Es könnte eine Chance bedeuten, wenn Kleve die alte Schleuse aufgeben müsste. Nämlich, eine neue an einer anderen Stelle einzurichten. Das schlagen die Wassersportvereine von Kleve den politischen Fraktionen und der Verwaltung in einem detailreichen Brief vor.
Der Clever Ruder Club CRC machte sich mit einigen Wassersportvereinen, insbesondere dem Kanu Club Kleverland KCK, beachtlich ausführliche Gedanken.
Wie berichtet, kann laut Gutachten die Schleuse Brienen nicht saniert werden und sei nicht als Grundlage für den Einbau einer neuen Sportbootschleuse geeignet. Dass trotzdem Politik und Verwaltung die Realisierbarkeit einer Sportbootschleuse prüfen lassen wollen, freut den CRC-Vorsitzender Michael Klütt und Ruderobmann Stefan Verhoeven.
Nicht einfach aufgeben
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„Die Standhaftigkeit, Kleves Anbindung an den Rhein angesichts des neuesten Gutachtens nicht einfach aufzugeben, begrüßen wir als Wassersportler sehr!“ Und sie präsentieren eine neue Idee: Wenn eine Schleuse ohnehin neu gebaut werden müsste, braucht also der derzeitige Standort nicht zwangsläufig erhalten zu bleiben. Sie regen an: eine Sportbootschleuse mit Fischtreppe in Nähe der Mündung des Altrheins in den Rhein, unweit des ‘Vossengatts’.“
Ein Neubauprojekt ‘Sportbootschleuse’ werde in jedem Fall gravierende Investitionskosten nach sich ziehen, ist den Wassersportlern bewusst. Sie bieten vielfältige praktische Erfahrungen mit derartigen Bauwerken und vorhandene Expertisen der Dachverbände an. Umzusetzen wären „lediglich wirklich für den Wassersport relevante technische Anlagen,“ nicht vollautomatisiert und störanfällig, sondern rein mechanisch in mühelosem Hand-Kurbelbetrieb – „jahrhundertelang erprobt“ und ein „Erlebnisfaktor“ für Wassersporttouristen.
Spoykanal und Griethausen Altrhein auf einem Niveau
Spoykanal und Griethausener Altrhein hätten eine „einheitliche Wasserhaltung“ auf Niveau des heutigen Normalwasserstandes des Spoykanals (12,05 Meter über Normal-Null), entsprechend dem heutigen Niveau des Altrheins bei 5,5 Meter Rheinpegel Emmerich.
Aus einer Schleuse an diesem neuen Standort ergäben sich entscheidende Vorteile: ein zusammenhängendes Wassersportrevier zwischen Kleve Innenstadt und der Altrheinmündung von annähernd zehn Kilometern Länge. Segel- und Motorboote könnten den Altrhein ganzjährig befahren – heute ist er wegen geringer Wasserstände oft unpassierbar.
„Damit könnten auch die ansässigen Wassersportvereine, die Klever Segel Gemeinschaft und der Wassersportclub Kleve, Ihren Mitgliedern und Gästen wieder attraktive, sichere Liegeplätze anbieten“ und ihr Winterlager am Wendehafen wieder auf dem Wasserwege erreichen. Kleve wäre für kleinere Ausflugsschiffe in den touristisch relevanten Sommermonaten zuverlässig zu erreichen. Der Klever Anbieter „Flussfeuer“ (Ausflugs-Grill-Boote) könnte attraktive Ausflüge ins Programm nehmen.
Weniger Ausbaggerungsmaßnahmen nötig
„Aufgrund des ausreichenden Tiefgangs im Altrhein wären kostspielige Ausbaggerungsmaßnahmen auf lange Sicht lediglich für den Abschnitt zwischen neuer Schleuse und der Fahrrinne des Rheins vorzusehen, nicht jedoch für das komplette Gewässer“, rechnet Michael Klütt mit. Durch die größere Gewässerfläche wäre zu erwarten, dass sich auch die Verschmutzung des Spoykanals mit toten Algen wieder entspanne, sich auf eine größere Fläche mit natürlichen Ufern verteile.
Durch den angehobenen Wasserstand wird der Altrhein auch vom Ufer aus wieder „erlebbar“, für Radfahrer sichtbar. Die Rampe der ehemaligen Fähre Schenkenschanz wäre bei dem geplanten Wasserstand als Slipanlage für Bootstrailer nutzbar. Durch die gleichbleibenden Wasserstände wäre auch eine touristische Fährverbindung für Radfahrer und Personen, wie sie bereits von privater Seite angedacht war, an dieser Stelle einfacher zu realisieren.
Ein Schutztor schließen
Um das Gewässer durchgängig zu erhalten, aber Hochwasser-Überflutung der Stadt zu verhindern, wäre bei der Deichsanierung auf Höhe der alten Schleuse im Deich eine Durchfahrtsschneise (mit gleich bleibendem Wasserniveau) denkbar und bei Hochwasser mit einem Schutztor zu schließen. „Im seltenen Hochwasserfalle“ würde die neue Schleuse selbst im Wasser versinken“, wie es an Main oder Mosel „nicht unüblich und somit technisch anscheinend nicht weiter problematisch“ sei.
Für die Schutzgebiete am Griethausener Altrheins könnte ein gleichbleibend höherer Wasserstand mit seichten Uferzonen vorteilhaft sein. Für Fische wäre der gesamte Gewässerstrang durch eine Fischtreppe erreichbar.





