Schulprojekt

Gocher Gymnasiasten drehen Kurzfilm

Aurelie Nguyen unterstützt Jesse Mickle beim Dreh einer Szene auf dem Rasen des Hubert-Houben-Stadions.

Aurelie Nguyen unterstützt Jesse Mickle beim Dreh einer Szene auf dem Rasen des Hubert-Houben-Stadions.

Foto: Niklas Preuten

Goch.   Die „Teaching Artists“, zwei junge Filmschaffende aus den USA und Südafrika, arbeiten mit der Klasse 8a. Am Set wird Englisch gesprochen.

„Once again“: Jesse Mickles Bitte, die Szene „noch einmal“ zu wiederholen, schallt über den Rasen des Hubert-Houben-Stadions. In der Projektwoche hören die Schülerinnen und Schüler der 8a des Gymnasiums Goch wohl keinen englischen Ausdruck öfter. Am kleinen Set des Kurzfilms, den die bilinguale Klasse mit dem US-Amerikaner und dessen Schauspielkollegen Cagn Cochrane aus Südafrika dreht, wird Englisch gesprochen. Also dann, „once again“: Die geschminkten und in Schwarz und Weiß gekleideten Achtklässler legen sich noch einmal ins nasse Gras.

„An einer Szene haben wir drei Stunden gearbeitet“, erzählt Marti Mlodzian, doch genervt sind er und seine Klassenkameraden von dem Perfektionismus der beiden „Teaching Artists“ nicht. Die Zusammenarbeit mit den Profis motiviert die Mädchen und Jungen, die vor und hinter der Kamera stehen. Sie haben den fünf bis sieben Minuten langen Film, der in einer zukünftigen Welt spielt, in der plötzlich das Internet abgeschaltet wird, zu ihrem Projekt gemacht.

„Großartiges Englisch“: Profis loben die Schüler

„Wir sind beeindruckt, wie selbstständig die Klasse ist. Das macht uns die Arbeit leicht“, sagt Cagn Cochrane. Kommunikationsprobleme gibt es keine. „Die Schüler sprechen ein großartiges Englisch“, stellt der Südafrikaner fest, der während der Projektwoche mit Jesse Mickle im Gästehaus zum Padre untergebracht ist und die morgens die Sonne an der Nierswelle genießt.

Englischlehrerin Annika Vorberg holte die jungen Filmschaffenden an das Gymnasium Goch. Das Projekt der Bildungsinitiative Leap hatte sie bereits im vergangenen Jahr in ihrem Referendariat in Kamp-Lintfort kennen gelernt und nun die Idee der Gocher Schulleitung vorgeschlagen. Dank der finanziellen Unterstützung des Fördervereins mussten die Schülerinnen und Schüler nur einen geringen Eigenanteil leisten. „Sie sprechen fünf Tage lang Englisch. Das hilft ihnen, die Sprache ganz natürlich zu nutzen“, sagt Vorberg. Ein weiterer Lerneffekt: „Beim Drehen müssen sie auf den Punkt konzentriert sein und zwischendrin auch mal Langeweile aushalten können“, so die Lehrerin.

Filmfestival in Essen

Über Lockerungsübungen, kleine Rollenspiele, Standbilder und einen 16-Sekunden-Clip tastete sich die Gruppe an den Film heran. Die Kinder schrieben am Drehbuch mit, bauten Kulissen auf, schminkten sich gegenseitig, halfen bei der Regie und sorgten für guten Ton. Und ein großer Teil der Klasse wollte selbst schauspielern. „Das ist außergewöhnlich. Wir mussten ein echtes Casting machen“, erzählt Cagn Cochrane lächelnd. „Die Klasse ist künstlerisch total begeistert und begabt“, sagt Annika Vorberg.

Das Resultat ihrer Kreativität werden die Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern Ende Juni bei einem Filmfestival in Essen auf großer Leinwand erleben. Dort werden auch die Filme der anderen Schulen gezeigt, mit denen die „Teaching Artists“ drehten. Eine mit Schülern besetzte Jury vergibt am Ende Preise für die gelungensten Werke.

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