Politik

Peter Hinze (SPD) „Verwaltung ist kein Kasernenhof“

SPD Bürgermeisterkandidat Peter Hinze auf der Kaßstraße. Der Handel ist ein zentrales Wahlkampfthema.

SPD Bürgermeisterkandidat Peter Hinze auf der Kaßstraße. Der Handel ist ein zentrales Wahlkampfthema.

Foto: Funke Foto Services

Emmerich.   Der Bürgermeisterkandidat der SPD will mit Themen die Menschen informieren und überzeugen. Sollte er im September Rathauschef werden, will er ein Super-Dezernat schaffen. Schul-Frage nicht nur vom Geld her entscheiden.

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Nur zusammen kommt Emmerich voran. Suggeriert der Slogan „Du.Ich.Wir“ von SPD-Bürgermeisterkandidat Peter Hinze. Zu sehen schon auf Wahlkampfplakaten. „Ich will die Leute mitnehmen und informieren“, sagt Hinze. Die kleinen, roten Plakate sollen neugierig machen: „Was steckt dahinter?“ So wünscht sich’s Hinze. War’s das etwa schon mit Wahlkampf? Nein, wehrt Hinze ab: „Wir fangen doch erst an!“ Die SPD möchte mit Themen die Menschen überzeugen und einbinden. Zum Beispiel mit dem Forum „Handel und Wandel“ (7. September, 19 Uhr, PAN). Auf dem Podium sitzen u. a. Prof. Gerrit Heinemann (Hochschule Niederrhein) und Rolf Junker (Junker & Kruse, Stadtforschung und Planung). Experten, die Tipps geben könnten, wohin Emmerichs Reise gehen kann. Ein weiteres Forum findet bereits am 19. August (19 Uhr, PAN) statt: „Armut kann uns nicht egal sein.“ Da geht es um Bildungs-, Kinder- und Altersarmut. Zu Gast ist die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im NRW-Landtag, Britta Altenkamp. Inge Jessner (Kinderschutzbund) und Gerd Engler (Caritas) werden von ihrer Warte aus Position beziehen. Hier das ganze NRZ-Interview.

In der Bundes-SPD gibt es Stimmen, die raten der SPD, 2017 auf einen eigenen Kanzlerkandidaten zu verzichten, weil Angela Merkel eh nicht zu schlagen sei. Warum haben Sie es in Emmerich nicht genau so getan?

Es gab bei uns im Vorfeld Diskussionen, wie wir mit der Bürgermeisterfrage umgehen sollen. Für uns war klar, dass wir einen eigenen Kandidaten aufstellen werden, weil es für die SPD einfach einen eigenen Kandidaten geben muss. Die Diskussion in der Bundes-SPD halte ich für verfrüht. Damit tut man sich keinen Gefallen. Eine Benennung Ende 2016, Anfang 2017 reicht völlig.

Die Gesamtschule ist gestartet, nun wird über die Unterbringung diskutiert. Was ist Ihre Position?

Eine rein nach monetären Gesichtspunkten ausgerichtete Entscheidung halte ich für falsch. Das will ich so nicht akzeptieren. Wir müssen viel weiter denken. Es geht darum, die pädagogischen Konzepte zu betrachten und die besten Voraussetzungen für beide Schulen zu schaffen, ohne ein System zu benachteiligen. Ich muss erst alle Fakten durchleuchten, dann kann ich erst entscheiden. Im Moment entscheiden wir nur nach Geld. Es geht aber um die nächsten 30, 40 Jahre. Schule, Eltern, Stadtplaner und der Schulträger sind in diesem Entscheidungsprozess einzubinden. Warum soll man nicht die Fachleute von der Montag Stiftung mit ins Boot holen, die den Prozess begleiten? Wir sollten uns die Zeit nehmen, etwas Tragfähiges aufzubauen. Und diese Zeit haben wir auch. Ich will für jede Schule einen Standort. Es ist nicht praktikabel, wenn Lehrer und Schüler hin und her fahren müssen. Die Pendelei halte ich nicht für optimal. Ob es am Ende des Entscheidungsprozesses zu einem An- bzw. Umbau oder Umzug der Schulen kommt wird man dann am Ende sehen.

Und ein Gesamtschul-Neubau?

Der Neubau ist vom Tisch, ist weder von der Fläche, noch vom Finanziellen her machbar.

Ist das Schuh-Sport-Outlet der Startschuss fürs City Outlet?

Das ist auf jeden Fall positiv. Da kommt wieder Leben in Richtung Alter Markt. Es ist ein glücklicher Umstand, dass das so passt. Ein Outlet Center á la Bad Münstereifel wird aber ein schwerer Weg. Das müssen wir prüfen. Es ist ja jetzt schon schwer, Hauseigentümer und Einzelhändler in ein Boot zu holen. Insbesondere die Pläne eines Outlet Centers auf der grünen Wiese bleiben abzuwarten.

Wie werden Sie als Verwaltungschef agieren, was anpacken?

Verwaltung ist kein Kasernenhof. Moderne Mitarbeiterführung sieht anders aus. Wir müssen einiges ändern. Ich möchte die Fachbereiche Jugend/Schule/Sport und Soziales zusammenlegen. Aber nur, wenn es gelingt, einen neuen Dezernatsleiter zu installieren, der dann auch mehr konzeptionell arbeiten kann, sich z. B. um Fördertöpfe kümmert und die Verbindung zur Landesregierung hält. Dann können wir auf der anderen Seite auch Sozialausgaben einsparen.

Ex-Ortsvorsteher Albert Jansen hat Ihnen in einer Sitzung sinngemäß zugerufen, dass Ihnen das Thema Ortsausschuss Elten bei der Bürgermeisterwahl noch um die Ohren fliegen wird. Befürchten Sie das?

Nein. Weil ich glaube, dass am Ende des Tages der Ortsausschuss Elten die Chance bekommt, die er verdient. Die Verweigerungshaltung der CDU ist nicht haltbar. Auch Christdemokraten dürfen sich demokratischen Entscheidungen nicht verschließen.

Sie haben 2004 und 2009 gegen Johannes Diks verloren. Warum sollte es ausgerechnet diesmal klappen?

Weil aller guten Dinge drei sind ...

Welche Chancen rechnen Sie sich denn wirklich aus? Zählt nur, in eine Stichwahl gegen Diks zu kommen?

Die Stichwahl ist das Mindeste.

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