Flüchtlingshilfe

In Rees werden noch bis zu 15 ehrenamtliche Helfer benötigt

Ellen Lukas ist in Rees seit einem Jahr Koordinatorin für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe.

Foto: Diana Roos

Ellen Lukas ist in Rees seit einem Jahr Koordinatorin für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe. Foto: Diana Roos

Rees.   Ellen Lukas koordiniert seit etwa einem Jahr in Rees die ehrenamtlichen Helfer in der Flüchtlingsarbeit. „Es läuft gut“, sagt sie.

Es kann Monate, auch Jahre dauern, bis Flüchtlinge anerkannt sind und die Asylbewerber-Unterkünfte am Melatenweg verlassen können. Dann werden sie durch ehrenamtliche Helfer betreut. „Sie stehen den Menschen zum Beispiel bei Behördengängen zur Seite, oder bei der Wohnungssuche“, sagt Ellen Lukas. Die Sozialarbeiterin ist seit gut einem Jahr Koordinatorin für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe. „Es läuft gut hier“, zieht sie eine erste Bilanz.

Wobei das nicht nur für Rees, sondern im Prinzip für alle Kommunen im Kreis Kleve gilt, sagt die 55-Jährige, die eigentlich bei der Caritas in Kleve arbeitet, jetzt aber für ihre Tätigkeit vom Verband an die Stadt Rees ausgeliehen ist. Die bezahlt die Caritas-Mitarbeiterin auch, die in Rees wohnt.

Zwischen 70 bis 80 Ehrenamtliche zählen in Rees zum harten Kern der Helfer, „von denen nicht wenige schon bei der Flüchtlingswelle in den 90er Jahren dabei waren“, erzählt Ellen Lukas. Die meisten seien zwischen 40 und 65 Jahre alt und helfen den Menschen auch, wenn’s um Arbeitssuche geht.

Zwei Sprechstunden pro Woche

„Zur Zeit kümmern sich die Helfer um gut 260 Personen“, sagt die Sozialarbeiterin, deren Aufgabe es zudem ist, Ehrenamtliche und Flüchtlinge, die zunächst einmal ein bis drei Jahre anerkannt im Land bleiben können, zusammen zu bringen. „Bei meinen Sprechstunden, die ich zwei mal in der Woche anbiete und bei denen alle möglichen Themen angesprochen werden, kommen jeweils bis zu fünf Ehrenamtler“, so Lukas. Wobei sie festgestellt hat, dass es immer schwieriger wird, neue Helfer für die Flüchtlingsarbeit zu gewinnen. Die eigentliche Arbeit beginne aber jetzt. „Die Menschen müssen nun, wo sie anerkannt sind, hier integriert werden“, betont die Sozialarbeiterin.

Kein Wunder also, dass Ellen Lukas, die zunächst bis März 2018 ihren Job machen soll, noch gerne neue Ehrenamtler begrüßen würde. „Zehn bis 15 Helfer könnten wir hier noch zusätzlich gut gebrauchen“, rechnet sie kurz hoch. Wobei es weitere Veränderungen gebe. „Die, die schon lange dabei sind, sind richtige Allrounder. Sie machen alles, rechnen sogar oft Kilometergeld gar nicht ab, legen also noch Geld drauf“, beschreibt die Koordinatorin das außergewöhnliche Engagement der Leute.

Neue Helfer, die sich meist nach Aufrufen in der Zeitung melden würden, „kommen aus Überzeugung, dass sie helfen müssen“, erzählt Ellen Lukas. Ihnen würde sie dann quasi mögliche Aufgaben an die Hand geben, etwa die schulische Unterstützung von Kindern, oder das gemeinsame Zeitungslesen als Sprachübung. „Der Bedarf für meine Arbeit hier ist jedenfalls da“, weiß die 55-Jährige aus ihrer einjährigen Erfahrung als Koordinatorin der Ehrenamtler. Und auch die Ehrenamtlichen würden weiter dringend benötigt, um die anerkannten Flüchtlinge gut in die Gesellschaft einbinden zu können, „also in das ganz normale Alltagsleben“.

„Die Reeser packen an“

Für ihre Mitbürger und die Stadt hat Ellen Lukas nur Lob und Anerkennung über. „Die Reeser sind pragmatisch und packen an. Da wird nicht lange geredet“. Das sei nicht überall so.

Und nicht nur den Ehrenamtlern bietet sie in ihrem hellen, freundlichen Büro an der Rudolf-Diesel-Straße im Gewerbegebiet Vorträge und Schulungen an, sondern bildet sich selbst regelmäßig weiter. Der Diözesan-Caritasverband in Münster biete entsprechende Kurse an.

Ansonsten sei in Rees „alles geregelt“. Im Caritas-Shop an der Fallstraße könnten Flüchtlinge beispielsweise Kleidung und Lebensmittel erhalten, das Theodor-Brauer-Haus kümmere sich, wenn Möbel transportiert werden müssen. Natürlich könne man noch viele Dinge optimieren, wie es seitens der Ehrenamtlichen immer wieder angeregt werde, sagt Ellen Lukas.

Fügt aber hinzu: „Wichtig ist dabei, dass die Versorgung der Flüchtlinge nicht besser sein darf als für den Rest der Gesellschaft.“ Zudem müssten die anerkannten Flüchtlinge lernen, hier bei uns selbst zurecht zu kommen. „Deshalb darf man sie nicht zu sehr betüdeln und ihnen alles hinterher tragen“, meint sie. So manch ein „alter Hase“ unter den Ehrenamtlichen, schmunzelt sie, meine es vielleicht manchmal sogar etwas zu gut.

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