Konzert

Giora Feidmann ließ in Emmerich die Karinette „schluchzen“

Giora Feidmann

Giora Feidmann

Foto: Admin

Leegmeer.   Der Meister des Klezmer überbringt mit „Shalom chaverim“ musikalisch eine Fiedens-Botschaft. Auch das Deutschlandlied kam in seinem Konzert vor.

Sie lernten sich auf einer Kreuzfahrt mit der MS Europa im Jahre 2010 kennen. Bei einem gemeinsamen Konzert in der Europa Lounge entdeckten Giora Feidmann, der „Meister des Klezmer“, und die Münchener Gruppe Gitanes Blondes ihre großen Gemeinsamkeiten: Liebe zur Klezmermusik, zur Folklore aus aller Welt und eine große Improvisationsgabe.

Aus diesem Treffen erwuchs eine starke Partnerschaft mit vielen gemeinsamen Konzerten. Am Donnerstagabend erwarteten viele Interessenten die bekannten Musiker zu einem Konzert in der Heilig Geist Kirche – und es sollte ein eindrucksvolles Erlebnis werden.

Mit einem durchdringenden Pfeifton, der in eine kaum noch hörbare Melodie überging, näherte sich der King of Klezmer dem Altarbereich. Die Gruppe übernahm seine Melodie und gestaltete sie weiter in ihrer Version. Schon hier fiel die große Akkuratesse der Interpretationen auf, die in jeder Phase des Spiels auf Augenhöhe reagierte.

Dem Einzelakteur wurde im Solo einerseits der ideale Raum gegeben und andererseits zeigte sich die Kompetenz der Instrumentalisten in der gegenseitige Anpassungsfähigkeit, vor allem bei schnellen Tempoveränderungen (acc.) oder Verzögerungen (rit.). Das waren außer Feidmann: Mario Korunic (Violine), Konstantin Ischenko (Akkordeon), Christoph Peters (Gitarre) und Simon Ackermann (Kontrabass).

Freunde aus der ganzen Welt

Giori Feidmann hat seit 1970 die Klezmermusik neu belebt und hat zunächst in den USA, später auch in Europa, viele Freunde gefunden. Bekannte Komponisten, allesamt Juden wie Feidmann, schufen weltbekannte Werke. Genannt seien hier Leonhard Bernstein und George Gershwin (bekannt der Triller zu Beginn der ‘Rhapsody in Blue’) als Merkmal eines Klezmer. Ein anderes Zeichen für Klezmermusik ist das „Schluchzen“ der Klarinette, vom King mehrfach zu hören.

Aus dem reichen Angebot der Vortragsstücke sollen drei Beispiele erwähnt werden:

„Nobody knows“, ein Spiritual, von der Klarinette mit sehr viel Gefühl gespielt und durch die Gitanes gefühlvoll begleitet.

Die Arie des Barbier aus der bekannten Oper von Rossini, die Konstantin Ischenko auf seinem Akkordeon meisterhaft interpretierte, begeisterte alle.

Feidmann hatte sich eine interessante Zugabe ausgedacht: Elemente des Deutschlandliedes (Klarinette) und des israelischen „Shalom chaverim“ (Frieden für alle) als gemeinsames Anliegen der Völker.

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