Sanierung

Die Rheinbrücke Emmerich wird im Januar zweimal gesperrt

200 Hängeseile der Rheinbrücke müssen getauscht werden. Pro Seil fallen bis zu drei Arbeitstage an, sagt Ingenieur Stephan Huth, der hier an eben jenen Hängerseilen steht.

200 Hängeseile der Rheinbrücke müssen getauscht werden. Pro Seil fallen bis zu drei Arbeitstage an, sagt Ingenieur Stephan Huth, der hier an eben jenen Hängerseilen steht.

Foto: Creon

Emmerich/Kleve.   Die Rheinbrücke Emmerich wird für fast 30 Mio. Euro saniert. Zwei Fahrstreifen bleiben nutzbar. Im Januar sind zwei Vollsperrungen geplant.

Sie ist nicht nur ein markantes Bauwerk des Niederrheins, sondern auch ein wichtiger Verkehrsweg: Fast 17.000 Fahrzeuge nutzen sie täglich. Und das bereits seit mehr als 50 Jahren. Es wird daher Zeit: Die Rheinbrücke Emmerich wird saniert „und wieder auf den neuesten Stand der Technik gebracht, damit wir noch lange etwas von ihr haben“, sagt Dipl.-Ingenieur Stephan Huth, Projektleiter Brückenbau beim Landesbetrieb Straßen NRW.

Fast 30 Millionen Euro kosten die Sanierungsarbeiten, die sich in zwei Phasen über vier Jahre erstrecken werden. Im Januar geht es los – zumindest mit der Einrichtung der Baustelle. „Was sicherlich auch knapp zwei Monate dauern wird“, schätzt der verantwortliche Projektleiter.

200 Hängeseile werden ausgetauscht

Die Sanierungsarbeiten erfolgen an der Strombrücke, also dem Teil der Brücke, der direkt über den Rhein geht. Etwa 800 Meter lang ist der Abschnitt und hat eine Gesamtbrückenfläche von 17.505 Quadratmeter.

200 Hängeseile, also jene Streben, die senkrecht von der Brückenfläche nach oben zu den Tragseilen verlaufen, müssen komplett ausgetauscht werden. Zudem wird eben der Korrosionsschutz der Tragseile wieder Instand gesetzt und auch der Korrosionsschutz der Pylone erneuert – und zwar Innen wie auch Außen.

18 Millionen Euro wird dieser erste Teil der Sanierung kosten, der etwa zwei Jahre dauern wird. In einem nächsten, zweijährigen Sanierungsabschnitt, der etwa zehn Millionen Euro kosten soll, sind die Erneuerung der Fahrbahnbeläge, der Rad- und Gehwegbeläge sowie die weiteren Instandsetzungsarbeiten geplant. Ebenso werden die Geländer Instand gesetzt und für mehr Stabilität der Brücke gesorgt.

Die Pylone werden eingerüstet

Ab Januar wird nun zunächst die Baustelle eingerichtet. Vereinzelt werden die Hängerseile eingerüstet – hier kann immer nur an zwei Seilen gleichzeitig gearbeitet werden – und auch die zwei Pylone werden mit einem Gerüst versehen. Allerdings die Einhausung der Pylone nur halbseitig – also quasi nur in eine Fahrtrichtung geschehen.

Doch gerade das habe es in sich, wie der Ingenieur verrät. „Damit durch die Arbeiten an den Pylonen keine Teile auf die Fahrbahn fallen, werden auf Höhe der Pylone Schutzdächer über die Fahrbahn gespannt“, so Huth.

Wann ist die Rheinbrücke gesperrt?

Und das braucht Zeit und erfordert aufwendige Arbeiten. So wird eines unumgänglich werden: eine Vollsperrung der Rheinbrücke. Eine erste ist voraussichtlich von Freitagabend bis Montagmorgen, 18 bis 21. Januar, geplant und eine zweite von Freitagabend bis Montagmorgen, 25. bis 28. Januar. Eventuell werden noch maximal zwei Sperrung zum Abbau der Gerüste und des Schutzdaches an den Pylonen folgen.

Interessant für Fußgänger und Radfahrer: Sie dürfen die Brücke während der Vollsperrung nutzen. Müssen aber eventuell mit kurzen Wartezeiten rechnen, falls gerade mit einem großen Teil auf der Brücke rangiert werden muss.

Als nächstes ist die Reeser Brücke dran

Bauarbeiten brauchen bekanntlich auch Platz. Und der ist auf der Rheinbrücke rar. Das Gute: Der Verkehr zwischen Emmerich und Kleve kann weiterhin auf zwei, wenn auch verlegten Fahrbahnen durch die Hinzunahme der Mehrzweckstreifen fließen.

Mit der Sanierung der Rheinbrücke wird im Übrigen nun ein Reigen an Arbeiten an den Brücken begonnen. Sind die Arbeiten beider Sanierungsphasen an der Rheinbrücke fertig, kann an der Rheinbrücke in Rees gestartet werden.

>>> BAUDENKMAL NUMMER 101 DER STADT KLEVE

Die Emmericher Rheinbrücke, die als Golden Gate vom Niederrhein gilt, wird als Baudenkmal mit der Nummer 101 der Stadt Kleve geführt. Die Sanierung muss unter denkmalschutz-technischen Voraussetzungen ablaufen. So darf die Rheinbrücke nach der ersten Sanierungsphase, die bis Ende 2020 dauern wird, auch nur wieder in dem bekannten Rot erstrahlen. So will es der Denkmalschutz.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben