Deutschkurse

Mobbing-Vorwürfe gegen Sprachkurs-Anbieter in Kleve

Erwachsene Teilnehmer von Deutsch-Sprachkursen sollen

Erwachsene Teilnehmer von Deutsch-Sprachkursen sollen

Foto: dpa

Kleve.   In Kleve sollen Teilnehmer von Deutsch-Sprachkursen von ihren Dozenten beleidigt worden sein. Die Arbeitsagentur will die Situation verbessern.

Die Beschwerde kam der NRZ und auch der Arbeitsagentur in Kleve/Wesel nun mehr als einmal zu Ohren: Erwachsene Teilnehmer von Deutsch-Sprachkursen sollen in Kleve von ihrem Dozenten bzw. ihrer Dozentin beleidigt und gemobbt worden sein. Die NRZ hakte nach.

Zugewanderte, die in Kleve eine Arbeit suchen, sollten Deutsch sprechen können. Die Arbeitsagentur vergibt dafür üblicherweise Bildungsgutscheine für Deutschkurse zur freien Auswahl des Anbieters. Manchmal schickt die Arbeitsagentur aber auch Teilnehmer gezielt zu einzelnen Instituten.

In dem jüngst geschilderten Fall ging es um Zuweisungen zu einer zwei Monate dauernde Maßnahme. „Wir haben auch schon Beschwerden darüber gehört“, räumt Sabine Hanzen-Paprotta, Pressesprecherin der Arbeitsagentur Wesel-Kleve, ein.

„Wir versuchen, erst Abhilfe zu schaffen“

Welche Folgen hat das für den Bildungsträger? „Wir fragen den Träger erst nach seiner Sicht der Lage, dann können sich Kollegen der Arbeitsagentur vor Ort ein Bild machen, Kollegen können eine Maßnahme betreuen.“ Kann den Instituten auch die Zertifizierung aberkannt werden? „Wir versuchen, erst Abhilfe zu schaffen. Wenn das immer noch nichts nützt, schalten wir unsere übergeordnete Dienststelle in Düsseldorf ein.“

Sie kann eine Vertragsstrafe androhen. Erst wenn es zur Eskalation komme, könne die Zulassung entzogen werden. „Aber wir wollen ja, dass sich die Lage bessert“, so Hanzen-Paprotta.

Auch zwei private Anbieter haben Zulassung

Sprachkurse im offiziellen Kurs-Format, das das Bundesamt für Integration vorschreibt, halten die drei großen Anbieter ein: in Kleve die Volkshochschule, der Internationale Bund und das Theodor-Brauer-Haus. Darüber hinaus erhielten auch zwei private Anbieter die Trägerzulassung. Über Probleme am kleinen Kursort Kleve „bin ich informiert. Das befindet sich im Prozess des Beschwerdemanagements“, sagt auf NRZ-Anfrage der Qualitätsmanagementbeauftragte der betroffenen Bildungsakademie, der namentlich nicht genannt werden möchte.

„Wir holen uns Feedback ein, auch von den Teilnehmern“, auch durch Hospitation anderer Dozenten. Der Sprecher betont: „Wir werden jährlich auditiert“. Welche Kriterien dabei der Überprüfung dienen, ist gesetzlich vorgegeben.

Sprachkurse sind stets ausgebucht. Weil immer mehr Einrichtungen das staatliche Geld für Sprachförderkurse nutzen wollen, hat das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) mittlerweile die Zahl der Schulungsstätten reglementiert.

1000 Deutschschüler bei der VHS

Führt beispielsweise die Volkshochschule Kleve Wartelisten? „Nein, das dürften wir laut BAMF gar nicht“, erklärt VHS-Fachbereichsleiterin für Deutsch und Fremdsprachen, Monika Rycken. Allerdings komme es naturgemäß zum Stau, wenn eine Anzahl Teilnehmer die Prüfung nicht besteht und Kurse wiederholen muss.

An der VHS Kleve besuchen derzeit ungefähr 1000 Deutschschüler die Kurse A0 (ohne Vorkenntnisse) bis B1 (selbstständige Sprachverwendung) zu je 25 Schülern pro Klasse. Darüber hinaus gibt es auch für die berufsbezogene Deutsch-Sprachförderung B2 bis C1 eine wachsende Zahl an Teilnehmern. „Wir sind an der absoluten Kapazitätsgrenze angelangt, die Kurse zu verwalten“, sagt Rycken mit Blick auf den Personalstamm an der VHS.

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