Hochschule Rhein-Waal

Naderer-Anwalt ist verärgert über Aloys Krieg

Heide Naderer muss laut Hochschulgesetz die Hochschule so lange führen, bis ein Nachfolger gewählt wurde.

Heide Naderer muss laut Hochschulgesetz die Hochschule so lange führen, bis ein Nachfolger gewählt wurde.

Foto: NRZ

Kleve.   Christoph Birnbaum nimmt Stellung zu den Vorgängen an der Hochschule Rhein-Waal. Seines Erachtens ist Aloys Krieg der Strippenzieher.

Christian Birnbaum, Anwalt der Klever Hochschulpräsidentin Heide Naderer, versteht es nicht: „Bislang hat noch keiner gesagt, was Frau Naderer eigentlich falsch gemacht hat. Hat sie goldene Löffel gestohlen? Oder private Restaurantbesuche als Arbeitsessen deklariert? War sie frech? Nein, Frau Naderer hat keinem etwas getan. Für mich sind die ganzen Vorgänge an der Hochschule Rhein-Waal zu 80 Prozent völlig unverständlich. Vielmehr gewinnt man den Eindruck, dass der Hochschulratsvorsitzende Aloys Krieg keine Lust mehr auf Frau Naderer hat und sie loswerden will.“ Krieg betreibe seines Erachtens Mobbing und sei der eigentliche Strippenzieher.

Als absolute Unverschämtheit sieht der Kölner Anwalt das jüngste Schreiben an die Studierenden (wir berichteten). Darin hieß es, dass Heide Naderer zwar mit sofortiger Wirkung vom Amt der Präsidentin zurückgetreten sei, sie aber über ihren Anwalt habe wissen lassen, dass „sie weiterhin als kommissarische Präsidentin der Hochschule arbeiten wolle“. Birnbaum stellt gegenüber der NRZ klar, dass von „wollen“ überhaupt keine Rede sein könne: „Sie muss“. Denn das Hochschulgesetz sehe gar keine andere Möglichkeit vor. Im Falle eines Rücktritts sei sie verpflichtet bis zur Wahl eines neuen Präsidenten das Amt auszufüllen. Andernfalls drohe ihr die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis.

Vielmehr habe es Aloys Krieg versäumt, die Hochschulwahlversammlung zusammenzurufen. Dieses Gremium hätte die Präsidentin bitten können, die Amtsgeschäfte ruhen zu lassen. „Aber stattdessen hat er die Wahlversammlung abgesagt. Aloys Krieg hat es verbockt“, so Birnbaum. Das öffentliche Schreiben an die Studierenden wertet er als „Bösartigkeit“: „Ich habe es Herrn Krieg vorab schriftlich und mündlich erklärt. Er müsste nur ins Hochschulgesetz schauen.“ Auch die jetzt angedachte Interimslösung sei gar nicht möglich, da vom Gesetz nicht vorgesehen.

Mit der öffentlichen Erklärung habe sich Aloys Krieg diskreditiert. „Man sollte eher über seine Absetzung als Hochschulratsvorsitzender nachdenken. Denn in Kleve gibt es ein strukturelles Problem“, so Birnbaum.

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