• In Schwafheim wurde am Wochenende wieder die traditionelle Kirmes gefeiert
  • Das große Fest im Ortsteil gibt es schon über 100 Jahre
  • Für die Kirmes engagieren sich viele Helfer ehrenamtlich

Am Wochenende war es wieder soweit: Vier Tage lang feierten die Schwafheimer Kirmes. Diese findet seit über 100 Jahren – genau belegt seit 1883 – jedes Jahr am dritten Septemberwochenende, zwei Wochen nach der Moerser Kirmes, statt. Früher, alte Schwafheimer wissen es noch, war eine Wiese von Bauer Fechner mitten im Dorf der Ort der vom Turnverein organisierten Veranstaltung. Mittelpunkt war stets ein großes Festzelt mit viel Musik, bei dem der Eintritt fünf Mark kostete: „Es wurde drei Tage lang durchgefeiert“, erinnert sich Hans-Jürgen Fechner.

Doch als die Wiese irgendwann Bauland wurde, war guter Rat teuer. Ersatz wurde schließlich auf einem der Stadt gehörenden Platz am Länglingsweg in Neu-Schwafheim gefunden. Ein grob geschotterter Acker, der aber in den letzten Wochen von Enni – zumindest im Eingangsbereich – frisch geteert und gepflastert wurde. Als Veranstalter haben sich seit acht Jahren die beiden Sportvereine SV und TV Schwafheim sowie der Schaustellerverband Moers zusammengefunden.

Ein großes Festzelt gibt es nach wie vor, der Eintritt ist inzwischen sogar frei. Nur das Bier ist etwas teurer. Dort ging es am Freitagabend mit einer House-Party los, zu der DJ Herby eingeladen hatte. Offiziell eröffnet wurde die Kirmes am Samstag mit dem – auf Anhieb geglückten – Fassanstich durch Bürgermeister Christoph Fleischhauer. Da drehten auch die Fahrgeschäfte – Kinderkarussell und Autoscooter – ihre ersten Runden: „Unsere in rein privater Initiative organisierte Ortskirmes hat eine lange Tradition und fördert seit jeher den Zusammenhalt zwischen allen Schwafheimer Bürgern. Sie wird das aber auch in Zukunft nur können, wenn wir genügend freiwillige Helfer dafür finden können“, erklärte Erika Scholten, 1. Vorsitzende des TVS, zur Begrüßung. „Es könnten ruhig ein paar mehr sein“, merkte ihr Vorstandskollege Gerd „Holzwurm“ van Wickeren an. „Für mich bedeutet die Kirmes vor allem eine Menge Arbeit, sowohl vorher als auch danach. Trotzdem macht es viel Spaß“, bestätigte Walter Ingenhaag, einer der Freiwilligen hinter den Kulissen und mit am längsten dabei.

Nach dem offiziellen Teil war am Abend erneut Party-Time angesagt: Bei Live Musik von Claudia & Friends, die bereits im Juli die Besucher beim Waldfest begeisterten, war die Tanzfläche meistens voll. Weiter ging es am Sonntagmorgen mit einem ökumenischen Gottesdienst der Schwafheimer Kirchengemeinden: „Ein beeindruckendes Erlebnis. Es waren über 300 Leute im Zelt“, freute sich SVS-Vorsitzender Holger Kleinekort über das gelungene Event. Der Nachmittag war für Familien bestimmt: Bei Karussell- und Scooterfahren, Ponyreiten und Zuckerwatte fanden vor allem die Kinder ihr Vergnügen: „Trotz zahlreicher Parallelveranstaltungen wie diesmal das Comedy Arts Festival in Moers ist die Schwafheimer Kirmes für uns in jedem Fall ein Muss“, sagten Peter und Evi, die sich am Samstag mit Freunden am Bierstand trafen. Am heutigen Montag ist die Dorfkirmes nach dem traditionellen Kaffeenachmittag, bei dem der Männergesangverein Teutonia einen seiner letzten Auftritte hat, und einem weiteren Discoabend schon wieder für dieses Jahr vorbei.