßig an Rennen teil. Bei einem ihrer Besuche in der Firma überreichte Kersten dem Ehepaar, sicherlich mit einem Schmunzeln, einen Spielzeugporsche – aus Holz und orangerot lackiert. „Entstanden in der hauseigenen Werkstatt von Oldenkott“, hat Archivarin Tina Oostendorp von dem Ehepaar erfahren, das viele Jahre lang mit den grafischen Arbeiten für die Reeser Firma betraut war. Derzeit ist eine neue geschichtliche Ausstellung in Vorbereitung, die Ende November im Museum Koenraad Bosman unter dem Titel „Damals... Vor 175 Jahren in Rees Tabak- und Zigarrenfabrik Oldenkott“ eröffnet werden soll.

November 1938

Den Anstoß zur Ausstellung gab indirekt Oldenkott-Sammler Marcel Koblitz. Der Reeser hat inzwischen derart viele Exponate und Dokumente rund um die Firma erstanden und ersteigert, dass er bei der Verwaltung vor geraumer Zeit nachfragte, ob man diese nicht mal ausstellen könne. „Was uns nach einem Aufhänger suchen ließ, der schnell mit der Gründung der ‘Firma Oldenkott Rees’ – nach dem Erwerb einer Filiale der Firma Heinrich Oldenkott sen. & Co in Elten – im November 1838 gefunden war.“

Zeichnungen für die Kataloge

Längst haben die beiden Ausstellungs-Macherinnen Tina Oostendorp und Eila Braam zahlreiche Exponate zusammengetragen. Die ersten Kontakte zu Sammlern und Nachfahren führten dazu, dass die beiden immer mehr Leute kennenlernten, die in irgendeinem Bezug zu Oldenkott stehen: ehemalige Mitarbeiter, ein frühere Betriebsleiter und nicht zuletzt auch das Grafiker-Ehepaar aus Essen, das bis zum Ende der Oldenkott-Ära in Rees die Pfeifen für die Kataloge zeichnete, Zigarettenschachteln und Tabakdosen entwarf.

Alle Exponate sind in die Jahre gekommen, für die Ausstellungsbesucher aber sicher neu: das Pfeifenreinigungs-Set zum Beispiel, in einem Kästchen aus tropischem Holz gelagert und mit tabakbrauner Seide ausgeschlagen. Oder der etwas zehnminütige Werbefilm über die Firma, der nach dem Tod des Autors niemals gezeigt wurde. „Wir können also quasi mit einer Uraufführung aufwarten“, freut Eila Braam. Auch gibt es Einblicke in die alten Werbebroschüren, die blumig beschreiben, wie man eine Pfeife pflegt oder einraucht. Natürlich werden auch die Sammelalben gezeigt, in die die Sammler die Bildchen klebten, die sie mit den Oldenkott-Produkten erwarben. Titel solcher Alben lauten beispielsweise „Deutschland braucht Kolonien“, „Orden und Ehrenzeichen im 1. Weltkrieg“ sowie „Fliegende Untertassen“.

Aufgerollt wird die Geschichte der Firma in der Ausstellung anhand der vier Standorte, die sie im Laufe ihrer Geschichte in Rees hatte: Wasser- und Weseler Straße, Melatenweg, alte Schule Esserden. 40 Tafeln werden im Museum Einblicke in die Unternehmensgeschichte, in die Arbeit im Betrieb, in die Produkte und Werbeartikel geben.

Apropos Werbung: Gezeigt werden eine Reihe von Kiepenkerlen, den ganz frühen Werbeträger der Firma. Oldenkott stiftete übrigens auch die Kiepenkerl-Statue in der Flora. Das war 1963 zum 125-jährigen Betriebsjubiläum des zeitweise größten Arbeitgebers der Stadt

Eröffnet wird die stadtgeschichtliche Ausstellung im Museum Koenraad Bosman am Sonntag, 24. November, 11.30 Uhr.

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