Hochbegabtenförderung

Emmericher Gymnasium bekommt den Deutschen IQ-Preis

Nils Wegner, Cem Aker, Berno Kooj, Allegra Angenendt und Antonia Plenkers (alle in der Hochbegabtenförderung), Koordinator Jörg Brinkmann und Schulleiterin Inge Hieret-McKay (v.l.) freuen sich über den Deutschen IQ-Preis, den das Willibrord-Gymnasium Samstag verliehen bekommt.

Nils Wegner, Cem Aker, Berno Kooj, Allegra Angenendt und Antonia Plenkers (alle in der Hochbegabtenförderung), Koordinator Jörg Brinkmann und Schulleiterin Inge Hieret-McKay (v.l.) freuen sich über den Deutschen IQ-Preis, den das Willibrord-Gymnasium Samstag verliehen bekommt.

Foto: Klaus-Dieter Stade

Emmerich.   Emmericher Willibrord-Gymnasium bekommt als erste Schule überhaupt den Deutschen IQ-Preis in der Kategorie „Hochbegabtenförderung“ verliehen.

„Die Sendung mit der Maus“ hat ihn bekommen, Günther Jauch, Ranga Yogeshwar, Dieter Nuhr, auch Dr. Eckart von Hirschhausen – nun darf sich das Emmericher Willibrord-Gymnasium als erste Schule überhaupt über die Verleihung des Deutschen IQ-Preises des Vereins Mensa in Deutschland freuen. Am Samstag bekommt die Penne in Aachen den Preis in der Kategorie „Hochbegabtenförderung“ verliehen.

Die Schule hat Kulturwandel vollzogen

Schulleiterin Inge Hieret-McKay, als Engländerin eher fürs bescheidene „Understatement“ bekannt, spricht von „einer Krönung“ durch den IQ-Preis. Ein Sonderlob gelte dem koordinierenden Lehrer Jörg Brinkmann: „Ohne ihn, wäre das nicht möglich gewesen.“ Er habe vor zehn Jahren mit der Hochbegabtenförderung einen Kulturwandel eingeleitet, dessen Früchte heute geerntet werden können. Die Eltern unterstützen die Förderung, das Kollegium lebt es im Alltag mit und besonders in der Schülerschaft wird keiner mehr als „Streber“ verunglimpft, der begabt ist. Im Gegenteil. Dadurch, dass die Hochbegabten besondere Erfahrungen sammeln dürfen, wecke dies das Interesse der Mitschüler. Die Schüler fragten sogar nach, was sie leisten müssten, um gefördert zu werden und verbessern so ihre Noten, berichtet Jörg Brinkmann. Dieser strahlt über beide Backen: „Es ist phänomenal, dass wir gewonnen haben. Der IQ-Preis ist das i-Tüpfelchen der Entwicklung an unserer Schule. Damit kann man schon strunzen.“

Die Schüler sind glücklich über den Preis

Auch die Schüler, denen die Förderungs-Kultur am Gymnasium zugute kommt, sind glücklich über den Preis. Wie etwa die sprachlich begabte Antonia Plenkers aus der Q2, die schon ab Klasse 7 gefördert wurde und inzwischen im Frühstudium wichtige Erfahrungen sammeln kann. „Ich komme vom Dorf und fahre zur Uni. Da muss man dann erstmal mit der U-Bahn und so weiter zurecht kommen. Man lernt frühzeitig auf eigenen Beinen zu stehen.“

Schülerin forschte zum Thema Fingerabdrücke

Allegra Angenendt (Q2), die es in der Internationalen Biologie Olympiade in NRW unter die Top 25 geschafft hat, weiß die Förderung zu schätzen. „Man bekommt frühzeitig Einblicke in Themen, die wir sonst in der Schule nicht kennenlernen. Das hilft in der Berufsfindung.“ Angenendt konnte etwa in der Junior-Akademie zum Thema Forensik zur Verwesung und zu Fingerabdrücken forschen.

Intelligenz-Quotient von über 130 wird vorausgesetzt

Mensa in Deutschland ist ein etwa 15.000 Mitglieder starker Verein, der einen Intelligenz-Quotienten von über 130 für eine Mitgliedschaft voraussetzt. Selbst bewerben kann man sich um den Deutschen IQ-Preis nicht. Dr. Tanja Gabriele Baudson hat das Willibrord-Gymnasium vorgeschlagen. Sie doziert heute an der Universität Luxemburg, hat aber das Gymnasium in ihrer Zeit an der Uni Duisburg-Essen im Zuge der Hochbegabten-Förderungs-Kooperation bestens kennengelernt. Sie wird am Samstag auch per Video die Laudatio halten. Die Mitglieder stimmten über die Preisvergabe ab und votierten fürs Willibrord-Gymnasium, berichtet Brinkmann. Ein Geldgewinn ist mit dem Preis nicht verbunden, es gibt eine Urkunde und einen „vitrinentauglichen“ Preis.

>>>KOMMENTAR VON MARCO VIRGILLITO

Wer jetzt denkt, das Willibrord-Gymnasium sei eine elitäre Schule, die nur ihre Toptalente im Sinn hat: Nein, so ist es nicht. Der Ansatz ist ein anderer. Es geht den Pädagogen eben nicht nur darum, an den Schwächen der Schüler zu arbeiten und möglichst viele Schüler bis zum bestandenen Abitur zu begleiten. Sie haben auch Begabungen im Blick. Auch Hochbegabte, betont Inge Hieret-McKay, werden in der Gesellschaft als „anders“ wahrgenommen und leiden deshalb unter Ausgrenzungen. Nicht mehr am Willibrord-Gymnasium. Hier sind auch die Mitschüler stolz auf die Talente. Und deshalb ist dieser Preis auch verdient. Herzlichen Glückwunsch!

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben