„Gebt mir ein Museum, und ich werde es füllen“, soll Künstler Pablo Picasso einst gesagt haben. „Und diesen Satz, nehm’ ich gern auf“, erklärt Raimund Seidl. Der Künstler und Grafiker aus Graz ist nach Emmerich gekommen. Und hat dabei allerhand im Gepäck, um vier Monate lang das PAN mit Kunst zu füllen.

Vom 5. Mai bis 3. September wird im Kunstforum an der Agnetenstraße unter dem Motto „Eine Stadt ist Kunst“ das Art-Festival 2023 der Art-Factory Graz 147 internationale Künstler zeigen. Kunstfreunde können sich auf über 400 Gemälde, Installationen und Skulpturen freuen. Gezeigt wird das Ganze innerhalb von vier Themenausstellungen.

Große Eröffnung der zwei aktuellen Ausstellungen

Eröffnet wird das Art-Festival 2023 am Donnerstagabend. Zu sehen sind dann – hauptsächlich – Werke unter dem Titel „Masterpieces of Art“ und „Anime senza Voce“. Dies sind die ersten beiden Themenausstellungen. „Einige Werke aus den anderen beiden Ausstellungen, die erst später komplett zu sehen sind, hängen aber auch bereits. So kann jeder Besucher schon jetzt einen umfassenden Eindruck bekommen“, erklärt der Österreicher.

Dessen Dank gilt vor allem auch Christiane van Haaren. „Bei der Kuratorin des Hauses möchte ich mich wirklich bedanken“. Denn sie und ihr Team machten es überhaupt erst möglich, das Festival aus über 1000 Kilometer Entfernung zu organisieren.

Festival zieht sich nicht durch die ganze Stadt

Ganz schön bunt und vielfältig präsentiert sich das Art-Festival im PAN in Emmerich.
Ganz schön bunt und vielfältig präsentiert sich das Art-Festival im PAN in Emmerich.© FUNKE Foto Services | Thorsten Lindekamp

Auch wenn Seidl dabei einige Abstriche in Kauf nehmen musste. Den eigentlich war geplant, das Festival über die ganze Stadt zu verteilen. Aber dieses Vorhaben konnte aus verschiedenen Gründen nicht umgesetzt werden.

Sei’s drum – denn das, was im PAN geboten wird, kann sich durchaus sehen lassen. 256 Künstler hatte sich für eine Teilnahme am Art-Festival beworben. Ausgewählt wurden 147. „Da ist für jeden etwas dabei“, verspricht Seidl. In der Tat. Die aktuelle Schau bietet einen vielfältigen Überblick verschiedenster Formen der Kunst samt interessanter Techniken.

100 Kilogramm schwere Kunstwerke geschaffen

So wie etwa jene, die Raimund Seidl selbst nutzt. Eines seiner Werke ist direkt am Eingang der Ausstellung zu sehen und zeigt das Brandenburger Tor. Was vielleicht nicht jeder sofort vermutet: Das Bild ist gut 100 Kilo schwer. Das hat auch einen besonderen Grund: Seidl arbeitet Naturmaterialien in seine Werke ein. Aus österreichischer Erde, Sand und Steinen hat er mit gleichen Materialien aus anderen Ländern und bunten Farben seine großformatigen Kunstwerke unter dem Titel „Colors of Europe“ entstehen lassen.

Ebenso ein Hingucker in der Schau, die im Übrigen im Erd- und Untergeschoss zu sehen ist, sind die Arbeiten von Petra Lehmann. Sie hat Zeichnungen gefertigt. Und diese als Drucke auf Stoff gebracht. Und diese auf Schaukästen gespannt, die dann mittels LED-Beleuchtung zum Leben erweckt werden. Durch das Licht treten knallige Farben, starke Kontraste und detailreiche Strukturen hervor.

Ernste Themen in den Schauen angesprochen

Verschiedene Techniken werden gezeigt.
Verschiedene Techniken werden gezeigt.© FUNKE Foto Services | Thorsten Lindekamp

Es wird ein 3-D-Effekt hervorgebracht, der fasziniert. Ihr Thema ist die Verletzlichkeit von Tier und Mensch. „Save the World“ heißt dieser Ausstellungsblock, in der nicht nur Kunst zum Thema Arten-Klima-Umweltschutz, sondern auch preisgekrönte Videodokumentationen aus den Terra Mater-Studios zu sehen sein werden.

Ein weiteren, ernsteren Themenkomplex greift das italienische Kunstprojekt „Anime senza voce“ (Seelen ohne Stimme) auf: Es wendet sich gegen Kindesmissbrauch und besteht aus Arbeiten von über 60 internationalen Künstlern. Zu dieser Ausstellung wird im Sommer auch eine gemeinnützige Motorrad-Organisation nach Emmerich anreisen, um auf das Thema aufmerksam zu machen.

Kunstwerke im PAN können gekauft werden

Vielfältige Exponate können bestaunt – und gekauft werden.
Vielfältige Exponate können bestaunt – und gekauft werden.© FUNKE Foto Services | Thorsten Lindekamp

Einen kompletten Überblick über die Werke des Art-Festivals wird im Katalog gegeben. Diesen gibt es für 24 Euro im Museum zu kaufen. An jedem Kunstwerk befindet sich im Übrigen auch ein QR-Code. Mittels diesem gelangt man auf einen Online-Shop. „Eigentlich fast jedes Kunstwerk kann nämlich gekauft werden“, so Seidl.

Dieser macht auch kein Geheimnis, dass er das Art-Festival gern regelmäßig in Emmerich organisieren würde. „Vielleicht alle zwei Jahre“, denkt er schon mal an die Zukunft.

>>> Veranstaltungen zum Festival

Am Donnerstag, 4. Mai, wird das Art-Festival um 17 Uhr im PAN eröffnet. Für Musik sorgt dann Gudrun Edelkötter (Violine). Am 5. Mai liest um 19 Uhr Claudia Rossbacher in der Stadtbücherei Emmerich. Am 21. Mai nimmt das Art-Festival an den internationalen Museumstagen teil. Am 6. Juli werden dann die Themenschauen „Save the world“ und „Colors of Europe“ eröffnet. Die Finissage des Festivals ist am 3. September.

Das PAN hat donnerstags bis sonntags jeweils von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Eintrittspreise: 12 Euro (Erwachsene), 5 Euro (ermäßigt), Familien 20 Euro (zwei Erwachsene, zwei Kinder).