Bücherei

Ein Büchereistandort in Neukirchen-Vluyn wird geschlossen

Am Büchereistandort Neukirchen am Missionshof wird renoviert.

Am Büchereistandort Neukirchen am Missionshof wird renoviert.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Neukirchen-Vluyn.  Die Politik bringt die Entscheidung am Mittwoch auf den Weg: Die Ausgabestelle in der Kulturhalle hat keine Zukunft mehr. Nicht alle waren dafür.

Das war’s: Das Schicksal des Büchereistandortes Vluyn ist annähernd besiegelt. Es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf hinauslaufen, dass die Ausgabestelle in der Kulturhalle zum Ende des Jahres geschlossen wird. Den Empfehlungsbeschluss hat am Mittwochabend der Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport gefasst. Der Rat muss dem noch final zustimmen.

Da aber der Beschlussvorschlag von den beiden großen Fraktionen CDU und SPD gemeinschaftlich formuliert wurde und insofern eine große Mehrheit fand, ist nicht davon auszugehen, dass der Rat der Stadt in seiner nächsten Sitzung anders entscheiden wird.

Damit setzen SPD und CDU den Weg fort, den sie im Sommer 2017 beschritten hatten, als entschieden wurde, die Büchereiräume am Vluyner Platz zum Ende 2017 zu kündigen, für eine Übergangszeit bis zur Neukonzeption der Bücherei ein eingeschränktes Angebot in der Kulturhalle zu bieten und sich die Option offen zu halten, je nach Akzeptanz eine Weiterführung zu prüfen.

Auf diese Entscheidung wies auch Günter Zeller (SPD) am Mittwoch in seiner Erklärung hin. „Die Ausleihzahlen in Vluyn haben leider nicht die Akzeptanz wiedergegeben, die wir uns erhofft hatten“, sagte Zeller. Claudia Wilke (CDU) erklärte, dass „viel Geld in die Bücherei Neukirchen investiert“ werde. Dort wird gerade der Standort am Missionshof modernisiert.

Die SPD-Chefin Elke Buttkereit verwies zudem auf das Büchereikonzept und darauf, dass die neue Büchereileitung dieselbe Richtung verfolge. „Wir sind überzeugt von dem fachlichen Konzept, das dahinter steht“, betonte Buttkereit.

Dem mochte sich Tom Wagener (Bündnis 90/Die Grünen) nicht anschließen. „Den Schritt ,die Leute leihen keine Medien mehr aus, also schließen wir hier ganz’ halten wir für falsch“, betonte Wagener. Und NV-Auf-geht’s-Chef Klaus Wallenstein echauffierte sich, dass es eine „voreilige Maßnahme“ sei, die „in keinem Verhältnis“ stehe. Dass bei reduziertem Angebot die Ausleihzahlen sinken, sei zu erwarten gewesen, sagte Wallenstein.

Die von CDU und SPD formulierten flankierenden Maßnahmen wie verbilligte Bustickets für junge und ältere Büchereikunden, die Verknüpfung mit den Schulbüchereien oder Ausleihen von e-readern seien „ein Beleg dafür, was man den Leuten mit der Schließung aufbürdet“.

Die Maßnahme war seinerzeit im Zuge der angespannten Haushaltslage auf den Weg gebracht worden.

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