Verabschiedung

Inge Hieret-McKay hat wie eine Löwin fürs Gymnasium gekämpft

Bürgermeister Peter Hinze (v.l.) verabschiedete Inge Hieret-McKay, die Leiterin des Willibrord-Gymnasiums, genau so wie Oberstufenkoordinatorin Lena Dabringhausen und der kommissarische Leiter Ralf Wimmers

Bürgermeister Peter Hinze (v.l.) verabschiedete Inge Hieret-McKay, die Leiterin des Willibrord-Gymnasiums, genau so wie Oberstufenkoordinatorin Lena Dabringhausen und der kommissarische Leiter Ralf Wimmers

Foto: Thorsten Lindekamp

Emmerich.   Inge Hieret-McKay ist als Leiterin des Emmericher Willibrord-Gymnasiums verabschiedet worden. Ihre Rede war geprägt von Dankbarkeit und Kritik.

Vielleicht hat es Bürgermeister Peter Hinze am Freitag im Willibrord-Gymnasium am besten auf den Punkt gebracht: „Sie haben für ihre Schule gekämpft wie ein Löwe.“ Gemeint ist Inge Hieret-McKay. Nach zehneinhalb Jahren als Leiterin verabschiedete sie sich jetzt in den Ruhestand. Das „Unmögliche möglich machen“ war eine ihrer Maximen, wie es Jörg Brinkmann in seiner Rede als Lehrervertreter verdeutlichte.

Die Engländerin hat sich auch nie gescheut, Kritik zu äußern. Entsprechend war ihre Rede, die im ersten Teil von großer Dankbarkeit und Demut auf allen Ebenen geprägt war, im zweiten Teil durchaus kritisch.

Kritische Töne zur Schulpolitik

Etwa gegenüber der Schulpolitik, die sie vor kaum nachvollziehbare Herausforderungen gestellt habe.

Ihrer Schule wünscht sie „Zeit und Ruhe für unsere so wichtige Bildungs- und Erziehungsarbeit“. Hierzu gehörten auch „Denkfreiräume und Handlungsfreiräume - sowie das Vertrauen der Politik darin“, dass Lehrer und Schulleiter im operativen Geschäft „sehr wohl wissen, was wir tun.“ Den Lehrern „muss nicht alles starr vorgedacht, schulgerecht ordnungsgemäß verpackt und dann vorgelegt, heißt vorgeschrieben, werden“.

Peter Hinze: „Bleiben Sie der Öffentlichkeit erhalten.“

„Für eigenständige Ideen der Schulen bleiben da weder viel Zeit noch Raum übrig. Von der den Schulen gelegentlich zugeschriebenen Eigenständigkeit bleibt gelegentlich nur das Gefühl, dass sie dann erwünscht wird, wenn Entscheidungen wenig populär sein könnten, denn Lehrer sind lebenslang verbeamtet oder leider auch nur lebenslang angestellt. Politiker wollen wiedergewählt werden.“ Die Emmericherin wünsche sich ein kinderfreundlicheres Bildungssystem: „Bildung ist nicht beliebig. Sie darf nicht ideologisch verbrämt daherkommen.“ Vielleicht hat Peter Hinze auch diese Worte erahnt, denn er wünschte Hieret-McKay auch: „Bleiben Sie der Öffentlichkeit erhalten.“

Schüler und Lehrer hatten Inge Hieret-McKay ein buntes Programm aus Musik, Tanz und Theater vorgebracht. Unter den weiteren Rednern war auch Ralf Wimmers, der als Stellvertreter kommissarisch die Schule leiten wird. Er schrieb seiner „Chefin“ zu, „immer das Wohl der Schulgemeinde im Blick“ gehabt zu haben. Martina te Laak als Elternpflegschaftsvorsitzende bezeichnete Hieret-McKay als „sehr kompetent und herzlich“.

„Blühendes Willibrord-Biotop“

Dr. Anke Domrose als Leitende Regierungsschuldirektorin hat einen Satz aufgegriffen, den die scheidende Leiterin mal niedergeschrieben hatte: „Eine Schule zu leiten, ist wie einen Garten zu gestalten.“ Man habe eine Vision, orientiere sich an dem, was da ist. Machmal ist es anstrengende Arbeit, aber am Ende erfreut man sich an dem blühenden Garten. Hieret-McKay habe ein „blühendes Willibrord-Biotop“ geschaffen. Stürme wie G8/G9 oder Inklusion habe sie ausgehalten. Ein klassischer Satz von Hieret-McKay sei gewesen: „Ich muss mich jetzt mal wieder um meine Kinder kümmern...“.

>> DAS PROGRAMM

Als Moderatoren fungierten Kira Hüting und Mirco Verwaayen. Vor allem Letzterer lockerte das Event durch seine lockere Art auf, indem er etwa Bürgermeister Peter Hinze, als „ersten dicken Brocken“ unter den Rednern ankündigte. Es sollte ein Running-Gag werden, den die Redner voller Humor immer wieder aufgriffen.

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