Für Michael Klütt ist das fast schon ein Schildbürgerstreich. Die Stadt Kleve hat jetzt den Kermisdahl vor dem Königsgarten im Sinne der europäischen Wasserrahmenrichtlinie naturnah umgestaltet und mit einer Landzunge versehen. Dadurch wird der Kermisdahl deutlich schmaler. So schmal, dass die Wassersportler des Clever Ruder Clubs, dessen Vorsitzender Michael Klütt ist, nicht mehr um die Kurve fahren können. „Wasserrahmenrichtlinie hin oder her. So wird das nix. Es muss praktikabel bleiben“, sagt Klütt der NRZ.
Die Wasserstraße ist jetzt viel zu eng
Das Problem ist mit wenigen Worten geschildert: „Es ist viel zu eng.“ Denn bei allen technischen Vorgaben, habe die Stadt wohl den Radius übersehen, den die Boote im Bereich der Worcester-Brücke benötigen, um die Kurve zu kriegen.

Klütt erklärt: „Bei allem muss man immer bedenken, dass Ruderer Rückwärtsfahrer sind.“ Und das erschwere das Navigieren ungemein. Da ein Ruderboot immer zuerst mit dem Heck einschwenke, müsse man von der Worcesterbrücke aus kommenden, immer zuerst die Stadthallenseite anpeilen. Dies gehe jetzt aber wegen der neuen Landzunge nicht mehr. „Wenn dann auch noch die Tretboote zu Wasser gelassen werden, dann ratschen wir jedes mal entweder gegen die Landzunge oder gegen die Tretboote“, so Klütt. Ein Ruder-8er oder ein -6er könne den Kanal an dieser Stelle nicht mehr passieren.
Stadt: Eng ja, aber nicht unpassierbar
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Im Rat der Stadt Kleve hatte SPD-Mitglied Christian Nitsch nach dem Sachstand gefragt. Er wollte wissen, ob die Ruderer noch ihren Sport ausüben können. Bürgermeister Wolfgang Gebing sagte, dass es eine Eingabe des Ruderclubs gebe. Baudezernent Jürgen Rauer sagte, es sei zwar enger geworden an der Stelle, sie sei aber nicht unpassierbar. Die notwendige Breite sei im Vorfeld abgestimmt gewesen. Der Umbau sei nach den Maßgaben der europäischen Wasserrichtlinie erfolgt.
Ruderer Klütt hält das für „lächerlich. Denn was hat man gemacht? Es wurde eine Landzunge geschaffen und kurz dahinter eine Einbuchtung gemacht. Das heißt, hinter der Landzunge fließt das Wasser langsamer und hier werden sich nicht nur Sedimente ablegen, sondern hier wird sich auch der Müll ablagern“. Am kommenden Mittwoch werden Klütt und Fachbereichsleiter Bernhard Klockhaus vor Ort darüber diskutieren.



