Die Geschwister Karina (10) und Maksym (13) kamen mit ihrer Mutter aus der ukrainischen Stadt Uman. Maksym fand Freunde und gewöhnte sich an das neue Zuhause in Neukirchen-Vluyn. Aber Karina veränderte sich, wie die Grafschafter Diakonie berichtet.

Das vormals aktive Mädchen zog sich zurück. „Reiten hilft ihr, die schwere Zeit zu überstehen“, sagt ihre Mutter Alla. Karina ist eines von sechs Jungen und Mädchen, die seit September an zwei Tagen pro Woche nach der Schule Zeit auf dem Pferdehof „Reitspaß Erdtmann“ verbringen. Die Kinder kommen aus den ukrainischen Familien, die von den Flüchtlingshelfern des Treff 55 der Grafschafter Diakonie beim Zurechtkommen in der neuen Heimat unterstützt werden.

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„Die Kinder vermissen ihre Väter und sorgen sich um sie“, weiß Karin Heintel von der Flüchtlingshilfe, die das Projekt zusammen mit ihrer Kollegin Heike Klein organisiert hat. Dazu kämen die Erlebnisse in den Kriegsgebieten sowie der ungewohnte Alltag in den Flüchtlingsunterkünften oder in den Wohnungen. „Uns war deshalb schnell klar, dass ein Entlastungsangebot für die Kinder wichtig ist“, sagt Klein. Für das Angebot nutzte der Treff 55 eine Spende des Rotary Club Moers und des Lionsclub Moers.

Auf dem Hof am Gülixweg gibt es sechs speziell geschulte Pferde und Ponys. Die Kinder helfen bei der Fellpflege und setzen sich auch mal selber auf den Sattel, um ein Stück geführt zu reiten. Dabei versteht sich das Angebot nicht als therapeutisch. Vielmehr geht es darum, etwas Schönes zu erleben und trotz des herausfordernden Alltags Freude zu spüren, erklärt Heintel. So zum Beispiel auch im Fall von Dayna und Yesenia. Ihre Familien teilten eine Sozialwohnung und die Mädchen freundeten sich an. In der Heimat als Hobbytänzerinnen aktiv, genossen sie die Voltigierübungen auf dem Reiterhof besonders.