Hallenbad Kleve

Kleves erste Badeanstalt

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Hallenbad Kleve. Schon im September 1912 gab es ein Internationales Schwimmfest in Kleve.

Hallenbad Kleve. Schon im September 1912 gab es ein Internationales Schwimmfest in Kleve.

Foto: Josef Labs

Kleve.   Vor 110 Jahren wurde in Kleve das erste Stadtbad eröffnet, vor 60 Jahren das heutige Hallenbad. Es wird nächsten Samstag ersetzt durchs Kombibad.

Am nächsten Samstag, 27. Oktober, wird endlich das Sternbusch-Bad ab 13 Uhr mit einem Familientag eröffnet. Es ist das dritte Hallenbad in der Geschichte der Stadt Kleve. Nach 110 Jahren wechselt es erstmals den Standort.

Bisher lag Kleves Schwimmbad immer an der Kermisdahlstraße nahe der Stadthalle. Vor 110 Jahren, genau am 22. Dezember 1908, wurde hier die erste öffentliche Badeanstalt nach nur 17-monatiger Bauzeit eröffnet. An gleicher Stelle stand vorher die Gasfabrik, die für das Bauvorhaben abgerissen wurde.

Pläne für den Bau eines Schwimmbades gab es schon länger. Zunächst hatten die Stadtväter an ein einfaches Volksbad gedacht. 1906 stand das Thema erneut auf der Tagesordnung. Jetzt sollte das Schwimmbad eine Nummer größer werden, schließlich war „Bad Cleve“ damals eine Fremdenverkehrsstadt.

Nur noch auf alten Fotos sieht man, wie prachtvoll diese erste Badeanstalt gewesen sein muss. An der Stirnwand des dominanten Gebäudes mit dem hohen Schornstein war der Spruch „Dem Schwan aus Deiner Heimat Wasserzeichen / Magst, Kinder der Stadt, im Wasserspiel Du gleichen“ der Schriftstellerin Johanna Baltz aus Arnsberg in großen Lettern zu lesen.

Schon zwei Jahre nach der Eröffnung gründete sich der „Clever Schwimmverein 1910 e.V.“, der bis heute ein aktives Vereinsleben führt. Auch gab es damals den „Damenschwimmverein Cleve“.

Viel Freude hatten die Klever in den Anfangsjahren allerdings nicht an ihrem Bad. Während des Ersten Weltkrieges war es wegen Kohlenmangels überwiegend geschlossen, 1923 wurde es sogar an ein Lichtspieltheater vermietet. Am 7. Juni 1925 wurde es wieder voll in Betrieb genommen.

Vorher musste aber zumindest in den Sommermonaten nicht ganz auf den Schwimmsport verzichtet werden: Nach dem Ersten Weltkrieg besetzten belgische Truppen Kleve. Für sie wurde am Kermisdahl bei den „Schwarzen Latten“ ein Freibad errichtet, das auch von den Klever Schwimmvereinen genutzt werden konnte.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Kleves erstes Stadtbad während der Luftangriffe restlos zerstört.

An der selben Stelle wurde viele Jahre später das heutige Hallenbad gebaut. Der erste Spatenstich erfolgte am 26. September 1956 durch Oberkreisdirektor Hans Smeets. Bauherr war die „Hallenbadschwimmbad GmbH“, an der sich der Kreis Kleve, die Stadt Kleve und die Gemeinde Kellen beteiligt hatten.

Eröffnet wurde das Hallenbad vor 60 Jahren, am 15. August 1958. Das Hallenbad „Königsgarten“ schließt endgültig am 21. Oktober 2018. Danach wird das Klever Hallenbad abgerissen.

Zur Verabschiedung des alten Klever Hallenbades plant der „Kulturraum Kleverland“ eine zweiwöchige Kulturveranstaltung im alten Schwimmbecken mit Sängern, Kabarettisten und Orchester, Rock und Tango, zum Teil auf schwimmenden Bühnen.

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