Betrugsversuch

Gemeinde in Emmerich warnt vor gefälschten Mails von Pater

Symbolbild. In Emmerich kursieren gefälschte Bitt-Mails. Die Katholische Kirche warnt davor.

Symbolbild. In Emmerich kursieren gefälschte Bitt-Mails. Die Katholische Kirche warnt davor.

Foto: Ingo Otto

Emmerich.   Kirchengemeinde in Emmerich warnt vor falschen Bitt-Mails. Betrüger geben sich als früheren Emmericher Geistlichen aus, der nun in Not sei.

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Pater Thomas Vanderkunnel wirkte bis vor zweieinhalb Jahren als katholischer Geistlicher in Emmerich, doch jetzt soll er in schwerer Not sein: So ist es in Mails zu lesen, die derzeit für Aufregung in der katholischen Seelsorgeeinheit St. Christophorus/St. Johannes der Täufer in Emmerich kursieren. Denn in der Mail werden Gemeindemitglieder gebeten, Pater Thomas möglichst rasch 2580 Euro zu überweisen. "Alles falsch!" warnt jetzt die Gemeinde.

"Am Montag ist diese Bitt-Mail plötzlich bei uns aufgetaucht", berichtet Gabriele Debiel, Sprecherin der Seelsorgeeinheit. Die Mail sei in persönlichem Ton geschrieben mit Du-Anrede. Darin wird geschildert, der Pater habe angeblich in der Ukraine seine Tasche mit allen Dokumenten verloren und brauche nun dringend Geld, um die Ukraine wieder verlassen zu können: "Das Geld durch Western Union ist die beste möglichkeit. Ich muss unbedingt den nächsten Flug bekommen."

Eine Pfarrsekretärin habe die Mail wohl als erste in ihrem Postfach entdeckt. Sie sei misstrauisch geworden und hätte das zentrale Kirchenbüro in Emmerich informiert. Schnell sei dort klar gewesen, dass die Bitt-Mail eine Fälschung sei, berichtete Debiel.

Pater Thomas ist in Würzburg, nicht in der Ukraine

Wieviele Empfänger es gibt, wusste man bei der Gemeinde am Dienstag nicht abzuschätzen. Auch, ob es Geschädigte gibt, sei nicht bekannt, heiß es. Einige Kirchenbedienstete und -mitglieder hätten sich noch am Montag im Pfarrbüro gemeldet und erkundigt, was es mit dem Schreiben auf sich habe, sagte Debiel - sie erwiesen sich also nicht als leichtgläubig.

Auch Pater Thomas habe sich noch am Montag telefonisch bei seiner früheren Gemeinde in Emmerich gemeldet und die Behauptungen aus der Mail zurückgewiesen. Tatsächlich aber lebt Pater Thomas im Kovent seines Ordens in Würzburg. Die Mail habe er weder veranlasst noch kenne er den Absender.

Eine Form des Phishings

Beim Landeskriminalamt NRW in Düsseldorf kennt man diese Masche zur Genüge. "Das ist eine Form des Phishings", also Datendiebstahls, erklärte ein Sprecher auf Anfrage. Die Täter müssen den Mail-Account des Paters gehackt haben. Beim LKA rät man der Gemeinde, den Fall zur Anzeige zu bringen. Statistisch erfasst wird derartiger Mail-Betrug nicht. Aus Sicht der Täter handle es sich um "Massenware", sagte der Sprecher: "Wenn nur ein oder zwei Menschen tatsächlich Geld überweisen, hat sich das für die Kriminellen schon gelohnt".

Die Polizei warnt davor, derartige Schreiben zu beantworten und die Bitte nach Geld zu erfüllen. Eine in der Mail genannte Telefonnummer von Pater Thomas stellte sich unterdessen als falsch heraus. Gabriele Debiel: "Eine unserer Gemeindesekretärinnen hatte dort versucht anzurufen".

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