Pilgern

In Emmerich wurde die Pilgersaison eröffnet

Mitglieder der St. Jakobus- und Johannes-Gilde eröffneten am Samstag die Pilgersaison. Die Wanderung startete an der St. Vitus Kirche in Elten und führte nach Emmerich zur St. Martini Kirche.

Mitglieder der St. Jakobus- und Johannes-Gilde eröffneten am Samstag die Pilgersaison. Die Wanderung startete an der St. Vitus Kirche in Elten und führte nach Emmerich zur St. Martini Kirche.

Foto: Thorsten Lindekamp

Elten/Emmerich.   Die St. Jakobus und Johannes Gilde Emmerich startete in die Pilgersaison. Pilgern ist mehr als nur unterwegs sein.

Laufen mit Ziel. So könnte man Pilgern beschreiben. Am Samstag fand eine Pilgerwanderung der St. Jakobus und Johannes Gilde statt. Und das anlässlich der Eröffnung der Pilgersaison 2017. Man wanderte von der St. Vitus Kirche in Elten nach Emmerich zur St. Martini Kirche. Beim Laufen in Gemeinschaft kam viel Gesprächsstoff auf. Die Mitglieder der Gilde oder auch dazugestoßene Pilger unterhielten sich viel darüber, warum gepilgert wird.

Wer pilgert, läuft nicht nur zu einem Ort

Was unterscheidet das Pilgern eigentlich vom Wandern? „Wer pilgert, läuft nicht nur um ein örtliches Ziel zu erreichen. Der Weg, den man geht, kann man fast als den eigenen Lebensweg betrachten.“ Pilgern müsse nicht zwangsläufig etwas mit der Konfession zu tun haben. „Pilgern – auf einem Weg sein – ist ein menschliches Bedürfnis!“. Bei den vielen Themen wurden die rund acht Kilometer plötzlich ganz kurz. Die Strecke war auch nicht willkürlich gewählt. Tatsächlich ist es ein Stück des Jakobs-Weges, der sich seit einiger Zeit auch durch Emmerich schlängelt. Dabei ist Emmerich ein wichtiger Ort für die Jakobus und Johannes Gilde. Dort haben sie, bereits kurz nach ihrer Gründung vor zwei Jahren, eine Pilgerherberge mit dem Namen „Arche Willibrord“ aufgebaut. In dem Haus zweier Mitglieder.

Mit Wischmopp wurde durch die Herberge gefeudelt

Auch hier wird immer das Nützliche mit Spaß verbunden: „Vor ein paar Tagen haben wir mit vielen der Gilde die Herberge mit Staubwedel und Wischmopp auf Vordermann gebracht.“ Eine schöne Idee. Und nicht nur, wer traditionell in Richtung Santiago pilgert, ist hier willkommen. Auch viele Pilger aus den Niederlanden haben sich bereits in der Unterkunft niedergelassen. „Wir würden uns wünschen, dass das Pilgern auch bei der jüngeren Generation ankommt.“

Einige sind schon etliche Male in Santiago de Compostela gewesen

Pilgern auszuprobieren ist es in jedem Falle wert. Schon so mancher scheint in dieser Runde los gewandert zu sein und als Pilger angekommen zu sein, wie man mit ein bisschen stolz berichtet. Viele seien dann dabei geblieben. Und fit bleibe man nebenbei auch. Tatsächlich waren einige der Pilger schon etliche Male bis nach Santiago, ein beliebtes Pilger-Ziel, gelangt. Beim Pilgern ginge es eben nicht nur darum, zu laufen, sondern auch an ein Ziel zu kommen.

Die Gilde hatte sich vorgenommen, in der St. Martini Kirche Reliquien zu betrachten

Am Samstag hatte sich die Gilde vorgenommen, in der St. Martini Kirche Reliquien zu betrachten, welche der Heilige Willibrord von Rom nach Emmerich gebracht hatte, um zu missionieren und Kirchen zu gründen. Aber das war nicht die einzige Geschichte, die die Pilger zu erzählen hatten. Schließlich hat das Pilgern einen historischen Ursprung. An vielen Ecken entdeckte man Inschriften oder Kreuze, die etwas von der Geschichte der Region zu berichten wussten. Pilgern muss keine einsame Angelegenheit sein. Bei dieser Gilde schon gar nicht. Selbst auf dem Weg kam man spontan an einem Haus von Mitgliedern vorbei und schaute schnell einmal rein. So viel Zeit muss sein. Und auch später setzte man sich noch gemütlich zu einer Suppe zusammen. Doch das soll schließlich erst der Anfang der Pilgersaison für die Emmericher Gilde sein.

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