Technische Mängel

Baumängel: Kleve lässt Wohnungen an der Grabenstraße räumen

An der Grabenstraße in Kleve wurden am Mittwoch mehrere Wohnungen wegen technischer Mängel geräumt.

An der Grabenstraße in Kleve wurden am Mittwoch mehrere Wohnungen wegen technischer Mängel geräumt.

Foto: Andreas Gebbink / NRZ

Kleve.  Die neuen Häuser an der Grabenstraße wurden zu früh bezogen. Es gab keine Bauabnahme. Gravierende Mängel an Gas- und Stromleitungen festgestellt.

Ratlose Gesichter an der Klever Grabenstraße. Völlig überraschend musste die Stadt Kleve am Mittwoch mehrere Wohnungen in einem Neubau wegen technischer Mängel räumen. Die Wohnungen waren bereits vor einigen Wochen bezogen worden, obwohl für das Gebäude noch keine Abnahme erfolgt ist. Baudezernent Jürgen Rauer klärte gestern die verdutzten Mitglieder des Hauptausschusses über die Situation auf.

24 Wohnungen vermutlich betroffen

Noch am frühen Abend herrschte auf der Grabenstraße reges Treiben. Sämtliche Bewohner, es soll sich um 24 Wohnungen handeln, müssen ihre Bleibe räumen. Ordnungsamtsleiter Ralph van Hoof und ein Mitarbeiter der Bauordnungsbehörde weilten gegen 20 Uhr vor Ort, um den Anwohner Rede und Antwort zu stehen. Bürgermeisterin Sonja Northing sagte im Hauptausschuss, dass ihre Bauverwaltung mehr oder weniger den ganzen Tag mit diesem Fall beschäftigt war. Denn die Stadt musste sich auch um einen Wohnungsersatz für die betroffenen Menschen kümmern.

Ralph van Hoof teilte der NRZ vor Ort mit, dass man das Haus Maternus in Materborn als vorübergehende Notunterkunft habe nutzen können.

Die Stadt Kleve hatte am Mittwoch festgestellt, dass die derzeit im Bau befindlichen Wohngebäude auf der Graben- und auf der Bahnhofstraße ohne vorherige Bauabnahme bezogen wurden. Die erforderliche Fertigstellungsanzeige sei unterblieben, teilte die Verwaltung in einer Presseerklärung mit. Eine Bauabnahme konnte daher nicht durchgeführt werden. Aufgrund eines eingegangenen Hinweises wurde eine Ortsbesichtigung durchgeführt, bei der massive brandschutztechnische Mängel festgestellt wurden. Hiervon betroffen seien unter anderem Rettungswege und unsachgemäß verlegte Gas- und Elektroleitungen.

Leitungen seien unsachgemäß verlegt worden

Daher habe die Verwaltung die Benutzung des Gebäudes unmittelbar untersagen müssen, so Jürgen Rauer im Ausschuss. Die Eigentümer und Bewohner wurden unverzüglich durch die Mitarbeiter der Stadt Kleve informiert und beraten. Ein Bezug der Wohnungen ist erst nach Behebung der festgestellten Mängel möglich. Der Vermieter ist als Verursacher in der Pflicht, den Bewohnern einen Ersatz zur Verfügung zu stellen. Sollte dies nicht möglich sein, wird sich die Stadt Kleve um eine Unterbringung kümmern. „Die Kosten hierfür sind vom Vermieter zu tragen“, stellte die Stadt in einer Presseerklärung klar.

Die Anwohner haben viele Fragen: Was ist mit meiner Miete, muss ich diese zahlen? Wann kann ich zurück in meine Wohnung? Die Bauordnungsbehörde riet den Anwohnern, in diesem Fall schnellstens Kontakt mit dem Vermieter aufzunehmen.

Die Wohnungen können erst dann bezogen werden, wenn die baulichen Mängel tatsächlich beseitigt worden sind.

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