Ausbildung

Der Moerser Peter Booz hat zwei Goldschmiedinnen ausgebildet

Nina Glende (22) und Lena Hollweg (21, rechts) präsentieren ihre Gesellenstücke.

Nina Glende (22) und Lena Hollweg (21, rechts) präsentieren ihre Gesellenstücke.

Foto: Markus Joosten

Moers.   Lena Hollweg und Nina Glende haben ihre Ausbildung mit Bravour abgeschlossen. Bei ihren Gesellenstücken haben die beiden Kreativität bewiesen.

Großer Erfolg für Peter Booz: Der Goldschmiedemeister am Altmarkt hatte vor drei Jahren gleich zwei Auszubildende eingestellt, weil er sich „nicht für nur eine von ihnen entscheiden konnte“, wie er sagt. Jetzt haben Lena Hollweg und Nina Glende ihre Ausbildung mit Bravour abgeschlossen, Lena sogar als Beste der gesamten Innung.

Beide waren von Anfang an mit großem Engagement dabei, was nicht zuletzt damit zu tun hat, dass sie sich mit Überzeugung für den Beruf der Goldschmiedin entschieden haben. Gut, bei Nina Glende war auch ein wenig Zufall im Spiel gewesen.

Das Gesellenstück ist ein stilisierter Käfer

Als Schülerin wusste sie noch gar nicht, dass man überhaupt eine solche Ausbildung machen kann: „Dann habe ich ein Praktikum absolviert und gewusst: Das ist es!“ Peter Booz spürte, dass in der heute 22-Jährigen, die schon als Kind besonders gern gemalt und gebastelt hat, viel Kreativität steckte, und gab ihr einen Lehrvertrag.

Die lange Anfahrt zu ihrem Ausbildungsbetrieb in Moers hat die Solingerin dabei in Kauf genommen. Ihr Gesellenstück ist ein stilisierter Käfer aus Rot-, Gelb- und Weißgold, der seine Flügel öffnen und schließen und den man als Anhänger tragen kann.

Ein ähnlich gutes Gespür bewies Booz bei der Einstellung von Lena Hollweg. Auch bei der 21-Jährigen paart sich Kreativität mit handwerklichem Geschick und Spaß am Beruf. Sie sagt: „Ich habe hier meine Berufung gefunden.“ Ein Design-Studium kommt für sie – zumindest vorerst – nicht in Frage: „Mag sein, dass man an der Hochschule etwas stärker ‘den anderen Blick’ auf ein Werkstück oder den Werkstoff bekommt, aber es gibt dort auch total abgedrehte Sachen.“

Zudem habe sie in der Lehre eine Menge mitbekommen, „ich kann viel ausprobieren. Und mag ich die klare Linie.“

Lenas Gesellenstück ist ein Geduldsspiel aus 750er Weiß- und Gelbgold – rund, 33 Millimeter im Durchmesser –, bei dem man eine kleine Edelstahlkugel durch ein Labyrinth in den Mittelpunkt bugsiert. Auf der Unterseite befinden sich zwei, wie alles andere, selbst gefertigte Schrauben. So setzt die Handwerkerin das Werkstück mit einem einfachen Klick auf ein schwarzes Armband – und das Geduldsspiel wird zum Schmuckstück. Etwa 60 Stunden haben die beiden jungen Frauen für Vorbereitung und Fertigung der Unikate benötigt.

Man kann ihr über die Schulter schauen

Nina Glende hat inzwischen Moers verlassen. Sie ist aus privaten Gründen nach Göttingen gezogen und zeigt sich zuversichtlich, dort einen Arbeitsplatz als Goldschmiedin zu finden. Kollegin Lena Hollweg arbeitet als Gesellin bei Peter Booz.

Bei der Arbeit kann man ihr wie ihrem Chef sogar über die Schulter schauen, denn die Goldschmiedearbeitsplätze sind in das Geschäft am Altmarkt integriert.

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