Ortsvorsteher Praest

Markus Meyer will für Praest bezahlbaren Wohnraum anstoßen

Markus Meyer hat sein SPD-Ratsmandat geopfert. Nur so war der Weg frei, neuer Ortsvorsteher von Praest zu werden.

Markus Meyer hat sein SPD-Ratsmandat geopfert. Nur so war der Weg frei, neuer Ortsvorsteher von Praest zu werden.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Praest.  Markus Meyer ist neuer Ortsvorsteher von Praest. Mit 44 Jahren ist wohl der jüngste der Emmericher Geschichte. Wie er seine Rolle versteht.

Ortsvorsteher, das sind meist ältere Männer, die im Ort jeder kennt. So das Klischee. Mit nur 44 Jahren ist Markus Meyer nun wahrscheinlich der jüngste Ortsvorsteher, den Emmerich bisher hatte. Er hat sein SPD-Ratsmandat geopfert, um schlussendlich bei vier SPD-Enthaltungen und mit der mehrheitlichen Gunst der CDU im Rat zum neuen Ortsvorsteher von Praest gewählt zu werden.

Nun hat er bis zu Kommunalwahl im September Zeit, sich als parteiloser Mann zu bewähren. Aus Sicht des Ortes, der Bürger und für alle Fraktionen. „Ich bin mir der Verantwortung bewusst, gerade mit Blick auf das Alter“, sagt Markus Meyer. Bestenfalls könne er diese Rolle ja auch sehr lange ausfüllen. Die Parteilosigkeit könne auch von Vorteil sein: „Ich muss mich nicht unterordnen.“

Mehr Termine abends und am Wochenende

Kurioser Weise gab es nach der Verkündung, dass Meyer sein Ratsmandat abgibt, keine weiteren Gespräche mit den Fraktionen. Es schien alles klar zu sein. Meyer war der Mann der Wahl. Ohne weitere Diskussion wurde er im Rat gewählt: „Für das Vertrauen möchte ich mich bedanken“, sagt der Praester.

Begründet hatte er seinen Wechsel vom Ratstisch in die Rolle des Ortsvorstehers unter anderem damit, dass er mehr Zeit für die Familie haben wollte. „Dafür bin ich von einigen Bürgern kritisiert worden. Aber tatsächlich liegen die Termine des Ortsvorstehers, wie etwa Vereinssitzungen, eher in den Abendstunden und am Wochenende. Für den Rat war ich da schon ab 16 oder 17 Uhr unterwegs.“ Wertvolle Stunden mit kleineren Kindern.

Viele Gespräche im Dorf – perfekt für Markus Meyer

Schon jetzt merke er, dass ein Ortsvorsteher sehr nah dran sei an den Menschen: „Ich führe viel mehr Gespräche, bin stärker im Dorfgeschehen eingebunden – perfekter geht es nicht“, findet Meyer, der kürzlich in seiner Rolle erstmals zu einem 90. Geburtstag war und auch das beeindruckend fand.

Jüngst berief das neue CDU-Ratsmitglied Peter Ising eine Bürgerversammlung ein. Noch bevor Meyer grünes Licht vom Rat bekam, konnte er sich hier den Bürgern vorstellen. „Ich habe dort drei Blätter mit Nöten und Sorgen der Bürger aufgeschrieben“, so Meyer.

Oft geht es um punktuelle Dinge

Ob es nun um die Verschönerung der Ortseingänge in Praest geht, um einen Straßenausbau im Viertel Rosen-, Tulpen-, Nelken-Straße oder wie Reiter mit ihren Pferden am Bahnweg und der Grünen Straße zurecht kommen – es sind oft punktuelle Dinge, für die sich ein Ortsvorsteher einsetzen kann. Für die Kleinigkeiten pflege er einen guten Draht zum Bauhof und zum Bauamt: „Da kommen mir die zwei Jahre als Ratsmitglied zugute.“

„Ich habe auch größere Projekte im Sinn. Aber die sind noch nicht spruchreif“, deutet Meyer an. Nur eines nennt er: „Ich suche das Gespräch mit Leuten, die in den Praester Wohnungsbau investieren wollen. Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, um auch Jüngere zu halten.“

Rückmeldungen sind wichtig für die Bürger

Wichtig ist Meyer zu unterstreichen, „dass ich kein Alleinunterhalter bin. Ich bin offen für alle Parteien und alle Gespräche.“ Der Ortsvorsteher sei eine Schnittstelle zwischen dem Rathaus, der Politik und dem rund 2000 Bürger zählenden Ort. Häufig sei er als Vermittler gefragt. Die Anregungen und Wünsche müssten von den Bürgern kommen. Der 44-Jährige müsse nicht zweimal in der Woche in der Zeitung stehen. Oftmals wirke er hinter den Kulissen.

„Ich will mich kümmern und dran bleiben. Es ist wichtig den Bürgern auch Rückmeldungen zu geben zu ihren Anliegen“, sagt Markus Meyer. Da müsse auch mal erklärt werden, warum Dinge nicht umgesetzt werden können.

>> Seit 22 Jahren Hausmeister der Grundschule

Der gebürtige Klever lebt seit 25 Jahren in Emmerich, seit 13 in Praest und er arbeitet seit 22 Jahren als Hausmeister der St. Michael-Grundschule in Praest. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Die Wahl eines neuen Ortsvorsteher war nötig geworden, nachdem Guido Langer im Mai plötzlich verstorben war. Dieser hatte das Amt erst kurz zuvor von Wilhelm Nakath übernommen.

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