Theater in Rees

„Berliner Compagnie“ begeisterte das Reeser Publikum

Foto: Thorsten Lindekamp

Rees.   Die „Berliner Compagnie“ wirbelte durchs Reeser Bürgerhaus mit ihrem Stück „So heiß gegessen wie gekocht – Klimakatastrophe mit Musik“.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Am Samstagabend wirbelte die Berliner Compagnie durchs Reeser Bürgerhaus mit ihrem Stück „So heiß gegessen wie gekocht – Klimakatastrophe mit Musik“. Das Publikum erlebte die Geschichte einer kleinen Gaststätte.

So viele Informationen, so viele Möglichkeiten und so viele Hindernisse. Die Besetzung schaffte es im Stück von Helma Fries, die verschiedenen Thematiken dramatisch und überaus realistisch zu verknüpfen, dabei spannend und lebensnah zu bleiben und nahm in keiner Weise ein Blatt vor den Mund.

Dabei fehlte es den Texten, Liedern und Darstellungen nie an Professionalität und dem dazugehörigen Sachwissen. Ein spannender Abend mit den sechs schrägen Charakteren, die gegen den angeblich grünen Stromkonzern und das neue Kohlekraftwerk kämpften. Bis zum Ende blieb es spannend, jede Hürde wurde zum Kampf, jede Not zum Problem und Geld regiert bekanntlich die Welt.

„Es ist eine Herausforderung“

Doch das Motto des Kochs Wolfgang (Dimo Wendt) übernahm am Ende auch das Publikum: „Es ist eine Herausforderung!“ Elke Schuster, als besorgte und teils naive Wirtin, repräsentierte den Wunsch um Sicherheit und Beständigkeit und lief so schnell Gefahr, die Probleme zu übersehen, schön zu reden und wegzudenken.

Tochter und Kellnerin Doris (Natascha Menzel) überzeugte ihre Arbeitskollegen und Familie, sowie die Gäste in den Zuschauerreihen durch stichfeste Argumente, klare Beweise und viel Durchhaltevermögen. Rondo Beat spielte den afrikanischen Einwanderer Ibrahim.

Durch ihn machte das Stück deutlich, wo Klimawandel anfängt und wie wir gleichzeitig meinen, zu helfen und doch mit dem Finger auf vermeintliche Bösewichte zeigen, die wir selbst in diese Rolle zwängten.

„Bleiben Sie nicht lokal, denken Sie international, denn Klima ist global!“, forderten die Künstler. Doch wo kann man selber helfen? Wer ist mein Freund und wer mein Feind? Macht Kleinvieh auch Mist und ist der Mist wichtig?

Den Energiewandel gemeinsam erarbeiten

Das Stück zeigte deutlich das zweischneidige Schwert, prangerte vorgetäuschtes Handeln an und stellte klar: Jeder kann etwas tun, aber nur gemeinsam sind wir stark. Wenn wir wirklich was erreichen wollen und uns nicht verrennen möchten, müssen wir den Energiewandel gemeinsam erarbeiten und uns nicht gegenseitig darin behindern.

Möglich gemacht hatte die Flüchtlingsinitiative Fremde werden Freunde e.V. diesen lehrreichen Abend.

Durch Unterstützungen wie von der SL Naturenergie Stiftung, der evang. und kath. Kirche, sowie der Stadt Rees, der Stadtsparkasse Rhein-Maas, den Stadtwerken Rees und weiteren konnte die Veranstaltung preiswert gestaltet werden.

Wer selbst seinen Teil zum Klima beitragen möchte kann sich vielseitig informieren auf www.berlinercompagnie.de, beim Verein Fremde werden Freunde e.V. www.willkommendskultur-niederrhein.de/fremde-werden-freunde/ oder auf der Veranstaltung „Bangladesch – ein Land im Wandel“ am 15.05.2018 im Hotel Goldener Löwe in Kevelaer.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben