Kunst

Guido de Werd verlässt Museum Kurhaus Kleve

Foto: WAZ FotoPool

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Kleve.Wenn Guido de Werd am 14. Juni 2010 aus dem aktiven Dienst der Stadt Kleve ausscheidet, verlässt eine Institution seinen Posten. Dann hat der Kunsthistoriker 38 Dienstjahre hinter sich, 34 davon als Museumsleiter.

Ohne ihn sind mehr als drei Jahrzehnte Museumsarbeit in Kleve kaum denkbar, ohne ihn wäre das Museum Kurhaus Kleve sicher ein anderes. Und so sah es gestern auch Bürgermeister Theo Brauer: „Haus Koekkoek, Museum Kurhaus und Guido de Werd – das sind Synonyme.“ Kein endgültiger Abschied

Doch ist der Abschied des langjährigen Museumsmachers kein endgültiger, noch nicht. Guido de Werd bleibt dem Museum als sogenannter Senior-Kurator erhalten und wird die Vollendung des Bauprojektes Friedrich Wilhelm-Bad in enger Zusammenarbeit mit Architekt Prof. Walter Nikkels und der Stadt Kleve bis zu seiner geplanten Eröffnung im September 2011 begleiten. „Bis dahin“, so de Werd, „sollte das Bauprojekt beendet, mindestens aber auf einem guten Weg sein.“ Dafür werde er sehr engagiert arbeiten. So will er die Einrichtung des erweiterten Museums entwerfen, die für die Wiedereröffnung geplanten Publikationen herausgeben, zu denen unter anderem ein Sammlungskatalog gehören wird – gleichsam eine Bilanz seiner fast 40-jährigen Sammlertätigkeit für das Museum.

Ausschreibung im Frühling 2011

„Ich bin der Stadt Kleve sehr dankbar für diese Lösung“, sagte ein sichtlich bewegter Guido de Werd. Zum 15. Juni wird der Kustos des Hauses, Dr. Roland Mönig, die kommissarische Leitung übernehmen. „Ich hoffe, so der scheidende Museumsleiter, „dass er in meinem Geiste, aber auch mit verjüngtem Blick weitermacht.“

Die Stadt wird die Stelle der Museumsleitung im Frühling 2011 ausschreiben. Der neue Museumsdirektor soll diese zum 1. Januar 2012 antreten. Roland Mönig, der seit 1997 am Museum Kurhaus Kleve tätig ist, kündigte an, sich um diese Stelle zu bemühen.

Die Eröffnung des Friedrich Wilhelm-Bades sei der krönende Abschluss der fast 40-jährigen Tätigkeit de Werds, unterstrich Brauer. „Kleve ist traurig, dass der Abschied von ihm nun beginnt.“ Und: Die Fußstapfen seien groß, in die ein Nachfolger treten werde. Allerdings, „ob Guido de Werd je loslassen kann“, müsse sich erst noch zeigen.

Eine Zäsur

Das konnte sich auch Klaus Hommel, Vorsitzender des Freundeskreises Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus, nicht recht vorstellen. „Ich bin angesichts der personellen Lage dankbar, dass Guido de Werd während der Bauphase noch hier bleibt“, unterstrich Hommel. Mit Blick auf das – letztmalig von de Werd vorgestellte – Ausstellungsprogramm für das kommende Jahr: „Die Güte und die großen Namen gewähren uns einen guten Übergang in die Zukunft.“

Der Abschied von Guido de Werd kommt einer Zäsur gleich, die Bürgermeister Brauer zu Recht „abgefedert“ nannte. Und auch die Verabschiedung des Museumsleiters wird es erst nach der Eröffnung des fertig gestellten Museums im September 2011 geben. Es ist ein Abschied auf Raten, aber eben ein Abschied, der eine Lücke hinterlässt

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