Kultur

Kleve: Rundgang durch die Geschichte des jüdischen Lebens

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Ein Bild von der Einweihung der Klever Synagoge im Jahr 1821.

Ein Bild von der Einweihung der Klever Synagoge im Jahr 1821.

Foto: Haus der Begegnung - Beth Hamifgash

Kleve.  In Kleve wird eine Stadtführung mit der Historikerin Helga Ullrich-Scheyda zu den wichtigsten Orten jüdischen Lebens in Kleve angeboten.

Am 24. August ist es genau 200 Jahre her, dass die Klever Synagoge an der Reitbahn feierlich eingeweiht wurde. Zugleich wird in diesem Jahr 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland gewürdigt. Im Rahmen des bundesweiten Programms lädt der Verein Haus Mifgash zu einer Stadtführung mit der Historikerin Helga Ullrich-Scheyda ein, in der die jahrhundertelange, wechselhafte jüdische Geschichte in Kleve lebendig wird. Startpunkt ist am Samstag, 14. August, um 11 Uhr am Synagogenplatz an der Reitbahn. Eine Voranmeldung per Mail an haus@mifgash ist erbeten, man kann aber auch noch spontan kommen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Wie lebten Juden in Kleve zu den Zeiten des Großen Kurfürsten und der ersten preußischen Könige?

Ausgehend von dem heute leeren Synagogenplatz wird die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Kleve, die bis in das 17. Jahrhundert zurückreicht, nachgezeichnet. Wie lebten Juden in Kleve zu den Zeiten des Großen Kurfürsten und der ersten preußischen Könige? Welche Auswirkungen hatte die französische Revolution und die Politik Napoleons? Wie gestaltete sich die Emanzipation der Juden im 19. Jh. und war der wachsende Antisemitismus seit Ende des 19. Jh. auch in Kleve spürbar? Wie lebten die jüdischen Familien in Kleve und wie gestalteten sie das Leben der Stadt mit? Und zuletzt auch: Wie war ihr Schicksal in der Zeit des Nationalsozialismus?

Die Führung endet am jüdischen Friedhof

Die Führung endet am jüdischen Friedhof, der mit den noch vorhandenen Grabsteinen ein eindrückliches Denkmal jüdischen Lebens in Kleve ist. Im direkten Anschluss an die Führung besteht die Gelegenheit, sich an der Kunstaktion #grundsteinhausmifgash zu beteiligen. 700 Klever Bürgerinnen und Bürger schreiben hier ihre persönliche Antwort auf die Frage „Wie wollen wir zusammen leben“ auf lederweiche Tontafeln. #grundsteinhausmifgash biegt auf die Zielgerade ein: Schon 554 Klever und Kleverinnen jeden Alters haben ihren Grundstein für Haus Mifgash gestaltet, die jüngste war drei, die älteste 90 Jahre alt. Am Wochenende baut die Künstlerin Nicole Peters ihren Aktionsstand an vier Orten auf:

Am Samstag, 14. August, ab 12.30 Uhr ist der Stand am Jüdischen Friedhof auf der Ernst-Goldschmidtstraße. Dort endet auch der Stadtrundgang zur jüdischen Geschichte Kleves und man kann dann unter dem Eindruck des Gesehenen und Gehörten die Tonziegel beschriften.

Von 14 bis 17 Uhr ist die Aktion auf dem Parkplatz neben Edeka Brüggemeier in der Unterstadt zu Gast, so dass auch viele der internationalen Studierenden eine Chance zum Mitmachen bekommen. Ab 18 Uhr dann ist die Kunstaktion zu Gast am Aussichtsturm, bevor dort das Waldkino-Vergnügen beginnt.

Und am Sonntag, 15. August, von 11 bis 18 Uhr öffnet der Garten Atelier Peters an der Maasstraße 12 in Goch-Asperden seine Tore zu einem Sondertermin.

Alle Infos unter www.mifgash.de

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