Schlaganfall

Schnelle Hilfe bei Schlaganfall im Kreis Kleve

Bei der Vertragsunterzeichnung der Kooperation Föhrenbachklinik LVR-Klinik Bedburg-Hau mit Radboudumc Universitätsklinik Nimwegen v.l. Stephan Lahr, Dr. Christoph Baumsteiger, Prof.Dr. Frank Eric de Leeuw, Anita Tönnesen-Schlack und Tjeerd van den Broek (Nimwegen).

Bei der Vertragsunterzeichnung der Kooperation Föhrenbachklinik LVR-Klinik Bedburg-Hau mit Radboudumc Universitätsklinik Nimwegen v.l. Stephan Lahr, Dr. Christoph Baumsteiger, Prof.Dr. Frank Eric de Leeuw, Anita Tönnesen-Schlack und Tjeerd van den Broek (Nimwegen).

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kreis Kleve.   Vorteil für den Nordkreis Kleve: LVR-Föhrenbachklinik Bedburg-Hau und die Radboud-Umc-Universitätsklinik Nimwegen schlossen einen Partnervertrag.

„Jede Minute zählt“ für die Behandlung nach einem Schlaganfall. Welch ein Glück für den Nordkreis Kleve, das die Radboud-Umc-Universitätsklinik Nimwegen genau 22 Minuten Krankentransportweg von der LVR-Föhrenbachklinik Bedburg-Hau entfernt ist. Eine Kooperation, die schon seit einigen Jahren „sehr, sehr gut“ läuft, so sagte Kaufmännischer Direktor der Klinik, Stephan Lahr, die wurde gestern vertraglich abgesichert. Zehn Seiten hatten die Beteiligten zu unterzeichnen, dann stand die lebenserhaltende Partnerschaft auf offiziellen Füßen.

Besonders für die Menschen im Nordkreis Kleve

„Besonders die Menschen im Nordkreis Kleve werden davon profitieren,“ ist Chefarzt der Neurologischen Klinik, Dr. Christoph Baumsteiger, überzeugt. Die LVR-Föhrenbachklinik ist nun mal an Nimwegen näher dran als an der Krankenhäusern Krefeld, Düsseldorf, Duisburg, Essen, die für den Südkreis eher erreichbar wären. Bei Schlaganfall geht es um Minuten.

Bisher hieß es, nach einer Behandlung innerhalb sechs Stunden seien Symptome gut zu bessern oder verschwinden ganz. Heute, dank medizinischen und technischen Fortschritts, könne auch bis zu 16 Stunden nach einem Gefäßverschluss im Gehirn noch geholfen werden, sagt Koop-Partner Prof. Dr. Frank Erik de Leeuw, Neurologe und Epidemiologe an der Universitätsklinik Radboud-umc Nimwegen (Radboud university medical center). „Und trotzdem: Jede Minute zählt“.

Drip und ship ist eine lebensrettende Strategie

Nach einer Vordiagnostik an der Föhrenbachklinik oder dem Klever Krankenhaus praktizieren die Partner-Kliniken die „Drip and Ship“-Strategie, bei der auf deutscher Seite bereits blutverdünnende Mittel gegeben werden (Drip = Infusion) und währenddessen der Transport (= ship) zur Radboud-umc läuft. Die deutschen Patienten werden nach moderner universitärer Behandlung in den Niederlanden dann rasch wieder zurück in die Föhrenbachklinik verlegt – wie übrigens auch Opfer mit Kopfverletzungen nach schweren Autounfällen – zum Einleiten einer anschließenden neurologischen Rehabilitation in Deutschland.

Die innereuropäische Grenze spielt keine Rolle

Die innereuropäische Grenze spielt keine Rolle. In Großstädten wie Düsseldorf brauche man mitunter länger als 22 Minuten zum entsprechenden Krankenhaus, bemerkt Ärztliche Direktorin Anita Tönnesen-Schlack.

Hier gibt es 800 Schlaganfall-Patienten pro Jahr

Das Interesse der Radbudumc an der Kooperation liegt in der Vielzahl der schwierigen Fälle, dem Gewinn an Erfahrung, sagt de Leeuw. Rund 800 Schlaganfall-Patienten pro Jahr (jeder Zehnte jünger als 50 Jahre) sind in der LVR-Klinik und den sechs Schlaganfall-Patientenbetten im Klever Krankenhaus, davon rund 500 aktuelle Schlaganfälle und 300 „TIA“, transitorische ischämische Attacken, eine kurzzeitige Durchblutungsstörung des Gehirns mit Ausfallserscheinungen, die häufig einem Schlaganfall voraus geht.

Auch kleinere Krankenkassen informieren

Als Prof de Leeuw beim Kreis Klever Schlaganfall-Symposion 2004 referierte, lernte er Dr. Baumsteiger kennen. Weitere Zusammenarbeit entwickelte sich bei einem Deutschland-Niederlande--Vergleich der AOK. Jetzt sei der offiziellen Vertrag wichtig, eine breitere Öffentlichkeit herzustellen und auch „kleinere Krankenkassen zu informieren“, so Baumsteiger. Stephan Lahr: „Der Vertrag gibt ein Gefühl der Sicherheit. Es ist auch für Laien toll zu wissen, dass sie gut aufgehoben sind.“

  • Gute Aussichten hat der gemeinsame Antrag auf finanzielle Interreg-Unterstützung, für den in den nächsten zwei Wochen die letzten Unterlagen eingereicht werden.
  • Ziel ist die Verbesserung der Kommunikation beim Computer-Bild- und Data-Austausch, also um Zuschüsse für Technik und eine Personalstelle.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben