Auskiesung am Niederrhein

„Der Niederrhein ist das Epizentrum der Auskiesung“

Demonstrierten Geschlossenheit: (v.l.:) Neukirchen-Vluyns Bürgermeister Harald Lenßen, Bürgermeister Thomas Ahls aus Alpen, Kamp-Lintforts Bürgermeister Christoph Landscheidt, Landrat Dr. Ansgar Müller und Bürgermeister Frank Tatzel aus Rheinberg.

Demonstrierten Geschlossenheit: (v.l.:) Neukirchen-Vluyns Bürgermeister Harald Lenßen, Bürgermeister Thomas Ahls aus Alpen, Kamp-Lintforts Bürgermeister Christoph Landscheidt, Landrat Dr. Ansgar Müller und Bürgermeister Frank Tatzel aus Rheinberg.

Foto: Erwin Pottgiesser

Kamp-Lintfort.   Kamp-Lintforts Bürgermeister stellt bei der Anhörung in Düsseldorf die Kritikpunkte zum Landesentwicklungsplan vor. Weitere Aktionen geplant.

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Einen Tag vor der Anhörung zum Landesentwicklungsplan im Düsseldorfer Landtag demonstrierten die Bürgermeister der am stärksten betroffenen Kommunen im Kreis Wesel gemeinsam mit Landrat Ansgar Müller am Dienstag bei einem Pressegespräch im Kamp-Lintforter Rathaus erneut ihren Zusammenhalt im Kampf gegen weitere Auskiesungen am Niederrhein.

Im Landtag wird Bürgermeister Christoph Landscheidt am Mittwoch im zuständigen Ausschuss über das erstellte Gutachten berichten (die NRZ berichtete) und die Argumente gegen den aktuellen Entwurf des Landesentwicklungsplans vorbringen. In einem weiteren Schritt wolle man nun auch das Gespräch mit NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) und dem Regionalverband Ruhr (RVR) suchen, hieß es weiter. Auch die Mitglieder der IG Dachsbruch fahren heute in die Landeshauptstadt, um die mittlerweile allein in Kamp-Lintfort und Umgebung gesammelten 12.000 Unterschriften gegen weiteren Kiesabbau zu übergeben.

„Der Niederrhein ist das Epizentrum der Auskiesung“, machte Landscheidt aus seiner Sicht noch einmal das Ausmaß der Problematik deutlich. Die Frage sei, wie viele Eingriffe diese Landschaft noch vertrage, sagte er mit Blick auf die in der Kritik stehende Bedarfsplanung und den Umgang mit dem endlichen Rohstoff Kies.

Hier mache interkommunale Zusammenarbeit wirklich Sinn, sagte Rheinbergs Bürgermeister Frank Tatzel. Er nannte das Gutachten, das Aussicht auf erfolgreiche Klagen gegen weitere Auskiesungen am Niederrhein verspricht, „einen Hebel, der es in die richtige Richtung bringen könnte“. Thomas Ahls, Bürgermeister von Alpen, sagte mit Blick auf die geforderte neue Bedarfsplanung: „Wir wollen eine neue Denkweise.“ Bei „aller Euphorie“ müsse man sich aber darüber im Klaren sein, „dass wir nicht wissen, wie eine neue Bedarfsplanung aussieht,“ gab Ahls zu bedenken. Neukirchen-Vluyns Bürgermeister Harald Lenßen betonte , dass der Protest der Kommunen vor Ort parteiübergreifend sei: „Unser Signal ist, dass wir uns Sorgen um die Region machen und uns für die Belange der Bürger einsetzen.“ Eine Steilvorlage für Theo Rams von der IG Dachsbruch. Die Landtagsabgeordneten aus der Region sollten wissen, was die Menschen am Niederrhein bedrückt, so Rams. Er sieht für diese Politiker eine „historische Chance“, sich im Landtag parteiübergreifend gegen noch mehr Kiesabbau auszusprechen. IG Dachsbruch-Sprecherin Marion Kempken kündigte weitere Aktionen an, um „das Bewusstsein in der Bevölkerung weiter hoch zu halten.“

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