Landesbehörde meldet den ersten Wolf im Kreis Kleve

Kreis Kleve.   Das Landesumweltamt (Lanuv) meldet jetzt den ersten Wolf im Kreis Kleve. Es handelt sich dabei um die Wölfin Naya, die über Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen in die Niederlande gewandert ist. Die Wölfin war im Mai 2016 in der Lübtheener Heide südlich von Schwerin geboren und im Herbst 2016 mit einem Halsbandsender ausgestattet worden.

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Das Landesumweltamt (Lanuv) meldet jetzt den ersten Wolf im Kreis Kleve. Es handelt sich dabei um die Wölfin Naya, die über Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen in die Niederlande gewandert ist. Die Wölfin war im Mai 2016 in der Lübtheener Heide südlich von Schwerin geboren und im Herbst 2016 mit einem Halsbandsender ausgestattet worden.

Mit Halsbandsender

In der Weihnachtszeit erreichte sie die Niederlande und bog dort in Richtung Süden ab, so das Landesumweltamt. Möglicherweise suchte sie nach einer geeigneten Stelle, um den Rhein zu überqueren. Am 28. Dezember 2017 kam sie dann von Norden in den Kreis Kleve. Bei Emmerich gelang es ihr zunächst die Autobahn A 3 und dann den Rhein zu überqueren. Sie hielt sich hier nicht auf, sondern lief weiter Richtung Süden. Sie querte die Autobahn A 57 im Raum Kalbecker Heide bei Weeze, überschritt am 29. Dezember 2017 erneut die deutsche Grenze und erreichte den niederländischen Nationalpark de Maasduinen. Sie durchquerte niederländisches Gebiet und zog am 2. Januar 2018 nach Belgien weiter. Sie hält sich derzeit auf einem Truppenübungsplatz 70 Kilometer vor Brüssel auf.

2017 verließ die Wölfin das elterliche Territorium, überquerte die Elbe und wanderte 700 Kilometer in Richtung Westen. Wie Dr. Norman Stier, Leiter des Wolfsforschungsprojektes an der TU Dresden, jetzt dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW mitgeteilt hat, berührte die Wölfin Naya auf ihrem Weg von Mecklenburg-Vorpommern nach Belgien im November und Dezember 2017 dreimal kurz das Gebiet von Nordrhein-Westfalen.

Für Kreislandwirt Josef Peters ist das Auftauchen des Wolfes im Kreis Kleve völlig neu. „Bislang haben wir immer gehofft, dass der Wolf es hoffentlich nicht in den Kreis Kleve schafft. Wenn er jetzt doch gesichtet worden ist, dann wird das bei einigen Kollegen Fragen aufwerfen“, so Peters. Rinder- und Schweinebauern müssen sich keine Gedanken machen: „Aber Schafzüchter dürften jetzt nervös werden.“

„Das beißt sich“

Hans Holtkamp aus Rees, ehemaliger Vorsitzender der Schafzüchter im Kreis Wesel, sieht jetzt einige Probleme auf die Kollegen im Kreis Kleve zugekommen: „Ein einzelnes Tier kann sehr gefährlich werden. Gerade für die Weideschäfer ist das eine Herausforderung.“ Holtkamp sieht die generelle landespolitische Leitlinie zu den Wölfen kritisch: „Einerseits soll die Weidehaltung gefördert werden, andererseits begrüßt man die Wiedereinführung des Wolfs. Das beißt sich doch.“

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