Die Missbrauchsvorwürfe gegen den ehemaligen – und bereits verstorbenen – Schulleiter des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, Alfons Freistühler, nehmen im Umfang zu. Aufgrund der Presseberichterstattung am vergangenen Samstag haben sich sechs weitere Personen beim Interventionsbeauftragten des Bistums, Peter Frings, gemeldet. Frings informierte am Mittwoch darüber die Presse.

Grenzüberschreitendes Verhalten

So gebe es fünf weitere Personen, die über sexuelle Übergriffe des ehemaligen Schulleiters und Priesters in seiner Klever Zeit (1970 bis 1980) berichtet haben. Eine Person habe sich aus Brilon gemeldet, wo Freistühler in seinen Anfangsjahren tätig war. Dieser Fall werde jetzt vom Erzbistum Paderborn weiter verfolgt, so Frings.

Alle jetzt neu aufgeworfenen Fälle seien mit einem grenzüberschreitenden Verhalten einhergegangen und eindeutig sexuell konnotiert gewesen. Frings, der mittlerweile über viel Erfahrung im Umgang mit Missbrauchsfällen verfügt, gibt an, dass sechs Meldungen innerhalb von einer knappen Woche sehr viel sind. Aus den Gesprächen mit den Betroffenen könne er heraushören, dass es noch weitere Fälle geben muss.

Details über die gemeldeten, sexuellen Übergriffe nannte Frings nicht.

Briefe wurden der Staatsanwaltschaft übergeben

Dem Bistum sind auch zwei Briefe überreicht worden, die auf Kleveblog veröffentlicht worden sind, und von Frings jetzt an die Klever Staatsanwaltschaft weitergeleitet wurden. Die Briefe wurde von einer Schulsekretärin im Auftrag von Alfons Freistühler 1978 erstellt. In diesen Briefen wird deutlich, dass Freistühler offenbar mehrere Patenkinder hatte und er kündigte einer Schwester Oberin an, dass er einen Buben auf seinem Zimmer schlafen lassen wolle. Aus dem weiteren Verlauf der Briefe wird deutlich, dass Freistühler häufig mit Kinder in einem Zimmer geschlafen hat.

Der Interventionsbeauftragte erzählt, dass eine Schulsekretärin des Stein-Gymnasiums einen Fall von sexuellen Missbrauch rechtzeitig verhindert habe. Eine Betroffene habe ihm den Fall geschildert. Der Vorfall sei aber nie gemeldet worden, weil dies vermutlich negative Konsequenzen für die Sekretärin bedeutet hätte.

Betroffene können sich melden

Freistühlers Grabmal befindet sich auf dem Priesterrondell auf dem Klever Zentralfriedhof. Was mit seiner Grabplatte geschehen soll, werde im in der Pfarrgemeinde diskutiert, so Frings.

Betroffene können sich beim Bistum melden unter 0251/4956031 oder per Mail an .