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Rees: Das Ruderhaus wurde aus dem Dornröschenschlaf geweckt

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Ansicht des Bootshauses des Rudervereins 1905 in Rees an der Rheinpromenade. Der Verein hat es in Eigenleistung von Grund auf saniert.

Ansicht des Bootshauses des Rudervereins 1905 in Rees an der Rheinpromenade. Der Verein hat es in Eigenleistung von Grund auf saniert.

Foto: Thorsten Lindekamp / FUNKE Foto Services

Rees.  Es soll wieder auf dem Rhein gerudert werden. Mehr Mitglieder, weniger Schulden – so blickt der Reeser Ruderverein in die Zukunft.

Das frisch sanierte Bootshaus des Reeser Rudervereins e.V. 1905 wurde am Wochenende seiner Bestimmung übergeben. Zum Festakt am Morgen blickte der 1. Vorsitzende Peter Beckmann vor geladenen Gästen aus Politik, Sport und Wirtschaft auf die Geschichte des Vereins und des Ruderhauses, das sich in bester Lage direkt am Rhein befindet. 2014 leitete der neue und heutige Vorstand die entscheidende Wende innerhalb des seit 125 Jahren bestehenden Vereins und damit die Rettung des Ruderhauses ein. Wie Bürgermeister Christoph Gerwers treffend formulierte: „Das Ruderhaus wurde aus dem Dornröschenschlaf geweckt“. Hoch verschuldet, ohne sportliche Aktivitäten und gezeichnet von schwindenden Mitgliederzahlen (ca. 60) stand es um den Verein nicht gut. Deshalb packte

Peter Beckmann gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen die nötigen Themen energisch an. Konkrete Konzepte zur Entschuldung, Mitgliederneugewinnung, die Erweiterung der Wassersportgemeinschaft auf vier Abteilungen: Segeln, Rudern, Tauchen sowie „freie Wasseraktivitäten“ (Kanu/Kajak, Stand-Up-Paddling, Beachvolleyball, Triathlon u.a.) zeigen heute den Erfolg: Der Verein steht blendend da.

300 Mitglieder und eine frisch sanierte Immobilie

„Mit rund 300 Mitgliedern, einer frisch sanierten Immobilie und einem von der Stadt zur Verfügung gestellten eigenen Vereinsgelände am Reeser Meer und einer Steganlage für 22 Segelboote erleben wir hier einen Verein, der sein Credo – vereint im Verein – tatkräftig lebt“, sagte er Vorsitzende. Es sei ein weiter Weg gewesen. „Als Freunde des Wassersports lieben wir das Nasse, aber vor Feuchtigkeit triefende Wände und ein wind- und wasserdurchlässiger Dachstuhl lassen wenig Freude aufkommen.“

Vorsitzender: „Wir können wirklich stolz auf uns sein“

Trotz Absagen von zahlreichen interessierten Investoren zur möglichen gastronomischen Nutzung aufgrund hoher Auflagen stellte der Vorstand ein langfristiges Konzept auf und leistete jahrelang Überzeugungsarbeit. Nach ersten finanziellen Zuwendungen hatte der Verein Glück: Großzügige Spenden zur Mitgliederförderung und erste notwendige Sanierungsmaßnahmen leisteten die NaturEnergie SL sowie die Sparkasse Rhein-Maas (Rees). Weiterhin kontinuierliche Unterstützung erfuhr der Verein von Rewe Schapfeld Haldern und dem Versicherungsmakler Komescher Rees. „Wir können wirklich stolz auf uns sein“, zeigte sich Beckmann sichtlich zufrieden. Er dankte Sponsoren sowie allen Vereinsmitgliedern und Förderern: Sie waren es, die die Entscheidung zu diesem Auf- und Umbruch, der umfassenden Investition und dem langwierigen und anstrengenden Projekt mit entschieden und getragen haben.

Sehr viel Eigenleistung von Mitgliedern für ein Haus voller Boot-Symbolik

Einige Mitglieder verbrachten etliche Stunden mit handwerklicher Arbeit im und am Ruderhaus und schufen einen Ort, der an vielen Stellen funktionale und optische Bezüge zu einem Boot nimmt, im 1. Obergeschoss das Oberdeck, die Kommandobrücke sowie das Nok, im Erdgeschoss die Messe (die Küche), eine Bootshalle – alles an Bord.

Mit dem Hinweis auf eine gelungene und bewegende Inklusionsveranstaltung am 10. September 2022 am Reeser Meer (wie berichtet) war es Peter Beckmann ein besonderes Anliegen, jeden zu mehr Ehrenamt in diesem Sektor zu ermuntern.

Idee für ein Wanderrudertreffen im Olympiajahr 2024

Das nächste Projekt des Vereins steht schon an: Mit Unterstützung des Nordrhein-Westfälischen Ruderverbandes soll wieder auf dem Rhein gerudert werden. Eberhard Wühle vom BRW-Verband hat dazu noch eine weitere zündende Idee: „Wie wäre es, wenn wir 2024 über den Reeser Ruderverein 1905 e.V. das NR NWRV-Wanderrudertreffens im Olympiajahr 2024 gemeinsam ausrichten?“ Mit verschmitztem Lächeln fügt Beckmann hinzu: „Die Boote tragen gerne die Namen ihrer Sponsoren über den Rhein”.

Bürgermeister Christoph Gerwers, der Präsident der Familiensportgemeinschaft Wolfgang Steinert sowie der Nordrhein-Westfälische Ruderverband überbrachten Anerkennung und Dank für die erbrachten Leistungen des Vereins.

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