Strafvollzug

Udo Gansweidt ist neuer Leiter der JVA Kleve

Die JVA Kleve hat rund 230 Haftplätze und zählt damit zu den kleineren Anstalten in Nordrhein-Westfalen.

Die JVA Kleve hat rund 230 Haftplätze und zählt damit zu den kleineren Anstalten in Nordrhein-Westfalen.

Foto: Hans Blossey

Kleve.   Udo Gansweidt ist neuer Leiter der JVA Kleve. Zur Amtseinführung des 60-jährigen Kölners kam NRW-Justizminister Peter Biesenbach.

Für Udo Gansweidt schließt sich ein Kreis. Der neue Leiter der Justizvollzugsanstalt Kleve kehrt an jenen Ort zurück, wo seine berufliche Laufbahn vor 40 Jahren begann. Als Regierungsinspektoranwärter verbrachte er 1977 einen praktischen Einführungsmonat in der JVA Kleve. NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) überreichte Gansweidt am Montag bei der Amtseinführung in der Anstaltskirche offiziell den Versetzungserlass und bedankte sich beim scheidenden JVA-Leiter Klaus Schweinhagen für dessen rund vierjähriges Wirken in Kleve.

An den Niederrhein wechselt Gansweidt von der Justizvollzugsanstalt Köln. Dort hatte er in den vergangenen drei Jahren als Verwaltungsleiter gearbeitet. Den weitaus größeren Teil seiner Karriere war der 60-Jährige jedoch wie sein Vorgänger in der JVA in Geldern tätig. Er leitete unter anderem das dortige Berufsbildungszentrum, „das sich bundesweit einen Namen gemacht hat. Das ist auch Ihr Verdienst“, sagte Justizminister Peter Biesenbach. „Ich übertrage Ihnen gerne die Verantwortung für Kleve.“

Bedenkzeit, als das Angebot kam

Für diese Personalentscheidung bedankte sich der stellvertretende Anstaltsleiter Wolfgang Fengels in seiner sehr launigen Begrüßung. „Er wird ein guter Chef werden. Aber ich habe ja auch gehört, dass es nicht so viele Kandidaten gab“, scherzte Fengels und erheiterte nicht nur mit diesem Satz das Publikum.

Der Kontakt zu den Kollegen an der Krohnestraße sei nie abgebrochen, sagte Udo Gansweidt. Er räumte jedoch ein, um Bedenkzeit gebeten zu haben, als ihm der Wechsel nach Kleve angeboten worden sei. „Ich habe mir zwei Fragen gestellt: Möchte ich den Rollenwechsel zum Dienstvorgesetzten? Und: Welche Ausgangssituation finde ich vor?“, erzählte Gansweidt.

Er habe dann schnell gemerkt, dass er eine gut funktionierende JVA mit hochmotivierten Mitarbeitern von Klaus Schweinhagen übernehmen könne. Und die Spitzenposition traute er sich schließlich ebenfalls zu, auch wenn der neue Anstaltsleiter betonte: „Ich trete in große Fußstapfen. Auf einen Vollzugsprofi folgt ein Verwaltungsfachmann.“ Als solcher führte er in Köln mehr als 500 Beschäftigte.

Die Überstunden verringern

In Kleve sind die Strukturen kleiner, doch sein Gestaltungsspielraum größer. Bei der Amtseinführung benannte Gansweidt einige seiner Arbeitsschwerpunkt für die kommenden Monate. „Der Mehrarbeitsstand in Kleve ist sehr hoch. Wir sind da leider in der Spitze. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Beschäftigte derart viele Überstunden vor sich herschleppen. Wir werden dem dauerhaft entgegen wirken“, versprach der neue Chef und verwies auf zwei konkrete Maßnahmen: Zum 2. November fangen drei neue Mitarbeiter in der JVA an. Zudem wurde beantragt, 2000 Überstunden finanziell auszugleichen.

Angesichts eines Ausländeranteils von circa 63 Prozent und Gefängnisinsassen aus aktuell 40 verschiedenen Nationalitäten möchte Gansweidt außerdem der „Integration ein besonderes Augenmerk widmen. Denn ich glaube nicht, dass der Migrationsdruck spürbar nachlassen wird“. Der Umbau der zwei Torhäuser in Büros soll die räumliche Situation in der JVA entzerren.

Diese Veränderungen wird Klaus Schweinhagen zukünftig aus dem Ruhestand verfolgen. Er bedankte sich bei seinen Mitarbeitern dafür, dass „Sie mich ertragen und getragen haben“. Der erste Psychologe auf der Stelle des Klever JVA-Leiters mahnte, dass die konstruktive Beschäftigung mit den Gefangenen nicht nachlassen dürfe: „Diese Menschen sollen nach ihrer Entlassung ein Leben ohne Straftaten führen können. Dafür müssen wir alles Mögliche tun.“

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