Festival

Tag der Klever Einheit – Festival zieht mitten in die Stadt

Die Organisatoren vom Verein Haus Mifgash freuen sich aufs Festival, das diesmal mitten in die Stadt zieht.

Die Organisatoren vom Verein Haus Mifgash freuen sich aufs Festival, das diesmal mitten in die Stadt zieht.

Foto: Andreas Daams / NRZ

Kleve.  Das fünfte Mifgash-Festival findet am 3. Oktober auf dem Gelände zwischen Schwanenburg, Synagogenplatz und Marstall statt. 30 Vereine machen mit.

Es soll ein soziales Festival werden, ein „Begegnungsfestival für mehr Miteinander in der Stadt“, wie Thomas Ruffmann sagt. Er gehört zum Organisationsteam des Vereins Haus Mifgash und hat gerade eine Menge zu tun. Denn am 3. Oktober soll auf dem Gelände zwischen Schwanenburg, Synagogenplatz und Marstall das fünfte Mifgash-Festival stattfinden. Beginnen wird das Festival am 3. Oktober um 14 Uhr, Ende ist dann um 22 Uhr.

Viermal gab es das am Meyerhof, dann war ein Jahr Pause – und nun zieht es mitten ins Zentrum des historischen Kleve. „Die Idee eines Hauses der Begegnung ist mir vor Jahren auf dem Synagogenplatz gekommen“, erläutert Gründervater Ron Manheim. „Man müsste doch mehr aus der positiven wie negativen Geschichte machen können.“

Das Haus gibt es zwar noch nicht, aber einen lebendigen Verein. Und neue Ideen für eine Bebauung. Von Synagogenplatz und dem ehemaligen Geländer der jüdischen Schule sowie einer Gaststätte. Denn die alten Pläne lassen sich nicht realisieren, weil der Untergrund normale Gebäude nicht tragen würde.

„Schließlich handelt es sich um einen der schönsten Plätze am Niederrhein“

Architekt Friedhelm Hülsmann wird daher beim Festival an einem der zahlreichen Stände neue Ideen zeigen: Bauobjekte in Leichtbauweise, die sich öffnen lassen und die die verschiedenartig nutzbar wären. „Schließlich handelt es sich um einen der schönsten Plätze am Niederrhein“, sagt er.

Das sieht auch Mifgash-Mitglied Christoph Frauenlob so. „Die Parkplätze sind eine Schande“, findet er. „Man sollte den Platz öffnen für die Menschen.“ Wie man ihn sinnvoll nutzen kann, auch darauf soll das Fest am Tag der deutschen Einheit aufmerksam machen.

Eine große Bühne vor dem Marstall wird den ganzen Tag über mit Musik und Vorträgen bespielt. So wird zum Beispiel die Weltmusikband „R-chestra“ aus Nijmegen auftreten, auch das Trio „einKlang“, das schön öfter in Kleve zu Gast war, wird wieder zu hören sein.

Mit dabei sind alle im Klever Rat vertretenen Fraktionen, dazu Vereine wie Zonta, Kolping, Unicef oder Herzenswunsch Niederrhein, aber auch der Schachclub, der Klevische Verein und Amnesty International.

Vereine, Aktionen, Religionen

Workshops, Bastelaktionen, Naturfarben-Malen mit der NABU sind ebenso vorgesehen wie ein Treffen der verschiedenen Religionsgemeinschaften. „Wir wollen hier einen Tag der Klever Einheit praktizieren“, wünscht sich Manheim. Thomas Ruffmann ergänzt: „Wobei es eine Einheit in Vielfalt sein soll.“

Dafür hat der Verein inzwischen um die 6000 Euro Spendengelder gesammelt. Was aber nicht reicht. Daher sind die ehrenamtlichen Organisatoren auf der Suche nach weiteren Sponsoren. Auch freiwillige Helferinnen und Helfer werden noch gesucht.

Auf dem Fest selbst kann man gegen eine Spende Armbändchen bekommen – ebenfalls eine Maßnahme, um das Fest finanziell zu stemmen.

Das will Haus Mifgash werden

Das Haus Mifgash soll an die reiche Geschichte des Judentums aus Kleve und Umgebung und dessen Untergang erinnern.Es soll Ort der Begegnung sein mit Menschen anderer Kulturen und Religionen, die heute in der Region um Kleve Land leben. Ein Haus der Wachsamkeit und der Aufklärung, das aktuelle Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Nationalismus analysiert und öffentlich kritisiert. Es will „Gasthaus“sein, wo Gäste miteinander essen, trinken, sich unterhalten, Musik hören.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben