Rechtsextremismus

Emmerich: AfD distanziert sich nicht von Stefanie van Laak

Christopher Gietmann kandidiert für die AfD um das Bürgermeisteramt in Emmerich. Er unterstützt NRW stellt sich quer. Auch er hat sich nicht von Stefanie van Laak distanziert.

Christopher Gietmann kandidiert für die AfD um das Bürgermeisteramt in Emmerich. Er unterstützt NRW stellt sich quer. Auch er hat sich nicht von Stefanie van Laak distanziert.

Foto: Judith Michaelis / FUNKE Foto Services

Emmerich.  Staatsschutz zeigt Interesse an den rechtsextremen Tendenzen der AfD in Emmerich. Keine Abgrenzung von Stefanie van Laak bei führenden Köpfen.

Wehret den Anfängen. Dieses Zitat des Dichters Ovid wird häufig verwendet, um frühzeitig auf rechtsextreme Tendenzen in der Gesellschaft zu verweisen. Vielleicht wäre gerade passender: Emmerich, pass auf! Wie Bürgermeister Peter Hinze im Rat kurz und knapp bestätigte, hat der Staatsschutz sich bei ihm gemeldet. Mehr sei er nicht befugt zu sagen. Aber es war klar, dass es um die AfD ging. Manfred Mölders (SPD) Nachfrage zielte auf dieses Thema ab.

Inzwischen ist mehr als deutlich, dass AfD-Ratskandidatin Stefanie van Laak als Bindeglied zwischen gemäßigten Rechten und Rechtsradikalen aktiv ist. Dies bestätigt das 2000 gegründete Bündnis Essen stellt sich quer, dem auch DGB, SPD, Grüne, Linke und mehr angehören.

Bestens vernetzt mit der rechtsextremen Szene

Max Adelmann, bis Dezember Sprecher der Gruppe und häufiger als Redner gefragt, erklärt, van Laak sei „seit längerem am äußersten rechten Rand aktiv und hat einen durchaus überregionalen Bekanntheitsgrad, weswegen sie auch von mir in Vorträgen über die extrem rechte Mischszene in NRW konkret benannt wird“. Er liefert etliche Beweise, Verweise auf Fotos, Videos, Aussagen. Sie sei mit der „Crème de la Crème der rechtsextremen Szene“ bestens vernetzt, so Adelmann.

Damit wird aber nur zementiert, was bekannt war. Aber wie ist die Rolle anderer AfD-Politiker in Emmerich und im Kreis Kleve einzuordnen? Christoph Kukulies, Sprecher des AfD-Stadtverbandes Emmerich, erklärte, ihm sei van Laak bisher nicht als rechtsextrem aufgefallen und er kenne auch die Facebook-Seite von NRW stellt sich quer (NSSQ) nicht. Es fällt schwer das zu glauben. Kukulies ist seit Dezember 2019 Mitglied der internen Gruppe „NRW Quer Backup“ – Administratorin ist „Steff Charlotte“, wie van Laak auf Facebook heißt.

Führende AfD-Köpfe zeigen ihr Gesicht

Ingo Peters, stellvertretender Sprecher AfD-Stadtverband Emmerich, und Kai Habicht, Kreistagsmitglied der AfD Kleve, sind Mitglieder der Facebook-Gruppe von NSSQ; auch hier ist van Laak Administratorin. Christopher Gietmann, AfD-Bürgermeisterkandidat in Emmerich, teilte am 6. und am 10. August öffentlich die FB-Gruppe NRW stellt sich quer. Niemand macht auch nur ansatzweise den Versuch, sich von van Laak zu distanzieren. Im Gegenteil.

Der rechtsfrei wirkende Raum im unübersichtlichen sozialen Netzwerk wird gerne von den Aktiven der rechten Szene genutzt. Auch in der Gruppe „Emmericher Politik“ nehmen AfDler kein Blatt vor den Mund. Die SPD wird von Ingo Peters als rotfaschistische Partei bezeichnet. Die SPD-Mitglieder erachtet Christopher Gietmann als rote Denunzianten.

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