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Ein Meister des Tees aus Anholt

Niklas Schmeink mag’s nicht nur heiß. Gerade weißer Tee, verfeinert mit Holunderblütensirup und Eiswürfeln, lässt sich auch als Eistee genießen.

Niklas Schmeink mag’s nicht nur heiß. Gerade weißer Tee, verfeinert mit Holunderblütensirup und Eiswürfeln, lässt sich auch als Eistee genießen.

Foto: Funke Foto Services

Anholt.   Niklas Schmeink (26) hat seine Ausbildung zum TeaMaster Silber mit Auszeichnung bestanden. Seit Jahren liebt der Anholter das Getränk heiß und innig.

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An seine erste Tasse Tee erinnert sich Niklas Schmeink noch genau. Auf Borkum hat er sie getrunken. Mit neun Jahren. Es war ein schwarzer Tee – mit ganz viel Zucker. „Geschmeckt hat diese Tasse Tee nicht“, sagt der 26-Jährige und lacht. Heute weiß er warum. Kein frisches Wasser, zu lange gezogen und dann noch einen Teebeutel benutzt. Alles Todsünden – zumindest für einen echten Teeliebhaber wie ihn. Oder besser: Tee-Experten. Denn der 26-Jährige hat erst kürzlich seine Ausbildung zum TeaMaster Silber bestanden – und zwar mit Auszeichnung.

Vor allem die Gäste der Wasserburg Anholt kommen nun in den Genuss, Schmeink bei seiner Passion zu erleben: dem Zubereiten eines perfekten Tees. Denn in der Gastronomie von Anholts fürstlichem Prunkstück arbeitet Schmeink bereits seit zehn Jahren. Jeder Auszubildende zur Restaurantfachkraft nimmt an einem Tee-Grundkurs teil, den der Teehersteller Ronnefeldt anbietet. Erste Kenntnisse werden hier vermittelt. Für Tee-Liebhaber wie Niklas Schmeink war das schon fast überflüssig. Denn Tee als Getränk fasziniert ihn nicht er seit der Ausbildung. Die Leidenschaft nutzte auch sein Chef und ermöglichte ihm die Weiterbildung zum TeaMaster Silber. Diese wird ebenfalls von dem Frankfurter Unternehmen Ronnefeldt angeboten. Und das benötigt einiges an Vorbereitung – so zum Beispiel literweise Tee zu trinken.

Ein Espresso und drei Kannen Tee

Für Schmeink kein Problem. „Ich trinke zwar einen Espresso am Tag, aber ansonsten gern drei Kannen Tee“, so der 26-Jährige. Doch nur pures Teetrinken war nicht angesagt. „In einer Blindverkostung mussten schließlich 30 Teesorten erkannt werden.“ Nur so viel: Niklas Schmeink hat alle Teesorten erkannt. Und auch den 100 Fragen umfassenden Test hat er bravourös gemeistert. Der Anholter kann nun zudem die Teesorten voneinander unterscheiden und sie anhand von Blattstruktur, Tassenfarbe und Aufgussaroma ihrem Ursprungsland, der entsprechenden Region und Erntezeit zuzuordnen. Mehr noch: Schmeink weiß für das Heißgetränk zu begeistern. Gekonnt zelebriert er die Zubereitung zum Beispiel mit einem Gaiwan, der im asiatischen Raum genutzt wird. Doch genauso gut lässt er das frisch aufgegossene Getränk auch gern mal durch seine britische Silberkanne aus dem 19. Jahrhundert fließen. Der Meister des Tees gibt auch Ratschläge für die Zubereitung. „Frisches Wasser ist sehr wichtig. Ruhig den Hahn ein wenig laufen lassen“, erklärt er. Auch die Temperatur des Wassers sollte auf die jeweilige Sorte abgestimmt sein. Und bitte keinen Beuteltee verwenden und den Tee zu lange ziehen lassen. Ob es nun Milch oder Zucker im Tee sein darf, „ist Geschmackssache“. Doch bitte niemals Zitronensaft. „Die Säure zerstört die ganze Schönheit des Tees“. Am liebsten trinkt Schmeink selbst gern Darjeeling, doch auch die Kreation eigener Mischungen sind eine Passion.

Wer wie Schmeink den Titel TeaMaster Silber mit Auszeichnung hat, darf sich auch am TeaMaster Gold versuchen. Diesen geht der Anholter im nächsten Jahr an. Eine Woche dauert die Ausbildung und beinhaltet den Besuch verschiedener Teeplantagen und -produktionen des staatlichen Teeforschungsinstitutes sowie einer Tee-Auktion. Wo? Im Tee-Ursprungsland Sri Lanka.

Übrigens: Weltweit gibt es 300 TeaMaster aus der Akademie Ronnefeldt. Bislang haben etwa 40 erst die Anstecknadel in Gold.

Die Teesorten der Marke Ronnefeldt werden im Romantik Parkhotel Wasserburg Anholt schon seit Jahrzehnten kredenzt – und das nicht nur zum Frühstück. Besonders beliebt ist mittlerweile die Tea Time auf der Wasserburg Anholt. Auch in diesem Jahr hält die Gastronomie noch drei Termine bereit, an denen eine Tea Time zelebriert wird. Natürlich auch mit dem Tee-Experten des Hauses, Niklas Schmeink.

Die Tea Time auf der Wasserburg findet am 16. Oktober sowie am 4. und 11. Dezember statt. In der Zeit von 15 bis 17 Uhr wird dabei nicht nur eine große Auswahl an Tee serviert, sondern auch ein Glas Sekt, Sandwiches und süße Kleinigkeiten. Ein wenig britisch eben. Zudem gibt es sicherlich auch den ein oder anderen Tipp von Niklas Schmeink, was die eigene Teezubereitung daheim angeht. Der Preis für die Tea Time beträgt 25 Euro pro Person. Mehr Informationen gibt es auch im Internet unter www.schloss-anholt.de nachzulesen.

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