Projekt

Das Städtische Gymnasium Goch will Talente entdecken

Talente entdecken wollen (von links): Katharina Maslow, Gochs Bürgermeister Ulrich Knickrehm, Gilbert Wehmen (1. Vorsitzender Förderverein Gymnasium Goch), Dr. Christoph Peters, Carlo Marks (Geschäftsführer Stadtwerke Goch), Thomas Müller (Vorstandsvorsitzender Verbandssparkasse Goch-Kevelaer-Weeze) und Dr. Robin Pflüger.

Foto: Niklas Preuten

Talente entdecken wollen (von links): Katharina Maslow, Gochs Bürgermeister Ulrich Knickrehm, Gilbert Wehmen (1. Vorsitzender Förderverein Gymnasium Goch), Dr. Christoph Peters, Carlo Marks (Geschäftsführer Stadtwerke Goch), Thomas Müller (Vorstandsvorsitzender Verbandssparkasse Goch-Kevelaer-Weeze) und Dr. Robin Pflüger. Foto: Niklas Preuten

Goch.   Am Städtischen Gymnasium Goch startet ein Projekt, das nach Stärken und Interessen der Schüler fragt. Die Beratung soll damit verbessert werden.

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Das Städtische Gymnasium Goch möchte seine Schülerinnen und Schüler besser kennenlernen und mit deren Eltern intensivere Gespräche führen. Diese Ziele verfolgt das Projekt „Talente entdecken – Interessen entwickeln“, das im Gymnasium noch in diesem Schuljahr mit Fünftklässlern startet. Mit einem schriftlichen Test sollen individuelle Begabungen und persönliche Interessen der Mädchen und Jungen herausgefunden werden. Die Daten kann das Kollegium anschließend in einer zielgerichteteren Beratung mit Schülern und Eltern nutzen.

„Wir möchten einen breiteren Blick auf das Kind erhalten und die Gesamtpersönlichkeit wahrnehmen“, sagt Erprobungsstufen-Koordinatorin Katharina Maslow. Dies soll ein rund dreistündiger Test ermöglichen, in dem die ersten Schülerinnen und Schüler im März 2018 Aufgaben aus Bereichen wie Logik, Lesefähigkeit und Rechtschreibung lösen, aber auch Interessen angeben. „Unser Ziel ist, so viel wie möglich in den Kindern zu entdecken“, erklärt der Entwicklungspsychologe Dr. Robin Pflüger, der das Projekt wissenschaftlich begleitet. Er verspricht ein „hohes Maß an Anonymisierung. Die Daten werden nicht aus der Schule herausgetragen.“

Besser auf Elternsprechtage vorbereiten

Mit den gewonnenen Informationen möchte er mithelfen, „eine neue Kommunikationsstruktur aufzubauen“. Es gehe darum, die Lehrer beispielsweise auf den Elternsprechtag vorzubereiten. „Die Schulen müssen sich mehr Zeit nehmen und viel mit Eltern arbeiten“, sagt Pflüger. Gespräche von 15 bis 30 Minuten könnten zur Regel werden.

„Die Eltern sind häufig verunsichert und erwarten zurecht eine professionelle Beratung. Deswegen haben wir uns eine externe und professionelle Unterstützung ins Haus geholt“, erläutert Maslow. „Wir haben glücklicherweise ein sehr junges Kollegium, das offen für neue Möglichkeiten ist.“

Die Lehrer sollen dank der Erkenntnisse aus der Talentsuche ihre Schüler auch bei der Wahl einer Arbeitsgemeinschaft besser beraten können. „Wir haben einen großen AG-Bereich, aber häufig gehen die Schüler nur wegen einer Freundin oder eines Freundes in eine AG. Durch das Projekt können wir anders auf die Schüler eingehen“, sagt Maslow.

Drei Sponsoren helfen

Sie formulierte gemeinsam mit Schuldirektor Dr. Christoph Peters, Prof. Dr. Franz Mönks von der Stiftung für Begabtenförderung und dem Schulamt der Stadt Goch bereits vor zwei Jahren Ideen zur Talententwicklung am Städtischen Gymnasium. Nun kann das Projekt umgesetzt werden, weil drei Sponsoren die Finanzierung für die nächsten drei Jahren zugesichert haben. Die Stadtwerke Goch und die Sparkasse Goch tragen jährlich Kosten von jeweils 3000 Euro, und der Förderverein des Gymnasiums steuert pro Jahr zwischen 1000 und 1500 Euro bei.

„Dafür sind wir sehr dankbar“, stellt Schulleiter Peters fest. „Wir sind begeistert vom Projekt und wollten unbedingt daran arbeiten.“ Hermann-Josef Kleinen, Leiter des Fachbereichs Jugend, Schule und Sport, kündigte an: „Wir werden versuchen, dieses Projekt auch nach den drei Jahren weiter zu finanzieren.“ Vor dem ersten Test soll das Konzept bei einem Elternabend noch einmal ausführlich vorgestellt werden.

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