110 Meter breit, 30 Meter hoch, mit 1200 Quadratmetern LED-Videotafeln bestückt – so macht sich die neue Mainstage „Green Energie“ im neuen „Stadtteil“ von Parookaville breit. Die ersten erwarteten 35.000 Campern, die Donnerstag anreisen, ahnen diese Hauptbühne aber erst mal nur von hinten. Denn das Festival für 80.000 Bürger eröffnet Freitag.

Wir haben uns verrückte Sachen einfallen lassen

Wie die Mainstage aussieht, darf niemand verraten. „Wir wollen unsere Gäste überraschen“, man habe schließlich alles „mit einer Leidenschaft, so groß wie möglich“ vorbereitet, sagt Bernd Dicks, mit Norbert Bergers und Georg van Wickeren Macher, als „drei Jungs vom Dorf“ vor drei Jahre einfach mal ‘ne tolle Party machen wollten. Dass innerhalb kürzester Zeit Deutschlands größtes Dance Festival daraus wurde, sei „gigantisch“.

Seit drei Wochen bauen sie auf. „Die Zeit brauchen wir auch. Schlafentzug messen wir mittlerweile in Tagen“, beschreibt Bernd Dicks. Dabei haben er und 20 Angestellte der Parookaville GmbH ein Jahr lang schon daran gearbeitet. Wieder mit Liebe zum Detail.

Noch läuft der Aufbau vor der zweiten Mainstage, Bill's Factory.
Noch läuft der Aufbau vor der zweiten Mainstage, Bill's Factory.© Astrid Hoyer-Holderberg

„Wir haben uns verrückte Sachen einfallen lassen“ grinst er spitzbübisch. Allein die Mainstage bei Tage und bei Nacht! Überall sind Witzigkeiten wie Ostereier versteckt. „Wir möchten, dass die Leute auch nach drei Tagen noch nicht alles gesehen haben“ . Zum Beispiel stehen auf eigens angefertigten Plakaten ganz beiläufig Handynummern. Und wer die wählt, bekommt Comedy zu hören. Dicks wünscht sich, dass die Leute bei ihren Entdeckungen denken: ‘Krass, daran haben die auch gedacht’. „Es ist einfach das coolste Festival, zu dem wir selbst hingehen wollten. Nur leider müssen wir arbeiten“, lacht Dicks.

Die Figur Bill Parooka wird zusammen gebaut, Künstlerin Maja Thommen packt den Kopf, Kiek Schluter setzt ihn fachmännisch auf.
Die Figur Bill Parooka wird zusammen gebaut, Künstlerin Maja Thommen packt den Kopf, Kiek Schluter setzt ihn fachmännisch auf.© Astrid Hoyer-Holderberg

Witzig und neu ist die Idee des „Waschsalons“, für den das Parookaville-Team bei den Händlern im Kreis Kleve 40 alte Maschinen zusammen holte, die mit Schwarzlicht und Schaumkanonen geladen werden. „Wir haben es schon getestet, sehr, sehr geil“, strahlt Bernd Dicks. „Es ist wohl für die DJs auch das erste Mal, dass sie auf Waschmaschinen auflegen und selbst den Schleudergang einlegen.“

Neue Flammenwerfertürme

Die Vorjahres-Mainstage wurde zur zweiten Hauptbühne „degradiert“, macht aber mächtig ‘was her mit neuen Flammenwerfer-Türmen im Gelände. „Ich möchte mindestens ein Mal auf den Knopf drücken!“, so Dicks.

 Zwei der drei Macher, die wissen, wo es lang geht: v.l. Norbert Bergers und Bernd Dicks, im Hintergrund die Kuppel des "Rathauses".
Zwei der drei Macher, die wissen, wo es lang geht: v.l. Norbert Bergers und Bernd Dicks, im Hintergrund die Kuppel des "Rathauses".© Astrid Hoyer-Holderberg

Beim Thema Sicherheit wird der Niederrheiner ernst. Respekt habe er bei der 80.000er Menge Bürger. Das ganze Jahr über liefen mit Polizei, Gemeinde und Sicherheitsdienst in Vorbereitungen. „Wir machen das Menschenmögliche. Zum Glück führen nur drei Straßen hier hin“. Und: „Jeder Besucher einer Großveranstaltung sollte seinen Teil beitragen, wachsam, aufmerksam, hilfsbereit sein. Das sind die einfachen Dinge, die ein Festival noch schöner machen“.

Wichtig sei auch, regelmäßig die Wetter-App zu checken.