Der heilige Cyriakus im Park

Foto: Thomas Momsen

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Vor dem Rathaus würden einige Weezer das Kriegerehrenmal gerne sehen.

Als Michael Pawlowski in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung seine Ideen für den Cyriakusplatz vorstellte (NRZ berichtete), da war der Gemeindeplaner nicht erfreut, dass einige Politiker dort gerne wieder die Cyriakus-Statue sehen würden. Das Ehrenmal, das seinen Platz im Park am Bahnhof hat, passt dem Architekten nicht ins Konzept eines modernen Rathausvorplatzes. Was ist das für eine Statue, die einst auf dem Cyriakusplatz stand und die auch Weezes Bürgermeister Ulrich Francken dort gerne wieder hätte? Wir haben uns das steinerne Geschichtszeugnis im Park des Alten Friedhofs angeschaut. Dieser heilige Cyriakus sieht anders aus als der im Gemeindewappen. Statt Mönchskutte trägt die Figur, die 1929 eingeweiht wurde, eine Rüstung. Weezes Ortspatron, der Märtyrer St. Cyriakus, tritt als Krieger auf. Die Weezer nennen die Statue „Spekulatius-Mann”, da das Relief an die gestanzten Figuren der Weihnachtsleckerei erinnert. Doch trotz des charmanten Kosenamens wirkt die massive Säule martialisch. Das hat mit der Zeit zu tun, in der sie entstanden ist. Zum Gedenken der Toten des Weltkriegs hat die Gemeinde das Ehrenmal in den 20er Jahren unter Bürgermeister Heinrich Tenhaeff in Auftrag gegeben. Der Weezer Wilhelm Janssen hat die Geschichte aufgearbeitet und 2001 im Jahrbuch des Arbeitskreises Weezer Heimatgeschichte veröffentlicht. Hier ist unter anderem nachzulesen, dass der Bildhauer Arnold Hensler und der Architekt Edmund Fabry den Künstler-Wettbewerb mit ihrem Entwurf „Martyrerschwert” gewannen. Im September 1929 wurde ihr Ehrenmal auf dem Cyriakusplatz eingeweiht. Von dem einst 7,50 Meter hohen Pfeiler aus Klinkern und Muschelkalk ist laut Janssen nur noch das Relief mit der Cyriakusfigur erhalten. Die Steinbänder mit den Namen der Gefallenen sind verschwunden. Rund 40 Jahre nach der Einweihung beschloss der Rat 1965, die Figur in den Park am Alten Friedhof zu verlegen, um Platz für den Neubau des Rathauses zu machen. Weitere vier Jahrzehnte später denken die Weezer Politiker nun darüber nach, das Kriegerehrenmal wieder zum Rathaus zu holen.

Der Jahrbuch-Artikel ist im Gemeindearchiv einsehbar, 02837/91 01 92

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