Kultur

Drei neue Bilder der Familie Koekkoek entdeckt

Segelboote mit Kirchturm im Hintergrund. Jan H.B. Koekkoek, 1861.

Segelboote mit Kirchturm im Hintergrund. Jan H.B. Koekkoek, 1861.

Foto: Jan H.B. Koekkoek

Kleve/Ede.   Der junge Kunsthändler Kas Buunk erwarb drei Gemälde aus der berühmten Künstlerfamilie. Am Samstag sind die Werke Klever Haus Koekkoek zu sehen

In den vergangenen drei Wochen sind drei Gemälde der Künstlerfamilie Koekkoek entdeckt worden. Die Bilder wurden als unbekannte Meister in verschiedenen Auktionshäusern in der Region Gooi und Amsterdam angeboten. Der junge Kunsthändler Kas Buunk (25) konnte sie als Werke von Hermanus und Jan Koekkoek identifizieren. Die Werke sind am kommenden Samstag passend zum niederländischen Koningsdag im Haus Koekkoek in Kleve zu sehen. Um 15 Uhr werden die Kunsthändler Kas und Frank Buunk einen Vortrag halten: Wie entdeckt man ein Gemälde?

Enge Verbindung zum Museum

Barend Cornelis Koekkoek ist der Bedeutendste aus der Malerfamilie und wohnte in einem eigens erbauten Künstlerpalais in Kleve, heute Museum. Dort werden mehrere hundert Gemälde der Malerdynastie und der Schüler um B.C. Koekkoek aufbewahrt und ausgestellt. Frank Buunk, Vater von Kas Buunk, steht seit den 1980er Jahren in Verbindung mit dem Museum und sitzt seit 2012 im Vorstand der Stiftung B.C. Koekkoek-Haus. Derzeit unterstützen die beiden das Museum tatkräftig beim Taxieren der Sammlung des Hauses. „Simonis en Buunk unterstützen seit Jahren das B. C. Koekkoek-Haus mit echter Leidenschaft für das Werk der Koekkoek-Familie. Kas Buunk ist ein junger Sherlock Holmes! Wir sind froh, dass sie uns beim Taxieren unterstützen,“ so die künstlerische Leiterin des Hauses, Ursula Geisselbrecht.

Hermanus Koekkoek war der brillante Marine-Interpret der Koekkoek-Dynastie und gilt als einer der besten Marinemaler aller Zeiten. Der erste Fund war ein Gemälde, bezeichnet als „Jan H.B. Koekkoek, nicht signiert. Kas Buunk fand bald ‘H. Koekkoek’ auf der rechten Seite des gemalten Hauses. „Wir konnten an der Qualität und dem Pinsel erkennen, dass es sich um Hermanus handelte“, sagt Buunk, „aber es ist auch signiert, was viel Sicherheit und Mehrwert bietet.“

Niederländische Romantik

Die zweite Entdeckung ist ein Gemälde von Willem Koekkoek, der als einziger seiner Familie auf das niederländische Stadtbild spezialisiert war. Kas Buunk: „Es wurde beschrieben als ‚Holländische Schule, Monogramm K.K.‘, aber der erste Buchstabe ist ein W!“ Ein ähnliches Gemälde stammt aus dem Jahr 1860, als der Künstler 21 Jahre alt war, und befindet sich im B.C. Koekkoek-Hauses in Kleve. „Wie die meisten der Städtemaler seiner Zeit benutzte Willem Koekkoek Motive aus der Wirklichkeit für seine Kompositionen. Beide Werke aus 1860 verarbeiten die Kirche in Zaltbommel, mit einigen künstlerischen Freiheiten.“

Das dritte Gemälde ist mit vollem Namen signiert und datiert „Jan H.B. Koekkoek 1861“, so wie der vielseitige Maler aus dem Gooiland sich selbst nannte. Kas Buunk: „Auf diesem Marinestück sieht man, besonders am Himmel und in den Wellen, die Schule seines Vaters. Zufällig war auch er 21 Jahre jung, als er dieses Bild malte.“

Herausragende Malerfamilie

Mit achtzehn Malern aus fünf Generationen nimmt die Familie Koekkoek einen herausragenden Platz in der niederländischen Malerei des 19. Jahrhunderts ein. Kas Buunk ist Vorsitzender der niederländischen, von Kunsthandel Simonis und Buunk ins Leben gerufenen Koekkoek Documentatie Stichting http://www.koekkoekdocumentatie.nl/. Diese Stiftung setzt sich dafür ein, das gesamte Werk der Koekkoek-Dynastie zu dokumentieren und abzubilden, um den Fälschungen zu entlarven. „Wir haben bereits ein Archiv aufgebaut, aber nach der Bewertung des Koekkoek-Hauses ist die Zeit reif, um mit der Welt zu teilen“, sagt Buunk.

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