Kunst und Religion

Viele Besucher beim Dalí-Gottesdienst im PAN in Emmerich

Viele Emmericher besuchten den außergewöhnlichen Gottesdienst im PAN.

Viele Emmericher besuchten den außergewöhnlichen Gottesdienst im PAN.

Foto: Thorsten Lindekamp

Emmerich.   Bei „Dalí – Christus – Glaube“ im PAN in Emmerich klärte Pfarrer Bernd de Baey auf, wie der Künstler einen anderen Weg zu Gott erschließen kann.

Dalí und Religion? Passt das zusammen? Offenbar hat der angekündigte besondere Gottesdienst im PAN Kunstforum die Neugier geweckt. Denn es kamen annähernd 200 Besucher in den Multifunktionssaal, als es hieß: „Dalí – Christus – Glaube – ein Gottesdienst“.

Gut verständliche Informationen gegeben

Pfarrer Bernd de Baey, der den gut organisierten Gottesdienst zelebrierte, zeichnete in seiner Predigt ein Bild Salvador Dalís und versuchte, dessen „Christus“ und seine Beziehung zum Glauben zu erhellen.

Christiane van Haaren, die Kuratorin des PAN, gab dann am Ende des Gottesdienstes in gut verständlicher Form Informationen zur Ausstellung – besonders natürlich zu der religiösen Phase des Künstlers – und lud anschließend die Besucher zu einem Gang durch die Ausstellung ein.

Mittelpunkt des Gottesdienstes war das Bild „Crucifion“ (Kreuzigung), das Dalí 1954 malte. Erkennbar sind auf dem lebensgroßen Bild Merkmale der kubistischen Kunstperiode, die der Künstler neben vielen anderen Kunstrichtungen kennenlernte, Im Bild unten ist seine Frau Gala, die oft Modell für seine Bilder stand, abgebildet.

Wo sich der Himmel befindet

Zu den Christus-Bildern, für die der Künstler damals viel Aufmerksamkeit erhielt, gehört aber auch sein 1951 nach einer Zeichnung des Kirchenlehrers Johannes vom Kreuz entstandenes Gemälde „Der Christus des heiligen Johannes vom Kreuz“. Diese außergewöhnliche Christus-Darstellung zeigt den ans Kreuz genagelten Christus von schräg oben dargestellt. Beide Bilder entstanden in seiner „religiösen“ Phase, in der Dalí nach vielen schlimmen Ereignissen wie Nazi-Herrschaft oder Atomexplosion zum Glauben zurück fand.

In dieser Zeit – etwa ab 1940 – meinte er: „Der Himmel befindet sich nicht oben und unten oder rechts und links! Der Himmel befindet sich genau im Zentrum der Brust des Menschen, der glaubt!“ Pfarrer Bernd de Baey skizzierte prägnant mit theologischer Tiefe das Leben des Künstlers und erwähnte auch den exaltierten und erotischen Lebensstil Dalìs:

„Er war kein Heiliger – zumindest nicht im konfessionellen Sinn – aber er könnte uns eine neue Welt erschließen, die einen anderen Weg zu Gott zeigt!“

Christiane van Haarens Erklärungen zur Ausstellung sollten eigentlich beim Rundgang durch die Ausstellung erfolgen, wurden aber ob der Masse der Besucher im Plenum vorgezogen. Die Einladung zu einem Gang durch die Ausstellung wurde von vielen Gästen dankbar angenommen.

>> AUSSTELLUNG LÄUFT BIS 3. SEPTEMBER

Über 600 Exponate von Salvador Dalí sind noch bis zum 3. September im PAN zu sehen. Rund 4000 Besuchher haben die Ausstellung bislang besucht. Geöffnet ist die Schau immer von Dienstag bis Freitag, 11 bis 16 Uhr, sowie Samstag und Sonntag, 11 bis 18 Uhr. Erwachsene zahlen 9,50 Euro Eintritt, ermäßigt 7,50. Familien zahlen 19,50 Euro. Mehr Infos: www.pan-forum.de.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben