Klappstuhltheater

Klappstuhltheater an der Burgruine Rees-Empel war ein Erfolg

Viele Besucher kamen zur Burgruine Empel und brachten ihre Klappstühle mit. Sie beteiligten sich sehr aktiv an dem Improvisationstheater.

Viele Besucher kamen zur Burgruine Empel und brachten ihre Klappstühle mit. Sie beteiligten sich sehr aktiv an dem Improvisationstheater.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Rees.  Viele Besucher kamen zum Klappstuhltheater des Heimatvereins Millingen-Empel zur Burgruine. Interaktives Konzept mit Impro Theater 005 kam gut an.

„Es muss nicht immer die große Reise sein. Manchmal reicht schon ein Klappstuhltheater in der romantischen Burgruine von Haus Empel bei einem herrlichen Sommerwetter, um bei kabarettistischen Spitzenleistungen einen sicher unvergesslichen Abend zu erleben.“

Das dachte sich der Heimatverein Millingen-Empel mit seiner Vorsitzenden Monika Michelbrink-Roth und veranstaltete am Donnerstag, in der Burgruine Haus Empel ein Klappstuhltheater mit dem Impro Theater 005 aus Münster. Ausdrücklich wurde in der Einladung darum gebeten, Klappstühle oder andere Sitzgelegenheiten mitzubringen und auch an ein Picknick zu denken.

Ein unvergesslicher Abend

Es wurde ein unvergesslicher Abend. Schon ein halbe Stunde vor Beginn war im Burghof kaum noch ein guter Platz mit Blick auf die kleine Bühne zu finden – man hatte bei einer Speditionsfirma wie in den vier Jahren vorher einen Wagen ausgeliehen und ihn als Bühne hergerichtet. Eine gute Technik sorgte für akustischen und optischen Genuss.

Was ist ein Improvisationstheater? Die sechs Akteure sorgten zunächst für eine Begriffsklärung. Der wichtigste Unterschied ist das Spiel ohne vorgegebenen Text. Das Publikum bestimmt durch die Vorgabe von Wörtern oder Sätzen den Ablauf der Szenen. Die Spieler auf der Bühne müssen daraus kurze Spielstücke entwickeln und sie sofort in die Tat umsetzen. Je nach Vorlage können sich daraus natürlich kuriose Spielstücke entwickeln.

Akteure griffen Stichworte des Publikums auf

So war es auch am Donnerstag. Beim Stichwort „Paar“ wurde man bei Silvia und Hannes fündig, ließ sich etwas aus der 20-jährigen Ehe erzählen und improvisierte ein erstes Kennenlernen bei einer Karnevalssitzung – vergaß dabei auch nicht den Hinweis auf das Schützenfest in Rees-Empel.

In einer anderen Szene erinnerte man an die Geschichte der Burgruine und stellte den Burgwächter vor, der aus seiner Sicht über die Burg und das Empeler Meer erzählte. Im 14. Jahrhundert wurde das Gut zu einer Burg umgebaut. In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Besitzer mehrfach, bis nach der vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg der neue Inhaber Peter Landers und der Heimatverein Millingen-Empel bis heute für die notwendige Sicherung der Ruine sorgen.

Diesmal spielte das Wetter mit

Das Team auf der Bühne verstand es ausgezeichnet, auch mit anderen Themen das Publikum ins Spiel einzubeziehen. Beispiele – Lieblingsbeschäftigung der Frauen: Häkeln. Oder Hobbywerkzeuge der Männer: Hammer. Beifallsrufe wurden schnell aufgenommen und immer wiederholt.

Bei jedem Szenenwechsel ließ man das Publikum mitagieren, das sich in dieser Umgebung, bei einer solchen Performance und bei solchem Wetter, dass den Veranstaltern in den vergangenen Jahren manchmal übel mitspielte, sehr wohl fühlte.

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