Voriges Jahr gab es zu viel Regen und Matsch, diesmal staubt’s. Das Desert Valley in Parookaville macht seinem Namen alle Ehre. Das Team der Macher hat die Kiesgrube gepachtet und sie mit der Mainstage so eingerahmt, dass es quasi als „Unfall“ zur größten Bühne Europas wurde. „Wir haben ein paar Fotos schon mal den Künstlern geschickt, um sie anzuheizen“, lacht Mitorganisator Bernd Dicks. Aber für die Pressevertreter, die gestern schon durchs Gelände durften, gilt absolute Geheimhaltung.

Nur so viel: Die dekorativen Ballons der Hauptbühne vom vorigen Jahr wurden zu einem völlig neuen Zugang zu den beiden – zusätzlich beleuchteten – Campsites umgestaltet. Andere Teile wie die bombastischen elektronischen Spulen der Hauptbühne werden wiederverwendet. Aber diesmal haben Bernd Dicks, Norbert Bergers, Georg van Wickeren und Team nicht mehr wie zuvor die Bühnenbauer von „Tomorrowland“ bemüht, sondern Dicks’ jüngerer Bruder und Querdenker Stefan (Kreativ-Kopf der Weezer Firma Bora Bora) ließ seiner Phantasie freien Lauf.
Vor der Mainstage standen 2017 Fans Elektronischer Dance Music erst im Regen, dann im Modder. Jetzt liegt Drainage im Boden, alle 90 Zentimeter. Aber: Es ist staubtrocken. Also stellt sich eher die Frage, wie feuergefährdet die Wiesen, das Wäldchen, die Stoppelfeld-Parkplätze sind. Jeder Bürger von Parookaville muss mit Verantwortung übernehmen, das ist klar. Auch beim Grillen auf dem Campingplatz. Zusätzlich aber ist die Feuerwehr gerüstet mit Wachtürmen, Feuerlöschern, die Parkplätze sind extra kurz geschlegelt und vom Tages-Parkplatz wurde das Gras komplett abgesammelt.
Quads für Feuerwehr und Sanitäter in Parookaville
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Die Feuerwehr setzt in engen Bereichen wie dem Campingplatz dickrädrige Quads ein, mit Spezialdüsen ausgerüstet. Ein solches Fahrzeug haben auch die Sanitäter an der Feuerwache Weeze stationiert. Es dient drei mobilen Krankenhäusern zur Unterstützung – die sind auch außerhalb der Stadt-auf-Zeit nutzbar.
Freuen können sich die Weezer auch, dass sie dank zusätzlicher Mobilfunkmasten besseren Handyempfang haben – gar nicht so leicht, nahe Flughafen und Niederlande Frequenzen zu bekommen – und dass ihr Internet bis Montag statt 50 MBit nun 13 Gigabit schnell ist.
In der vorübergehend größten Stadt des Kreises Kleve sind wieder viele Überraschungen versteckt. Es ist eben kein Festival wie andere, die nur Musik bieten. In Parookaville kann und will man leben.

Es gibt zehn Bühnen, dazu kleine Sponsoren-Stages und pssst: eine „Secret-Stage“ muss man finden. Im Wacky Shack hat „Mini-Bar“ eine ganz besondere Bedeutung.
Das Festival Parookaville ist auch im vierten Jahr ausverkauft
Chillen gehört zum Konzept. 50 Hängematten aus 1250 Fahrradschläuchen hat die Weezer Künstlerin Lou Nebel ins Wäldchen gehängt. Nachts sind die Bäume in sattes Grünlicht getaucht. Upcycling ist Programm überall in der Festivalstadt. Ein Jahr lang bearbeitet das Team Container oder alte Getreidesilos, die es in Rotterdam beziehungsweise bei Bauern um die Ecke abkaufte. Immer sind Firmen aus Weeze und Umgebung beteiligt. Allein 800 Mülleimer hat das PV-Team in Haus Freudenberg bauen lassen.
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Europaweit haben Festivals (Rock am Ring, Hurricane) rückläufige Besucherzahlen. Parookaville aber ist im vierten Jahr wieder ausverkauft. Bernd Dicks: „Es ist das friedlichste Festival Deutschlands. Im Vorjahr gab es keine Festnahme, keinen Platzverweis. Das soll so bleiben.“
Übrigens: Ab Donnerstag besteht rund um den Flughafen Staugefahr!
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Parookaville 2017 - die besten Bilder




















































































































































