Erst sterben die Ratten, dann die Menschen. Das Bakterium „Yersinia pestis“ infiziert nach und nach die gesamte algerische Hafenstadt Oran. Ein Entkommen vor der Epidemie scheint fast unmöglich zu sein. Wie verhalten sich die Menschen in dieser Stadt in so einer Extremsituation? Halten sie zusammen oder nicht? In seinem 1942 bis 1946 entstandenen Roman „Die Pest“ beschreibt Albert Camus den Ausbruch der Pest und beobachtet mit wissenschaftlicher Nüchternheit die Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben. Das Moerser Schlosstheater widmet sich aktuell genau dieser Geschichte. Mit dem Stück „Die Pest“ nach der Romanvorlage von Camus feiert das Ensemble in einer Woche, am Donnerstag, 19. September, um 19.30 Uhr im Schlosstheater Premiere.
Die Proben laufen auf Hochtouren. „Grenzziehungen jeglicher Art scheinen Konjunktur zu haben. Es gibt immer mehr Grenzen zwischen Menschen oder europäische Außengrenzen. Das Thema ist aktueller denn je“, erklärt Dramaturgin Viola Köster. „Wieviel Solidarität wollen wir uns leisten? Dieses solidarische Verhalten mit Camus‘ philosophischen Ansatz wollen wir darstellen“, ergänzt Intendant Ulrich Greb.


